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Recht auf Wandlung, Notebookkauf bei Internethändler


18.01.2007 17:57 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe gegen Ende 2005 einen Laptop über das Internet gekauft. Der Neupreis des Gerätes betrug damals 1356,94 Euro, incl. Versand und Versandversicherung.
Leider war die Freude gleich nach Eintreffen des Gerätes getrübt, da das Gerät mit einem defektem Laufwerk ausgeliefert wurde. Der Hersteller übernahm die vollen Kosten für die Reparatur. Im August 06 fiel dann das Display des Gerätes aus, den Defekt hat der Hersteller auch wieder endgeldfrei behoben. Nun ist das Display erneut defekt und ich habe versucht beim Händler mein Recht auf Wandlung geltend zu machen.

Der Händler gab mir als Antwort,
dass ich das Gerät auf eigene Kosten zu ihm einschicken solle, sowie, dass ich bedenken solle, dass ein Rücktritt zur Gutschrift nur zum Zeitwert des Gerätes erfolgen werde.

Der Zeitwert errechnet sich laut Händler wie folgt: „Es wird der Steuerliche Abschreibungszeitraum angesetzt: 36 Monate. Gerätepreis geteilt durch den Abschreibungszeitraum ergibt einen monatlichen Abschreibungsbetrag. Dieser monatliche Abschreibungsbetrag wird mit den genutzten Monaten multipliziert. Reparaturzeiten werden selbstverständlich nicht in Abzug gebracht.“


Da ich mit diesem Angebot nicht zufrieden war, habe ich erneut einen Brief an den Händler geschickt, in welchem ich ihn dazu aufgefordert habe, mir den vollen Kaufpreis zurück zu erstatten. Auch habe ich ihm mitgeteilt, dass ich keinerlei Versandkosten übernehmen werde, da der Erfüllungsort meiner Leistungen mein Wohnort ist.

Die erneute Antwort des Händlers fiel spartanisch aus.
Mir wurde mitgeteilt, dass beim Versandhandel „i.d.R. eine Schickschuld“ vorläge und der Leistungsort „ beim Verkäufer“ läge.
Des weiteren schrieb der Händler: „ Ein Rücktrittsfolge ist der Wertersatz für gezogene Nutzungen...wie schon dargestellt muss deshalb die Höhe der Gutschrift zunächst bestimmt werden.“


Nun meine Fragen:

1) Dies ist die Hauptfrage: Ist es richtig, dass mir der Verkäufer anstelle des damaligen Kaufpreises den Zeitwert des Gerätes ausbezahlt? / Ist die Zeitwertberechnung korrekt oder habe ich Anspruch auf mehr Geld?

Falls dies nicht richtig sein sollte, darf ich dann die Versandkosten und die Versandversicherung von der ersten Auslieferung auch einfordern, oder nur den eigentlichen Gerätepreis?

2) Muß ich die Versandkosten übernehmen, falls ich das Gerät zum Händler einschicken sollte? Oder ist tatsächlich der Erfüllungsort mein Wohnort, auch wenn es sich angeblich um eine „Schickschuld“ handelt und der Leistungsort „beim Verkäufer“ liegt?

3) Wie kann ich nun weiter vorgehen?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:


1.) Richtig ist, dass der Verkäufer Wertersatz für die durch die Nutzung eingetretene Verschlechterung leisten muss. Dies ergibt sich aus § 346 BGB. An der Berechnung des Wertersatzes, wie von Ihnen geschildert, gibt es auch nichts zu beanstanden.


2.) Auch beim Versandhandel handelt es sich um eine Schickschuld gemäß § 269 BGB.
Allerdings sollten Sie dem Verkäufer mitteilen, dass Sie die Versandkosten gemäß § § 437 Nr. 3 BGB als Schadensersatz neben dem Rücktritt gegen ihn geltend machen werden.


Ich hoffe ich konnte Ihnen behilflich sein und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin


Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.
Ergänzung vom Anwalt 18.01.2007 | 22:12

In Antwort 1) ist es natürlich der Käufer, der den Wertersatz leisten muss.
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