Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rechtsschutzversicherung zahlt - Anwalt behält privat geleisteten Vorschuss


07.06.2007 02:47 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

ich schildere den Sachverhalt:

1998 im November verstarb mein Lebensgefährte, dem ich ein Darlehen (dafür hatte ich mich selbst verschuldet und zahle heute noch ab) gegeben hatte, die Erben wollten nicht zahlen. Das Erbe wurde von Testamentsvollstreckern verwaltet. Also suchte ich Ende 1998 einen Anwalt A auf, damit er meine Ansprüche durchsetzt.

Ein Sohn des Verstorbenen wollte mit dem Erbe nichts zu tun haben. Er vereinbarte mit mir, seinen Erbteil auf mich zu übertragen, das sollte u.a. meiner Darlehenssicherung dienen.
Daher gingen er und ich zum Notar B(Bayern), der einen entsprechenden Vertrag aufsetzte.

Mein Anwalt A nahm sich der Sache also an. Er beriet mich, wie meine Ansprüche durchzusetzen seien, las den Vertag von Notar B, und ließ mir auf 2 Seiten noch Ende November 1998 seine Stellungnahme zukommen. Danach wurde nie mehr darüber gesprochen, da der Sohn des Verstorbenen mir kurz darauf mitteilte, dass er es sich anders überlegt hat und den Notarsvertrag nicht unterschreiben wird. Anfang 1999 bezahlte ich den Notar B, für das Aufsetzen des Vertrages. Er verlangte ca. 2500 DM.

Bei meinem Anwalt A verwies ich auf meine Rechtsschutzversicherung, zahle aber dennoch Mitte Februar 1999 11.600 DM Vorschuss, in dessen Anforderung 2 verschiedene Aktenzeichen vermerkt waren.

Im Oktober 1999 übergab mein Anwalt A meinen Fall einer angestellten Anwältin C der Sozietät zur weiteren Bearbeitung, da er stark beansprucht sei. Fortan hatte ich nur noch mit dieser zu tun.

In 2003 verhandelte diese dann mit meiner Rechtsschutzversicherung die für die bevorstehende Klage Deckungszusage erteilte. Das Verfahren zog sich durch 2 Instanzen hin und im Februar 2006 kam es zu einem Vergleich, bei dem ich einen Titel bekam. Mein Geld bekam ich dann im Mai 2007. - Vor 3 Wochen.

Die Kosten der Klagen in beiden Instanzen wurden von meiner Versicherung übernommen. Während der Gespräche mit meiner Anwältin C wurde nebenbei wiederholt besprochen, dass ja noch die Abrechnung meines Vorschusses aussteht - im Sinne der Rückzahlung -, die dann erfolgen wird, wenn die Versicherung bezahlt hat.

Nun habe ich vor ein paar Tagen die Endabrechnung bekommen. Mein Vorschuss beläuft sich inzwischen auf 5930,99 EUR.

Das Verfahren hat die Versicherung umfänglich bezahlt. Aber mein Geld kriege ich nicht. Stattdessen eine Kostennote über 6.630,56 EUR für anwaltliche Tätigkeit wegen "Erbteilsveräußerung".

Die Kostennote ist datiert vom 01.06.2007,

Als Leistungszeitraum wird bis 15.04.2003 angegeben. Fakt ist, dass mit dem Schreiben des Anwalts A vom 30. Nov 1998 die Frage der Erbteilsveräußerung abgeschlossen wurde. Die Vorschussrechnung, in der das Aktenzeichen zum letzten Mal auftaucht, ist vom 15.02.1999. Länger kann der Leistungszeitraum nicht sein. Danach wurde ausschließlich ein anderes Aktenzeichen verwendet und mit dem Anwalt hatte ich nach 1999 auch nichts mehr zu tun.


Behauptet wird, dass in diesem Zusammenhang Anwalt A nach Außen hin gegenüber dem Nachlassgericht tätig war. Sachlogisch völlig unsinnig.
Dazu gab es keinen Auftrag und es macht auch gar keinen Sinn, weil keine Information fraglich war. Ans Nachlassgericht wurde geschrieben wegen Akteneinsicht, explizit mit der Begründung, dass ich eine Forderung gegen die Erben durchsetzen muss.

