Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
501.814
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rechtrat in sozialen Fragen, was kan ich tun?

22.09.2018 15:57 |
Preis: 48,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

Zunächst möchte ich sagen, dass ich derzeit Regelleistungen nach dem Hartz IV erhalte.
Ich beziehe leider schon viel zulange Leistungen und versuche permanent aus dieser Spirale auszutreten, meine Bewerbungen von 2015 bis September 2018 habe ich knapp 250 Bewerbungen geschrieben, ständig bekomme ich die Aussage, ich sei überqualifiziert. Ich lege dem Jobcenter eine regelmäßige Arbeitsunfähigkeitsbescheinig von meinem Hausarzt bei, welcher auch weitere Atteste ausstellen kann, die meine Lage beschreiben.
Als Anmerkung möchte ich noch erwähnen, warum ich unverschuldet in diese Situation gekommen bin;
Ich leider unter einer schweren Posttraumatischen Belastungsstörung sowie eine schwere mittelgradige Depression.
Der Grund dafür ist folgender:
Die Traumatisierungen fanden seit 1998 statt, bei dem Zugunglück von Eschede. Wo meine damalige Partnerin Lebensgefährlich verletzt worden ist.

2005 Tod der Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit (Bruder). Der nach einem Fall auf dem Boden, ein irreparables Schäden-Hirn-Trauma erlitten hat.

2006 Tod der Mutter im häuslichen Umfeld an einem Herzinfarkt (reanimationsversuche meinerseits, waren ergebnislos).

2007 Tod meiner Lebensgefährtin, wir wollten Urlaub auf Ibiza machen, als ein LKW mir die Vorfahrt genommen hat und mich mit dem Fahrzeug mehrfach eine Böschung überschlug.

Durch das Aufsplittern der Beifahrer Schreibe, verletzte dies meine Lebensgefährtin erst lebensgefährlich, im Krankenhaus ist sie dann verstorben.

2008 habe ich meinen Vater an Lungenkrebs verloren.

2009 verlor ich meinen Bruder, ebenfalls bei einem Autounfall, bei dem auch seine Frau und das Kind die gestorben sind.

2010 starb mein bester Freund an Blutkrebs,

2016 / 2018 starben zwei meiner besten Kameraden der Bundeswehr bei einem Einsatz, in Afghanistan die ihr Leben Liesen. Ich selbst war auch 2x im Afghanistan, 2x Kosovo, sowie vier Monate als Blauhelmsoldat der Vereinten Nationen.

Bitte verzeihen Sie, dass ich Ihnen so viel Schreiben aber damit möchte ich deutlich machen, warum ich seither nicht arbeiten kann und rechtmäßig immer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Hausarzt erhalte.

Am Freitag, 21.09.2018 teile mir das Jobcenter mit, dass ich ausgegliedert werden soll und zukünftig Grundsicherung und kein Hartz IV mehr erhalte.

Außerdem soll ich eine Schweigepflichtentbindungserklärung für den Amtsarzt bzw. das Jobcenterabgeben.
Diese Entscheidung soll auch bringen, ob ich in die Grundsicherung falle oder gar eine Frührente bekommen sol.

Das würde für mich keinesfalls in Betracht kommen, da ich unbedingt wieder arbeiten möchte. Eine langsame Wiedereingliederung wäre nicht nur sinnvoll, es erlaubt mir Step-by Step mich auch eine langsame und sicher Widereingliederung ins Berufsleben. Ich bin einfach nur noch verzweifelt!!

Ich haben Ihnen das jetzt mal geschrieben, dass Sie einen ersten Eindruck bekommen. Aus gegeben Anlass möchte ich Sie daher bitten, können Sie mir einen Anwalt vor Ort oder könne Sie das auch ünernehmen.
Ich bin zum Glück auch Rechtsschuzversichert!

Darüber hinaus möchte ich Sie ersuchen, dieses Schreiben vertrauensvoll und nach geltenden Datenschutz-Grundverordnung zu behandeln. Eine Weitergabe dieser Vertraulichen Information ist nicht zulässig oder nach Rücksprache mit mir!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir diesbezüglich, einen Rat geben können,

Herzliche Dank und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

22.09.2018 | 17:33

Antwort

von


(1929)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

in Anbetracht der Tatsache, dass Sie bereits seit längerer Zeit arbeitsunfähig sind, ist das Vorgehen des Jobcenters grundsätzlich nachvollziehbar.

Einen Anspruch auf ALG II haben Sie nur dann, wenn Sie erwerbsfähig sind und daran bestehen offenbar erhebliche Zweifel.

In Anbetracht Ihrer Schilderungen ist auch es absolut nachvollziehbar, dass Sie derzeit wohl auch nicht in der Lage sind einer Erwerbsfähigkeit mit vollem Einsatz nachgehen können. Dass die Schicksalsschläge ersteinmal verarbeitet werden müssen, ist unbestritten.

Es wird deswegen darauf ankommen, in welchem Umfang Sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Aus diesem Grund kann ein Gutachten erstellt werden, was offenbar das Jobcenter auch anstrebt.

Solange Sie nach wie vor von Ihrem Arzt arbeitsunfähig geschrieben werden, wird die Anforderung des Gutachtens auch berechtigt sein und im Zuge dieser Gutachtenerstellung ist die Schweigepflichtsentbindungserklärung abzugeben.

Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, welchen Umgang diese hat. Es darf sich diese nur auf die derzeitige Situation beziehen und nicht allumfassend sein.

Zu dem angeforderten Antrag auf Grundsicherung sollten Sie keine Stellung nehmen und schon gar nicht zu einem Rentenantrag. Letzteren müssen Sie auch gar nicht stellen, wenn die Altersrente wegen der Abschläge erhebliche laufende Einbußen hätten.

Sie können zu den Anträgen auch gar keine Stellung nehmen, weil Sie ja davon ausgehen, dass Sie arbeiten können, aber derzeit eben nur eingeschränkt. Aber die Stundenzahl wird wohl mehr als drei Stunden täglich betragen, so dass für die Grundsicherung ohnehin kein Raum ist.

Sie sollten das Gespräch mit dem Jobcenter suchen und Wiedereingliederungsmaßnahmen einfordern.

Soweit Sie mitteilen, dass Sie unbedingt arbeiten wollen, müssen Sie dieses natürlich auch mit Ihrem Arzt besprechen. Unter Umständen kann Ihnen dieser auch eine begründete Einschätzung schriftlich geben, dass Sie die Wiedereingliederung auch bewältigen können, was natürlich auch Voraussetzung für die Wiedereingliederung ist.

Ihre Absicht, einen Anwalt zu beauftragen ist sicher der richtige Weg. Die Unterstützung wird Ihnen auch helfen.

Bei der Rechtsanwaltskammer in Ihrem Wohnort wird man Ihnen auch Anwälte nennen können. Sie können sich dort direkt mit diesen In Verbindung setzen und klären, wer Ihre Vertretung übernehmen kann.


Ich wünsche Ihnen alles Gute.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Nachfrage vom Fragesteller 22.09.2018 | 17:58

Guten Tag Frau Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Fragestellung.

Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass ein solches Gutachten grundsätzlich nachvollziehbar ist.

Ich bin 37 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung, Abitur und möchte gerne noch mein Leben genießen.

Insofern stelle ich die Frage, ob es einen Rechtsanspruch von Seiten des Jobcenters gibt, welche eine solche Begutachtung in Auftrag geben darf oder habe ich diesbezüglich nicht auch das Recht, dem nicht zuzustimmen bzw. es zu verweigern.

Besteht die Möglichkeit das Gutachten nicht vornehmen zu lassen, kann da ein Rechtsanwalt vor Ort mir dabei helfen?

Welchen Anwalt bzw. Fachgebiet können Sie mir empfehlen bzw. welcher wäre in diese Sache zuständig?

Welches Ziel kann ein solches Gutachten für mich haben (pro-kontra)

Kann ich diese Begutachtung widersprechen oder gar ablehnen?

Wenn das Schreiben von Seiten des Jobcenters kommt, sollte ich unbedingt mit einem Rechtsanwalt kontakt aufnehmen, oder was meinen Sie?

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.09.2018 | 19:32

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie können die Begutachtung ablehnen, gegen die Anordnung seitens des Jobcenters können Sie zudem Widerspruch einlegen. Dann wird es voraussichtlich auf ein sozialgerichtliches Verfahren hinauslaufen.

Für Begründung der Ablehnung einer Begutachtung müssen Sie darlegen, dass Ihre Aissichten einer Erwerbstätigkeit vorhanden sind; nur derzeit und auch nur vorübergehend krankheitsbedingt die Einschränkung gegeben ist.

Zudem haben Sie sich auf verschiedene Stellen beworben.

Ihr Arzt sollte zur Unterstützung Ihrer Argumentation bestätigen, dass Sie beruflichen Anforderungen auch gewachsen sind.

Leider ist mir nicht bekannt, seit wann Sie arbeitsunfähig geschrieben wurden. Sie haben sich noch im September beworben, so dass Sie auch darauf abstellen sollten.

Sollten Sie die Aufforderung vom Jobcenter erhalten, beauftragen Sie einen Anwalt. Dieser sollte Erfahrungen in sozialrechtlichen Verfahren haben. Wenden Sie sich insoweit an die Rechtsanwaltskammer in Ihrer Stadt.

Bei dem Gutachten besteht die Möglichkeit, dass Ihre Leistungsfähigkeit mit mehr als drei Stunden angenommen wird; dann sind Sie weiter leistungsberechtigt. Können Sie nur weniger als drei Stunden arbeiten, sind Sie erwerbsunfähig und Leistungen werden nicht weiter erfolgen. Allerdings können Sie auch gegen das Gutachten vorgehen.

Bitten Sie auch Ihren Arzt um Unterstützung.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Wir
empfehlen

Hartz 4 Bescheid kostenlos prüfen

Wir überprüfen kostenfrei Ihren Hartz 4 oder JobCenter Bescheid zum Arbeitslosengeld 2. Viele Bescheide sind fehlerhaft - wir verhelfen Ihnen zu Ihrem Recht!

Jetzt loslegen
ANTWORT VON

(1929)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Kaufrecht, Strafrecht, Vertragsrecht, Sozialrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64651 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde ausführlich und sogar noch mitten in der Nacht beantwortet. Top Empfehlung und vielen Dank für die schnelle Hilfe! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich kann die Anwältin sehr empfehlen, meine Fragen würden so beantwortet wie ich es mir vorgestellt habe. So ausführlich wie nötig, so wie möglich. Sehr gut. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens ...
FRAGESTELLER