Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rechtliche Folgen, wenn man einer minderjährigen Person unterschlupf gewährt

| 01.09.2018 22:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Entziehung Minderjähriger

Wenn eine Person 14 Jahre alt von Zuhause ausreisst (problematischer haushalt, die Person zieht bald in eine WG (Jugendamt), sie geht freiwillig und es war ihre Idee von Zuhause weg zu gehen) und bei einem freund 16 Jahre alt unter kommt, wie sehen die Rechtlichen Folgen für den Freund und seine Eltern (andere Wohnung im selben haus) aus:
1. Wenn die Eltern (bei denen sie unterkommt) davon wussten, dass sie ausgerissen ist
2. Wenn sie es nicht wussten
und nicht die Polizei verständigt wurde, sie aber dann gefunden wird?

Vielen Dank im voraus für die Antwort :)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da Unwissenheit leider nicht vor Strafe schützt, ist dies Entziehung Minderjähriger.

§ 235
Entziehung Minderjähriger
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

…..

2.
ein Kind, ohne dessen Angehöriger zu sein,
den Eltern, einem Elternteil, dem Vormund oder dem Pfleger entzieht oder vorenthält.

die Tat wird allerdings nur auf Antrag verfolgt oder bei besonderem öffentlichen Interesse (Abs. 7):
(7) Die Entziehung Minderjähriger wird in den Fällen der Absätze 1 bis 3 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Somit müssten also die Sorgeberechtigten Anzeige gegen Sie erstellen.

Dass sie es nicht wussten, wäre ggf. strafmildernd, allerdings ist es unerheblich, da ein Minderjähriges Kind so oder so bei Eltern zu wohnen hat (und die Aufnehmer dies hätten wissen müssen). Daher wird man hier kaum positive Argumente finden.

Informieren Sie also schnell die Eltern bzw. das Jugendamt und holen sich eine Genehmigung und/oder bringen sofort das Kind nach Hause.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.09.2018 | 00:32

Bei 2. geht es um Kinder und die Person gilt gesetzlich doch als jugendliche/junge person (mit 14) oder sehe ich das falsch? Zudem besteht ja keine gewalt, sie wird nicht festgehalten oder darf keinen kontakt haben, das geht nur von der person selbst aus, oder spielt das keine rolle?

Weiter wird sie zuhause extrem schlecht behandelt (psychische misshandlung, vernachlässigung, ggf auch physische gewalt), sie hat bereits mehrmals versucht sich umzubringen, sie verlässt ihr zimmer nur nachts, weil sie angst vor ihren eltern hat, trinkt/isst manchmal länger nichts deswegen, ihre eltern wollen ihre tür aushängen und ihr die vorhänge nehmen, wodurch sie überhaupt keine privatsphäre mehr hätte, in ihrem zimmer ist giftiger schlimmelpilz an der wand und es ist ihren eltern egal
In die WG über das Jugendamt, kommt sie erst in ein paar wochen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.09.2018 | 12:29

Entschuldigung, da hat mein Handy den 1. Absatz geschluckt, ich wollte auch Absatz 1 Posten, der für Kinder auch über 14 gilt. Hier müsste aber Ihnen nachgewiesen werden, dass Sie eine gewisse List anwenden, also das Kind beeinflussen und fehlerhaft überzeugen. Ich gehe nicht davon aus, dass ein Antrag der Kindesmutter erfolgt, wenn es einer derartigen Gewalt ausgesetzt wird. Aber leider dürfen Sie nicht entscheiden, was das Wohl des Kindes ist.
Das obliegt alleine dem Jugendamt. Das Kind kann von denen immer zu jederzeit kurzfristig aufgenommen werden. Hier gibt es auch Einrichtungen oder Pflegefamilien.

Zudem gebe ich zu bedenken, dass unabhängig vom Strafrecht auch eine Herausgabeklage vor dem Familiengericht erfolgen kann und damit Sie ggf. Kosten zu tragen hätten. So schwer es fällt, aber es ist nunmal nicht ihr Kind und daher müssen Sie Experten hinzuziehen - wenn hier entscheiden wird, dass sie vorübergehend bleiben kann, ist das ok, sonst nicht. Die Bewertung obliegt aber der Behörde.

Bewertung des Fragestellers 02.09.2018 | 14:48

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle Antwort auf die Frage sowie Rückfrage, obwohl es Wochenende ist und nur der Mindestsatz geboten wurde :)
Sie haben mir sehr weiter geholfen."
Stellungnahme vom Anwalt:
Das freut mich sehr, ich halte die Daumen für das Kind. Sollte es Probleme geben, gerne melden!
FRAGESTELLER 02.09.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69580 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und klare Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle und ausführliche Antwort. Dankeschön. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnelle, kompetente Antwort hervorragende Beratung ...
FRAGESTELLER