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Rechtsform für Rechercheprojekt: Stiftung?

| 25.06.2010 22:27 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Abend!

(Dies ist meine erste Anfrage hier, daher bitte ich etwaige Schwächen in Form und Inhalt aus Unkenntnis zu entschuldigen und bin für konstruktive Hinweise sehr dankbar.)

Ich führe seit einiger Zeit ein privates Rechercheprojekt durch. Es geht um einen in der Mitte des letzten Jahrhunderts sehr bekannten und bedeutenden Musiker (Herkunft Spanien, Tätigkeit in UK und USA) der heute zu unrecht beinahe völlig vergessen ist. Ich versuche Leben und Wirken dieses Musikers so weitgehend und vollständig wie möglich wieder "auszugraben" und die Ergebnisse in Schriftform sowie die verbliebenen Musikaufnahmen auf CD zu veröffentlichen.

Ich bin nun an einem Punkt angelangt wo ich die Recherche intensivieren un international weiterführen muss und auch den einen oder anderen (freien) Mitarbeiter beauftragen muss. Somit werden sowohl für die gestiegenen Rechercheaufwendungen wie auch für meine Arbeit Kosten fällig für die ich mir Finanzierung beschaffen muss/will.

Das Projekt wird an vielen Stellen als wichtig und kulturhistorisch bedeutend und wertvoll angesehen, so dass ich von mehreren Organisationen und Personen weitere Gelder für diesen Zweck bekommen kann. Es geht dabei sowohl um Unternehmen wie Banken und interessierte privatwirtschaftliche Firmen, um Behörden und öffentliche Einrichtungen sowie um förderwillige Privatpersonen bis hin zu Erben des Musikers.

Frage daher: In welcher (Rechts-)Form kann ich sowohl Aktivitäten als auch Finanzierung bündeln so dass (i) die Gelder von den verschiedenen Beiträgern korrekt gesammelt und zielgerichtet weiterverwendet werden können, (ii) sowohl Recherche- und Projektarbeit als auch im Anschluss die Veröffentlichungen darüber durchgeführt werden können, und (iii) ganz wichtig ich weiter die Kontrolle über Ausrichtung und Durchführung behalte und nicht vor jedem Schritt alle mehr oder weniger Beteiligten fragen muss und die Aktivität in Diskussionen zum Stillstand kommt ;-) Wäre hier eine Stiftungsform geeignet?

Ich bitte hier um eine erste Einordnung, Empfehlung und Erläuterung, die konkrete Ausgestaltung wird sowieso im Nachgang detailliert zu besprechen sein.

Sehr geehrter Ratsuchender,

zwar wird mit einer Stifung schon ein vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Aber dabei werden nur die Erträge, nicht die Einlagen für den Zweck verwendet.
Auch bestimmt der Stifter den Zweck. Daher wäre es durchaus möglich, dass Sie sich dann dem Stifter unterordenen müssen. Daher halte ich dieses nicht für ratsam.

Ebenso wenig wird ein Idealverein hier helfen, sofern Sie die alleinige Kontrolle letztlich behalten wollen. Denn eine Abwahl wäre möglich. Auch könnten Sie nicht allein entscheiden.


Sinnvoll erscheint hier allein einen Firmengründung. Dabei kann der Firmenzweck auch der verfolgte Zweck sein; das wäre möglich. Wichtig ist dabei, dass Sie dann die Anteilmehrkeit innehaben und auch allein vertretungsberechtigt sind. Dieses könnte bei der Firmengründung durchaus festgehalten werden.

Ob Sie dabei aus haftungsrechtlichen Gründen eine Rechtsform mit Haftungsbeschränkung (z.B. GmbH) oder eine Einzelfirma gründen, wird von allen Einzelheiten abhängen, die dann entsprechend vorbesprochen und dem Willen nach auszurichten wären.

Eine solche Besprechung und Beratung mit allen Einzelheiten ist erforderlich.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 25.06.2010 | 23:27

Guten Abend Frau True-Bohle,

vielen Dank für Ihre schnelle und fundierte Antwort!

Stimmt, bei einer Stiftung wird ja nur mit den Erträgen gearbeitet, nicht mit den Einlagen, das hatte ich vergessen.

Auch wenn mir der Gedanke der "normalen" Firmengründung zunächst seltsam vorkam (ich habe bereits ein paar Firmen eingetragen mit üblich produzierender und ökonomischer und damit ganz anders gelagerter Ausrichtung):

Meinen Sie man könnte das als eine Art kleines Forschungsinstitut sehen, in dessen Rahmen die Beiträger als Gesellschafter ihre Einlagen einbringen um den Unternehmenszweck (Wiederentdeckung und Veröffentlichung Künstler) zu erreichen? Ich hätte kein Problem damit als Geschäftsführer nur Angestellter zu sein und lediglich ein Gehalt zu beziehen, das wäre durchaus passend.

Allerdings ist ja von vorneherein klar dass es zumindest von Zweck und Ausrichtung des Unternehmens her keinen Gewinn geben wird sondern wohl fast ausschliesslich Verlust, die späteren Veröffentlichungen können nur einen kleinen Bruchteil der Kosten decken, Ziel ist ja die Produktion von Erkenntnis, und die Gesellschafter erwarten ja keinen Gewinn aus Ihren Einlagen, sondern lediglich "immateriellen Gewinn" aus den erarbeiteten Erkenntnissen. Ist dieser Umstand denn nicht für eine "normale" Firmenführung ein Problem? Gibt es so etwas wie Gemeinnützigkeit oder non-profit auch bei Einzelfirmen oder GmbHs...? In welcher Rechtsform werden Forschungsinstitute eigentlich üblicherweise geführt?

Danke im Voraus noch für die Abklärung meiner Nachfrage!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.06.2010 | 09:13

Sehr geehrter Ratsuchender,

nein, als Forschungsinstitut werden Sie es sicher nicht sehen können. Diese habe zwar verschiedene Rechtsformen, je nach Angliederung z.B. an Universitäten.

Nach Ihrer Schilderung sollen aber Hörbücher und CDs auch produziert werden. Da diese dann sicherlich nicht kostenlos verteilt werden, ist auch davon auszugehen, dass eine Gewinnerzielungsabsicht besteht.

Diese Absicht reicht. Ob tatsächliche Gewinne erzielt werden oder zunächst nur Verluste eingefahren werden, ist dabei egal.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 28.06.2010 | 09:23

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Stellungnahme vom Anwalt:
"vielen Dank für Ihre schnelle und fundierte Antwort!" schreibt der Ratsuchende - was bitte, soll dann diese Bewertung?
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