Beide Vorgänge - die Beratung wegen Notar B und die Akteneinsicht wegen der Durchsetzung der Forderung gegen die Erben, wurde ursprünglich mit dem gleichen Aktenzeichen bearbeitet. Für mich war das alles eins, ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass es verschiedene Rechnungen geben könnte, ist auch nie angesprochen worden. Den 2 AZs habe ich in diesem Sinn keine Bedeutung beigemessen.


Abgerechnet wurde nach BRAGO § 11, 10/10 Geschäftsgebühr §118 I 1

Der Streitwert wurde mit 1.385.600,90 EUR beziffert.
Der Notar B hatte einen Streitwert von 1.710.000 DM vermerkt. Der wurde von meinem Anwalt A um 1 Mio DM erhöht, mit der Begründung, ich hatte seinerseits geschrieben, dass eine Immobilie 1 Mio mehr wert sei. Heute mit den auch in der Kanzlei bekannten Kenntnissen nach dem absolvierten Prozess kann der Streitwert auf ca. 150.000 EUR bestimmt werden.


Nun meine Fragen:

1.Ist die Forderung nicht verjährt? Kann der Anwalt nach 9 Jahren eine Rechnung stellen und meinen Vorschuss einfach behalten?

Meiner Rechtsschutzversicherung kann ich das ja wohl kaum mehr vorlegen.
2.Hätte nicht die Kanzlei, wenn schon so eine Rechnung entsteht, von der ich nichts geahnt habe, das nicht auch bei der Verhandlung mit der Rechtsschutzversicherung mit machen müssen?

3. Müsste der 9 Jahre in der Kanzlei liegende Vorschuss nicht auch irgendwie verzinst werden?

4. Wenn der Notar für die Vertragserstellung mit Besprechungen ca 1.250 EUR verlangt, kann dann der Anwalt fürs Kommentieren auf 2 Seiten 6.630.56 EUR verlangen?

5. Kann der Anwalt den Streitwert einfach wegen einer veralteten Information durch mich um 1 Mio DM erhöhen oder muss er nicht seine Kenntnisse aus dem Verfahren nutzen und den jetzt bekannten Wert annehmen?

6. Laufen jetzt irgendwelche Fristen, so dass ich schnell reagieren muss?

Ich habe vor, mit meinem Anwalt erst mal ein klärendes Gespräch zu führen und bitte daher um Argumente und juristische Informationen.

Herzlichen Dank.

07.06.2007 | 03:26

Antwort

von


972 Bewertungen
Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

1.) Wenn das Mandat tatsächlich bereits vor 9 Jahren abgeschlossen wurde, ist die Forderung verjährt. Jedoch umfaßt das Mandat neben der Vertragsprüfung wohl auch die außergerichtliche Vertretung und die Klagevorbereitung, so daß die Forderung nicht verjährt ist. Lassen Sie sich bitte detailliert und schriftlich erklären, welche Leistungen genau abgerechnet werden.

2.) Sie sollten sich von der Rechtsschutzversicherung genau erklären lassen, welchen Umfang die Deckungszusage hatte. Sodann sollten Sie sich von der Versicherung und von dem Anwalt erklären lassen, ob und gegebenenfalls die außergerichtliche Vertretung etc. nicht abgedeckt war. Alles natürlich schriftlich.

3.) Nein.

4.) Der Notar rechnet nach der Kostenordnung ab, der Anwalt nach der damals geltenden Gebührenordnung, so daß die Gebühren nicht vergleichbar sind. Ich halte die Anwaltsrechnung dennoch für einigermaßen mysteriös.

5.) Nein, der Anwalt hat sich an dem objektiv nachprüfbaren Streitwert zu orientieren. Wenn der Gegenstand seines Mandates Gegenstand eines Verfahrens war, muß er den gerichtlich festgestellten Wert beachten.

6.) Es läuft auf jeden Fall eine auf der Kostennote des Anwalts genannte Zahlungsfrist, weiter Fristen sind aus der Distanz nicht erkennbar.

Ich rege dringend an, daß Sie sich die Rechnung von dem Kollegen schriftlich erklären lassen und die Erklärung mitsamt entweder von der örtlichen Anwaltskammer oder einem anderen örtlichen Kollegen Ihres Vertrauens überprüfen lassen.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


ANTWORT VON

972 Bewertungen

Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Mietrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER