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Rechtsanwalt mit LL.M. werden?

26.07.2008 22:15 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Guten Tag!

Folgender Sachverhalt: Ich interessiere mich für ein rechtswissenschaftliches Studium an der FernUni Hagen. Leider bietet diese jedoch nur einen Studiengang mit dem Ziel des Bachelor of Laws an. Nach diesem einschlägigen Studium kann man durch ein konsekutives Studium noch den Master of Laws (LL.M.) erlangen.
Bedenken habe ich allerdings dahingehend, dass man mit dem LL.M. alleine kein Volljurist ist und somit auch nicht den Beruf des Rechtsanwaltes oder Richters ausüben darf. Da mich die Argumente bzgl. anderer Berufsfelder nicht vollständig überzeugen, würde ich nun gerne wissen, in weit es doch eine Möglichkeit gibt, nach dem Master of Laws noch Volljurist zu werden. Wäre hierfür wieder ein komplettes Studium der Rechtswissenschaft notwendig oder gibt es durch die Vorkenntnisse die Möglichkeit, die Staatsexamina beschleunigt abzulegen und die Befähigung zum Richteramt zu erhalten?
Vielleicht könnten Sie auch noch kurz etwas dazu sagen, wie Sie die Berufschancen für einen LL.M. sehen, wenn es keine (einfache, d.h. ohne ein erneutes komplettes Jurastudium) Möglichkeit geben sollte, danach noch Volljurist zu werden. Ich bin mir hier wirklich unsicher und kann mir nicht vorstellen, dass ein reiner LL.M. von Unternehmen gefragt ist, können diese doch auch einen "richtigen" Rechtsanwalt als Syndikus beschäftigen. Immerhin hat dieser ja die höherwertige Ausbildung (obwohl ein Syndikus meines Wissens den AG auch nicht vor Gericht vertreten darf, da er weisungsgebunden ist -> kein Vorteil zum LL.M. in dieser Hinsicht).

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem derzeit geltenden Recht können Sie mit dem genannten Bachelor-Studiengang kein Völljurist werden. Zwingende Voraussetzung dafür ist die Absolvierung des juristischen Vorbereitungsdienstes, der wiederum die 1. Juristische Staatsprüfung voraussetzt. Das Bachelor-Studium genügt jedoch nicht den – im deutschen Richtergesetz geregelten -Zulassungsvoraussetzungen für diese Prüfung.

Daran würde auch ein LL.M. nichts ändern. Dieser ersetzt nicht das berufsqualifizierende Examen. Für dieses reine postgraduierten Studium ist es noch nicht einmal Voraussetzung, dass Sie ein juristisches Studium vorweisen können. Auch mit einem Abschluss beispielsweise in Medizin könnten Sie den Abschluss LL.M. erwerben.

Ich persönlich halte wenig von dem Angebot der Fernuni Hagen. Nach Durchsicht der Studieninhalte kann ich den Vorteil zu einem klassischen Studium der Rechtswissenschaften nicht erkennen. Allenfalls ist dieses Studium etwas mehr auf die Anforderungen der Unternehmen ausgerichtet, bietet jedoch nicht die Spezialisierung wie etwa die Fachhochschulgänge Diplom-Wirtschaftsjurist oder Diplom-Steuerjurist, die auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich nachgefragt sind. Es gibt auf absehbare Zeit ein Überangebot an (durchaus qualifizierten) Volljuristen, das sich auch merkbar auf die Gehaltsstruktur auswirkt. Mir sind daher keine Vorteile ersichtlich, die ein Bachelor-Absolvent für potentielle Arbeitgeber haben könnte.

Bevor Sie sich für einen solchen Studiengang entscheiden, sollten Sie sich auch bewusst sein, dass Sie in einem juristischen Arbeitsumfeld stets als „Jurist 2. Klasse“ wahrgenommen werden würden.

Da es bei juristischen Bachelor-Studiengängen noch keine Absolventen gibt, läßt sich hinsichtlich der Perspektiven derzeit jedoch nur mutmaßen.

Rückfragen dazu jederzeit gerne.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 26.07.2008 | 23:13

Vielen Dank für die schnelle Antwort, die mir sehr weitergeholfen hat!
Nach Ihren Ausführungen bin ich mir nun sicher, dass ich das nicht will.
Dieser Studiengang hätte sich für mich nur insoweit angeboten als dass ich momentan im vierten Semester BWL studiere und leider erst zu spät gemerkt habe, dass mir der Umgang mit Recht viel mehr Spaß macht als mit irgendwelchen statistischen Rechnungen (wo mir zugegebenermaßen auch die Lehrveranstaltungen sehr schwer fallen und ich vermutlich nach einer gestrigen Klausur im letzten Versuch stehen werde). An der Fernuni hätte ich einen Großteil meines Studiums anerkannt bekommen, so dass kein großer Zeitverlust eingetreten wäre.
Außerdem könnte ich mich hier noch für's Wintersemester einschreiben, was beim rechtswissenschaftlichen Studiengang an meiner Heimatuni nun nicht mehr möglich ist. Und da man das Jurastudium dort nur zum WS beginnen kann, würde nun wieder ein Jahr ins Land ziehen, was meinem Lebenslauf sicher auch nicht gut täte.
Von daher bleibt mir nur die "Reue" für meine falsche Entscheidung vor zwei Jahren zu Gunsten des BWL-Studiums, welches ich dann letztendlich durchziehen muss.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.07.2008 | 23:38

Folgender kurzer Nachtrag auf Ihre Anmerkungen:

Mit einem abgeschlossenen BWL-Studium und einer zweijährigen Berufspraxis in diesem Bereich erfüllen Sie die Zulassungsvoraussetzungen für das Steuerberater-Examen. In diesem Beruf arbeiten Sie sehr viel mit Gesetzen/Richtlinien/Kommentaren und daher durchaus „juristisch“. Des Weiteren können Steuerberater Ihre Mandanten in Verfahren vor Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit und im steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahren vertreten.

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen bestätigen, dass die Tätigkeit des Steuerberaters (natürlich beschränkt auf den Bereich des Steuerrechts und die damit zusammenhängende rechtliche Annexberatung) mit der eines Juristen durchaus vergleichbar ist und dass eine Tätigkeit in diesem Bereich im Allgemeinen interessanter und vielseitiger ist, als weithin angenommen wird.

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