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Reduzierung Kindesunterhalt

27.11.2017 09:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Guten Tag,
ich habe folgende Frage:
1. Besteht die Möglichkeit den Kindesunterhalt zu reduzieren, wenn die betreuende Mutter in Vollzeit mehr Einkommen hat als der barunterhaltspflichtige Vater ?
2. Wird das Einkommen des neuen Lebenspartners der in häuslicher Gemeinschaft mit der Mutter und dem unterhaltspflichtigen Kind lebt berücksichtigt ?
3. Gibt es Unterschiede in der Berechnung des Kindesunterhalts wenn der barunterhaltspflichtige Vater "nur" bezahlt oder aber wenn er zusätzlich noch Aufwendungen erbringt wie Kleidung, Verpflegung, Urlaub, Möbel fürs Kinderzimmer usw.
Vielen Dank für eine Rückmeldung

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


1. Besteht die Möglichkeit den Kindesunterhalt zu reduzieren, wenn die betreuende Mutter in Vollzeit mehr Einkommen hat als der barunterhaltspflichtige Vater ?

Grundsätzlich kommt es auf das Einkommen der Mutter nicht an, solange das Kind minderjährig ist. Wen die Mutter aber doppelt so viel verdient wie der Vater, wird dessen Selbstbehalt erhöht. Verdient sie etwa dreimal so viel wie er, kann im Einzelfall eine Pflicht zur Übernahme des Barunterhalts neben dem Betreuungsunterhalt bestehen.


2. Wird das Einkommen des neuen Lebenspartners, der in häuslicher Gemeinschaft mit der Mutter und dem unterhaltspflichtigen Kind lebt, berücksichtigt ?

Nein, da er dem Kind nicht zum Unterhalt verpflichtet ist. Wenn sich die Mutter allerdings auf einen Mangelfall beruft, kann ihr Selbstbehalt wegen der Ersparnis durch das Zusammenleben reduziert werden.


3. Gibt es Unterschiede in der Berechnung des Kindesunterhalts, wenn der barunterhaltspflichtige Vater "nur" bezahlt oder aber wenn er zusätzlich noch Aufwendungen erbringt wie Kleidung, Verpflegung, Urlaub, Möbel fürs Kinderzimmer usw.

Nicht grundsätzlich: Der Barunterhalt geht vor und deckt den gesamten Lebensunterhalt des Kindes ab. Es besteht also keine Verpflichtung, zusätzliche Leistungen zu erbringen, soweit diese nicht mit dem Umgang im Zusammenhang stehen. Tut der Vater dies freiwillig, kann er den Unterhalt nicht eigenmächtig kürzen, sondern nur, wenn es eine entsprechende Absprache mit der Mutter gibt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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