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Rechtlich von Eltern trennen?

02.03.2020 02:37 |
Preis: 30,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Bernhard Müller


Sehr geehrte Anwälte*innen,

ich würde gerne wissen, ob es möglich ist, mich in allen rechtlichen belangen von meinen sogenannten Eltern (nennen wir sie B. und A.) quasi scheiden zu lassen.

Ich wurde von klein auf von ihnen misshandelt und werde das auch heute noch (zumindest versuchen sie es), wenn auch anders als früher. Ich würde jeglichen Kontakt vermeiden, wohne aber zur Zeit noch notgedrungen bei ihnen zur Untermiete.
Ich würde ins Frauenhaus o.Ä. gehen, schaffe es aber mittlerweile, praktisch jeden Kontaktversuch zur unterbinden und kann alle Gelegenheiten vermeiden, in denen sie mich misshandeln könnten.
Eine Anzeige wäre mit Sicherheit erfolglos.

Etwas mehr Kontext, ich bin 27, autistisch und psychisch krank (PTSD, OSDD eben wegen dem elterlichen Missbrauch) und daher erwerbsunfähig und mir wurde von der Eingliederungshilfe eine Sozialarbeiterin zur Seite gestellt. Einen Antrag auf rechtliche Betreuung habe ich auch gestellt, warte aber noch immer auf eine Rückmeldung.

Vor kurzem musste ich von ALG2 auf Grundsicherung wechseln. Dabei wurde ich von einer Psychiaterin der Rentenkasse untersucht und als dauerhaft und seit Geburt an (das ist der wichtige Punkt) als erwerbsunfähig eingestuft.
Bei seit Geburt vorliegender Erwerbsunfähigkeit/ Behinderung besteht auch bei Kindern über 25 Anspruch auf Kindergeld und Aufnahme in die Familienversicherung. Dazu, beides zu beantragen, wurde ich dann auch vom Amt gedrängt. Ich habe die Situation der Sachverständigen erklärt, was aber nicht viel gebracht hat.
Um das Kindergeld, was ja von B. und A. beantragt werden müsste, bin ich vorerst herumgekommen, werde mich aber später nochmal damit auseinandersetzen müssen. Um die Familienversicherung aber nicht. Die Krankenkasse hat lediglich eine Auskunftssperre B. und A. gegenüber.

Es ist absolut unzumutbar für mich, in irgendeiner Form von B. Und A. abhängig zu sein. Es ist insgesamt einfach extrem belastend, irgendwie an sie gebunden zu sein, ob durch die Versicherung, Kindergeld, falls ich irgendwie einmal für sie aufkommen muss, oder einfach, ständig deren Finanzen mit angeben zu müssen und somit mit denen reden zu müssen.
Mir ist bewusst, dass ich dann jeglichen Anspruch auf ein Erbe verlieren werde, aber das ist mir herzlich egal.
Kurz, ich möchte einfach absolut keinen Kontakt und keinerlei Bindung mehr an B. und A..
Sobald ich eine eigene Unterkunft habe, werde ich sie nie wieder sehen. Wenn eine Auseinandersetzung unbedingt nötig sein sollte, würde ich mich vertreten lassen. Ich will nicht, dass sie wissen, wo ich wohne oder wie ich heiße, wenn ich meinen Namen ändere. Ich will nicht, dass sie irgendwie Kontakt mit mir aufnehmen können, oder dass sie bei irgendeiner Behörde Auskunft über mich verlangen können. Ich will nicht, dass sie ein Besuchsrecht im Krankenhaus haben oder über mich entscheiden können im Falle eines Komas/ Krankheit/ Pflegefall, etc..

Ich will, dass sie von allen Parteien wie mir komplett fremde, nicht verwandte Menschen behandelt werden. Und in Anliegen wie den obigen möchte ich, dass die Behörden mich behandeln, als hätte ich keine Eltern, als wären diese verstorben o.Ä., sprich, dass ich keine Angaben machen muss und B. Und A. schon gar nicht persönlich in irgendeinen Prozess mit einbezogen werden.
Ist das irgendwie möglich?
Ich habe auch gelesen, dass es unter gewissen Umständen möglich ist, den eigen Familiennamen gerichtlich ändern zu lassen (ich werde ziemlich sicher nie heiraten). Zum Beispiel, wenn dieser eine Belastung darstellt. Wäre hier ein solcher Fall gegeben?

Mit freundlichen Grüßen,
N

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Änderung des Familiennamens ist nach § 3NamÄndG nur möglich, wenn es einen wichtigen Grund dafür gibt. Ein solcher Grund ist hier nicht gegeben.
Zum einen belastet Sie nicht, dass A und B zufällig den gleichen Nachnamen wie Sie haben, sondern, dass Sie rechtlich mit denen Verwandt sind. Diese Verwandtschaft würde durch eine Namensänderung nicht beendet werden. Sie wären trotz der Namensänderung noch rechtlich mit A und B verwandt.
Zum anderen schreiben Sie selbst, dass eine Anzeige mit Sicherheit erfolglos wäre. Sie könnten also den wichtigen Grund unterstellt es gäbe ihn nicht beweisen.

Eine Scheidung von den Eltern ist nach deutschem Recht nicht möglich. Sie können immer nur einzelne Maßnahmen durchführen, wie zum Beispiel ein Verbot Auskünfte an A und B zu erteilen.

Für den Krankheitsfall können Sie eine Patientenverfügung erstellen und jemand anderen bestimmen, der über Sie entscheidet, wenn Sie nicht mehr selbst dazu in der Lage sind. A und B können die Entscheidungen dann nicht treffen, weil Sie bereits volljährig sind und jemand anderes in der Patientenverfügung steht.

Eine Scheidung, die die Verwandschaft im Rechtssinn beendet, ist jedoch nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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