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Rechte des Vater´s bei minderjähriger Mutter

19.11.2012 16:16 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Folgender Sachverhalt:

Vater (27) volljährig und Mutter (17) minderjährig.
Das Kind wurde im Dezember 2011 geboren.
Seit der Geburt des Kindes besteht Vormundschaft durch das Jugendamt.
Im Monat Juni wurde die Vaterschaft anerkannt und gerichtlich bestätigt.

Im Oktober kam das Kind mit Zustimmung der Mutter zu einer Pflegefamilie. Darüber wurde niemand informiert, also auch nicht der Vater.

Nun die Frage:

Kann der Vater sich gegen die Mutter und den Vormund des Jugendamtes wehren und das Kind zu seiner Familie nehmen?

Kann der Vater überhaupt entscheiden, wo sich sein Kind aufhält?

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Sehr geehrter Fragensteller,

hier bei frag-einen-awalt.de erhalten Sie eine Erstberatung, die allein auf den Angaben in Ihrer Frage beruht und die dazu dient, Ihnen eine erste rechtliche Einschätzung zu Ihrer Angelegenheit zu geben.

Im Familienrecht gilt grundsätzlich, dass die Eltern für das Kind Sorgeberechtigt sind. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, so greift § 1626a BGB.

Demnach hat die Mutter das Sorgerecht, solange nicht die Eltern erklärt haben, die Sorge gemeinsam übernehmen zu wollen oder einander heiraten.

Ein automatisches Sorgerecht durch die Vaterschaftsanerkennung hingegen gibt es nicht.
Es ist also in Ihrem Falle eine gemeinsame Sorgeerklärung der Eltern nötig.
Diese wird beim Jugendamt abgegeben.

Faktisch heißt das für Sie, dass Sie mit der Mutter Ihres Kindes zum Jugendamt gehen müssen, und eine gemeinsame Sorgerechterklärung abgeben müssen.

Da die Mutter noch beschränkt geschäftsfähig ist, gilt außerdem § § 1626c Abs. 2 BGB. Hiernach bedarf es für die Sorgeerklärung der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters der Mutter Ihres Kindes. Normalerwiese sind dies die Eltern der Mutter als deren Sorgeberechtigte.
Diese müssen also grundsätzlich auch einverstanden sein.

Weiter gilt nach dieser Norm folgendes: Das Familiengericht muss, wenn die Eltern der Mutter nicht zustimmen, diese Zustimmung zur Sorgeerklärung ersetzen, wenn das dem Wohl der Mutter als Minderjährige nicht widerspricht.

Das bedeutet also, wenn die Mutter mit Ihnen das gemeinsame Sorgerecht erklären möchte, dann können Ihre Eltern nur dann wirksam dies verhindern, wenn es dem Wohl der Mutter widerspricht.

Nun stellt sich allerdings die Frage, was passiert, wenn die Mutter keine gemeinsame Sorge mit Ihnen erklären möchte.

Beachtlich ist hierzu der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juli 2010, (Az.: 1 BvR 420/09) mit folgendem Leitsatz:
"Es verletzt das Elternrecht des Vaters eines nichtehelichen Kindes aus Art. 6 Abs. 2 GG, dass er ohne Zustimmung der Mutter generell von der Sorgetragung für sein Kind ausgeschlossen ist und nicht gerichtlich überprüfen lassen kann, ob es aus Gründen des Kindeswohls angezeigt ist, ihm zusammen mit der Mutter die Sorge für sein Kind einzuräumen oder ihm anstelle der Mutter die Alleinsorge für das Kind zu übertragen."
Seitdem können, Väter auch die gemeinsame Sorge für ihr Kind oder die Alleinsorge beantragen, wenn dies dem Wohl des Kindes entspricht. Der Antrag ist beim Familiengericht zu stellen.

Sollte Ihnn auf diesem Wege dann vom Familiengericht das Sorgerecht zugesprochen werden, so können Sie das Kind zu Ihrer Familie nehmen und auch über dessen Aufenthaltsort entscheiden.

Zuvor ist dies leider nicht möglich, weil Sie wie gesagt nicht automatisch sorgeberechtigt sind.

Ich empfehle Ihnen vor diesem Hintergrund, zunächst das Gespräch mit der Kindesmutter zu suchen und zu klären, ob sie gegebenenfalls doch zur gemeinsamen Sorge bereit ist und diese erklären würde. Der nächste Weg währe dann zu Ihren Eltern, notfalls dem Vormundschaftsgericht und dann zum Jugendamt zur Sorgeerklärung.

Klappt das nicht können Sie die gemeinsame Sorge oder die Alleinsorge mit anwaltlicher Hilfe beim Familiengericht beantragen.
Hierzu wird demnächst, wohl Anfang 2013, ein neues Gesetz in Kraft treten. Den Antrag bei Gericht können Sie aber auch schon jetzt stellen.

Ob es dem Kindeswohl entspricht, wenn Sie das Sorgerecht bekommen kann ich auf Grund Ihrer wenigen Sachverhaltsangaben nicht beurteilen. Das wird dann aber der/die Anwalt/Anwältin tun, die Sie mit dem Antrag beauftragen.

Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, können Sie hier einmalig kostenfrei Nachfragen. Für darüber hinausgehende weitere Fragen stellen Sie entweder eine neue Frage ein oder beauftragen Sie direkt eine Anwältin oder einen Anwalt hiermit.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend und alles Gute!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Luisa Milazzo, Rechtsanwältin

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