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Rechte an gemeinsamer Wohnung beim Getrenntleben

| 26.10.2015 14:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Die Wohnung gehört beiden Eheleuten zur Hälfte. Die Frau wohnt darin mit den zwei Kindern. Der Mann ist ausgezogen. Kann der Mann ohne Beitragen der Frau Aktionen durchführen wie:
- Kredit aufnehmen mit der Wohnung als Sicherheit?
- Seinen Anteil verkaufen?
- Zwangsversteigerung veranlassen?
- Sonstige für die Frau nachteilige Aktionen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Da die Wohnung den Eheleuten je zu 1/2 gehört, hat der Ehemann, auch wenn er aus der Wohnung ausgezogen ist, selbstverständlich noch Rechte und Ansprüche bezüglich der Wohnung.

Ein Gesichtspunkt ist aber vorweg zu erwähnen: Da der Ehemann aus der Wohnung ausgezogen ist, steht der Frau und den beiden Kindern die Wohnung allein zur Nutzung zur Verfügung. Der Ehemann hat nicht das Recht, beispielsweise ungefragt die Wohnung aufzusuchen.


2.

Wenn der Ehemann ein Darlehen aufnehmen möchte, und als Sicherheit eine Hypothek oder Grundschuld auf das Hausgrundstück eingetragen werden soll, bedarf es hierzu der Zustimmung der Ehefrau. Erteilen sie ihre Zustimmung nicht, kann das gesamte Hausgrundstück nicht mit einer Hypothek oder Grundschuld belastet werden.

3.

Rein theoretisch kann der Ehemann seinen hälftigen Miteigentumsanteil an einen Dritten verkaufen. Allerdings ist das eher eine theoretische Erwägung, da niemand ein ernsthaftes Interesse haben dürfte, das hälftige Miteigentum an dem Hausgrundstück zu erwerben, ohne einen Nutzen davon zu haben.


4.

Da der Ehemann zu 1/2 Miteigentümer des Hausgrundstücks ist, hat er die Möglichkeit, zum Zweck der Teilung die Zwangsversteigerung, die man in diesem Fall Teilungsversteigerung nennt, zu beantragen. Das Haus ist nicht teilbar, gehört aber den Eheleuten je zur Hälfte. Zur Auseinandersetzung gibt es drei Möglichkeiten:

Entweder überträgt der Ehemann seiner Frau seinen hälftigen Miteigentumsanteil und die Frau zahlt an ihn die Hälfte des Verkehrswerts, eventuell abzüglich bestehender Verbindlichkeiten.

Auch umgekehrt besteht natürlich die Möglichkeit, dass die Ehefrau ihren hälftigen Miteigentumsanteil ihrem Ehemann überträgt und er zahlt an sie den hälftigen Verkehrswert.

Kommt keine dieser beiden Möglichkeiten, zum Beispiel aus finanziellen Gründen, in Betracht, besteht die Möglichkeit, dass sich die Eheleute einigen, das Haus auf dem freien Markt zu verkaufen. Sie teilen sich dann den Verkaufserlös, wiederum abzüglich der bestehenden Verbindlichkeiten.

Wenn keine dieser Möglichkeiten zustandekommen sollte, beispielsweise weil sie sich weigern, gemeinsam mit dem anderen Ehegatten das Haus zu verkaufen, kann der Ehemann die Teilungsversteigerung einleiten.

Dann wird das Haus versteigert und der Erlös geteilt. Wenn die Teilungsversteigerung zur Sprache kommen sollte, sollte man unbedingt erwägen, das Haus freihändig zu verkaufen. Sie werden dann beide einen höheren Ertrag aus dem Verkauf erzielen als aus der Teilungsversteigerung.


5.

Jedenfalls wird man bezüglich des Hausgrundstücks irgendeine Lösung zur Auseinandersetzung finden müssen.

Die oben aufgeführten Möglichkeiten stehen den Eheleuten zur Auswahl.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2015 | 18:10

Die Frau möchte das Haus ja auf jeden Fall behalten und wäre zu einem vernünftigen Teilungsdeal bereit, während der Mann darauf abzielt, sie aus der früheren gemeinsamen Heimat herauszuzwingen.. Hat sie im Zuge einer durch den Mann mutwillig betriebenen Zwangsversteigerung im Vorfeld oder im Versteigerungsverfahren ein Vorkaufsrecht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2015 | 20:10

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Ein gesetzliches Vorkaufsrecht gibt es für Ehegatten nicht.

Damit bleibt nur die Einigung. Kommt es nicht zu einer Verständigung, wird letztlich nur die Teilungsversteigerung bleiben. Die Eheleuten müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass das die finanziell schlechteste Lösung ist.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 26.10.2015 | 18:01

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FRAGESTELLER 26.10.2015 4,8/5,0
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