Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Recht der Hausfrau+Haushaltsgeld

16.07.2012 14:19 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Seit ca 4 Jahren wird mein Mann immer schwieriger. Er sperrte Kreditkarte und Kontozugang (wohlgemerkt nicht weil ich zuviel Geld ausgegeben habe, sondern weil ich Geld ausgegeben habe, für den Haushalt oder unsere studierende Tochter, das ich mir vorher nicht von ihm genehmigen ließ) Es handelte sich keinesfalls um große Beträge.Es handelte sich um Beträge Z.B. Für den Einkauf von Waschmitteln, Lebensmitteln die gerade fehlten, kleine Kleidungsstücke für die Tochter oder Ersatzteile oder Reparaturen im Haushalt. Wir sind seit 25 Jahren verheiratet und ich habe seit vielen Jahren den Haushalt von meiner Frührente bestritten, während er die Kosten für die Wohung und das Auto von seinem Geschäftsführergehalt zahlte und den Rest bunkerte. Vor einiger Zeit stellte ich fest, dass er Auslandskonten eingerichtet hat und das gesamte Guthaben dorthin transferierte. Daraufhin hörte ich auf, den Haushalt zu finanzieren und forderte ihn auf, für Lebensmittel und Nebenkosten zu sorgen. Weil er mir aber kein Geld geben wollte, kaufte er selber ein. Allerdings nur das, was er sich vorstellte und aß. Das Vollkornbrot aß er nicht, daher sollte ich es selber kaufen, ebenso bestimmte Obstsorten und andere Lebensmittel. Wenn ich z.B dringend benötigte Waschmittel oder anderen Haushaltsbedarf von meinem Geld kaufte und ihn um Erstattung bat, beschimpfte er mich und verweigerte die Erstattung. Es ist doch wohl ein menschunwürdiger Zustand, sich den Kauf von Wasch- oder Lebensmittel genehmigen lassen zu müssen!

Trennung wäre sicher der richtige Weg, aber dazu fehlen mir die finanziellen Mittel, weil ich ja über viele Jahre den Haushalt finanzierte und nichts zurückgelegt habe, in dem Bewusstsein, dass die Gelder, die er spart auch mir gehören. Nun ist das Geld im Ausland und er sagt klipp und klar: "Wenn du dich trennst, siehst du keinen Cent. Ich kann sofort im Ausland arbeiten, da versuch doch mal etwas zu bekommen!"
Die Frage ist eigentlich: wo und wie sind die wirtschaftlichen Rechte der Hausfrau geregelt. Welche Rechte habe ich und wie kann ich sie durchsetzen.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworten darf.

Bitte beachten Sie vorab, dass meine nachstehenden Ausführungen nur eine erste rechtliche Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben darstellen können.

Ihre Rechte ergeben sich aus den §§ 1360, 1360a BGB.

§ 1360 BGB lautet:

"Die Ehegatten sind einander verpflichtet, durch ihre Arbeit und mit ihrem Vermögen die Familie angemessen zu unterhalten. Ist einem Ehegatten die Haushaltsführung überlassen, so erfüllt er seine Verpflichtung, durch Arbeit zum Unterhalt der Familie beizutragen, in der Regel durch die Führung des Haushalts."

Ihr Ehemann ist also dazu verpflichtet, mit seinen Arbeitseinkünften und seinem Vermögen dazu beizutragen, dass die Familie unterhalten werden kann. Er muss also Familienunterhalt zahlen, damit Sie z.B. Essen und Waschmittel einkaufen können.

In welchem Umfang er Unterhalt zahlen muss, ergibt sich aus § 1360a BGB:

"(1)Der angemessene Unterhalt der Familie umfasst alles, was nach den Verhältnissen der Ehegatten erforderlich ist, um die Kosten des Haushalts zu bestreiten und die persönlichen Bedürfnisse der Ehegatten und den Lebensbedarf der gemeinsamen unterhaltsberechtigten Kinder zu befriedigen.

(2) Der Unterhalt ist in der Weise zu leisten, die durch die eheliche Lebensgemeinschaft geboten ist. Die Ehegatten sind einander verpflichtet, die zum gemeinsamen Unterhalt der Familie erforderlichen Mittel für einen angemessenen Zeitraum im Voraus zur Verfügung zu stellen."

Das bedeutet also, dass nicht nur seine kulinarischen Vorlieben befriedigt werden müssen, sondern eben auch ihre: Wenn Sie ein Brot oder Waschmittel kaufen möchten, dass ihm nicht passt, muss er Ihnen trotzdem dafür die finanziellen Mittel bereitstellen.

Weigert er sich, können Sie ihn vor Gericht auf Zahlung verklagen - zuständig wäre dann das Familiengericht.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Für eine weitergehende Beratung und Vertretung Ihrer Interessen stehe ich gerne zur Verfügung.

Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die unten genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.07.2012 | 15:31

Danke für die Anwort. Sie ist mir nicht präzise genug.
Aber ist es denn auch rechtens, wenn er zwar die Haushaltsführung fordert, aber den Einkauf selbst erledigt, weil er absolut kein Bargeld geben will?
Ist es nicht auch zur Haushaltsführung nötig, einen gewissen Bargeldbetrag zur Verfügung zu haben, der nicht für jeden Cent genehmigt werden muss? Wo bleibt denn da die Menschenwürde, wenn um der Kauf von Vollkornbrot erstitten werden muss.?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.07.2012 | 16:16

Wenn Ihr Mann den Einkauf selbst erledigen will, dann darf er das, muss dann aber an die Bedürfnisse der gesamten Familie denken, und darf nicht nur das einkaufen, was ER möchte.

Andernfalls muss er Ihnen eben von seinem Einkommen einen Betrag zur Verfügung stellen, von dem SIE einkaufen gehen können.

Für Ihre persönlichen Bedürfnisse gilt das ohnehin. Ihr Mann muss Ihnen Haushaltsgeld und Taschengeld für eigene Einkäufe zahlen. Wie hoch, das hängt von der Höhe seiner Einkünfte ab und müsste konkret geprüft werden.

Sie haben Recht, dass es kein Zustand ist, wenn Sie sich um den Einkauf von Brot streiten müssen. Die Alternative wäre eine gerichtliche Klärung - oder eine Trennung.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70922 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke sehr ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Die Beratung auf meine Frage erfolgte rasch und verständlich. Auch die Nachfrage wurde umgehend und dann relativ ausführlich und konkret beantwortet. Ich bin recht zufrieden, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Habe auch am späten Abend unerwartet die Frage innerhalb 1,5 h beantwortet bekommen, sehr verständlich. Meine Frage von 3/4 Seite wurde in 5-6 Zeilen konkret beantwortet, keine Ausflüchte. So möchte man es immer haben, auch wenn ... ...
FRAGESTELLER