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Rechtliche Lage bei geschenktem Tier?!


| 27.07.2007 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Helzel



Guten Tag.

Ich wolte Ihren Rat für folgende Gegebenheit erbeten:

Die Bäuerin eines Bauernhofs hatte eine Wurf mit zwei Katern und einer Katze wovon sie nur die Katze verschenken wollte. Wir wollten jedoch zwei Tiere und die Bäuerin schenkt uns nach reichlicher Überlegung dann einen Kater und die besagte Katze. Dazu muss man sagen, dass sie sehr wortkarg war. Sie nahm das Wort "schenken" nie in den Mund aber sie wollte auch kein Geld für die Tiere.

Zu Hause dann stellten wir leider schnell fest, dass sich Kater und Katze nicht verstanden und suchten nach einer Lösung. Eine Freundin war an der Katze interessiert und bot an sie zu sich zu nehmen. Aus Unsicherheit über die rechtliche Lage kontaktierten wir dann die Bäuerin um ihr die Lage zu schildern. Daraufhin forderte sie unverzüglich beide Tiere zurück.

Sind wir nun rechtlich dazu verpflichtet beide Tiere an die Bäuerin zurückzugeben? Sie hat uns die Tiere geschenkt welchen Besitzanspruch haben wir dadurch?

(Die Tiere leben dort in freier Natur (Bauernhof) sind nicht geimpft/kastriert/tättowiert wie ist die rechtliche Lage grundsätzlich bei solchen Katzen? Wessen "Eigentum" sind sie?)

Über eine schnelle Antwort würde ich mich wirklich sehr freuen!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

so wie Sie den Fall schildern, ist von einer rechtswirksamen Schenkung der Katzen an Sie auszugehen. Grundsätzlich ist natürlich zu beachten, wie die Bäuerin sich zum Zeitpunkt der Übergabe der Katzen an Sie, geäußert hat. Hätte diese bspw. erwähnt, die Katzen irgendwann zurück haben zu wollen, läge ggf. nur ein Leihverhältnis vor. Dies schließe ich jedoch aus, da es völlig unüblich wäre. Solange die Schenkung auch nicht unter Vorbehalt oder einer Auflage erfolgte, besteht kein Rückforderungsrecht.

Sie können sich die Schenkung rechtlich vorstellen wie einen Kaufvertrag, nur ohne Bezahlung der Sache. An einem Kaufgegenstand erlangen Sie Eigentum, sobald Sie Ihnen die Sache vom Verkäufer vorbehaltlos übergeben wird, § 929 BGB . Entsprechend verhält es sich mit der Schenkung.

Die Katzen sind mit Übergabe an Sie, in Ihr Eigentum übergegagangen (Vollzug der sog. Handschenkung), so dass Sie nun selbst bestimmen können, ob Sie die Katze an die Freundin geben wollen. Gesetzlich normierte Rückforderungsrechte sind nicht einschlägig. Eine Rückgabeverpflichtung an die Bäuerin ist aus Ihren Schilderungen nicht ersichtlich.

Bezüglich der auf dem Bauernhof lebenden Katzen ist davon auszugehen, dass diese im Besitz und damit auch im Eigentum des Bauern stehen, § 1006 BGB. Auch wenn sich die Katzen grds. frei bewegen, handelt es sich nicht um Wildkatzen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung geben konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Helzel
- Rechtsanwältin –

Tel. 09831/8908-0
Fax 09831/8908-19

info@123kanzlei.net

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort die von Ihnen geschilderten, wesentlichen Aspekte des Falles umfasst, jedoch weitere Tatsachen relevant sein können, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Diese Plattform ist lediglich geeignet, eine erste Einschätzung zu geben, kann jedoch die persönliche Beratung eines Anwalts vor Ort nicht ersetzen.

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2007 | 16:20

Wir haben die Kätzchen jetzt auf den Druck der Bäuerin und ihrer immer wiederkehrenden Behauptung, dass sie ihr Eigentum wären und wir sie zurückzugeben haben, wieder zum Bauernhof gefahren.

Aber nach Ihrer grandiosen Antwort wendet sich das Blatt für uns nun ja komplett!!! :-)

Heißt dass nun wir können sofort wieder hinfahren und unsere Lieblinge zurückholen? Wie können wir weiter vorgehen wenn sie uns die Kätzchen nicht mehr aushändigt? Welche weiteren juristischen Schritte stehen uns dann zur Verfügung?

Wir sind Ihnen für Ihre überaus schnelle und kompetente Antwort sehr sehr dankbar!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.07.2007 | 08:54

Sehr geehrte Fragestellerin,

rechtlich gesehen haben Sie einen Herausgabeanspruch ggü. der Bäuerin. Diesen können Sie zunächst selbst oder per anwaltlichem Schreiben äußern. Ob diese die Katzen jedoch freiwillig herausgibt, steht auf einem anderen Blatt.
Sofern diese die Herausgabe verweigert, können Sie Ihren Anspruch nur im Wege der Herausgabeklage gelten machen.
Ob Sie diesen zeitlich und finanziell aufwändigen Weg beschreiten wollen, müssen Sie selbst beurteilen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Vielleicht senden Sie mir eine kurze E-Mail-Mitteilung, ob Sie erfolgreich waren.

Mit freundlichen Grüßen

Helzel
- Rechtsanwältin -

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Wir bedanken uns für Ihre schnelle und kompetente Antwort und hoffen unsere Lieblinge dank Ihrer Hilfe schnell wieder zu Hause zu haben... "
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