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Recht auf Verwendung eines Pseudonyms für einen Übersetzer

| 30.08.2009 12:13 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


16:40

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite seit Jahren als freier Übersetzer für größere Verlage. Nun habe ich das erste Mal für einen kleineren Verlag übersetzt, dessen Verlegerin fast alles in Eigenregie managt und leider mit vielem überfordert ist.

Wir haben den Normvertrag für den Abschluss von Übersetzungsverträgen abgeschlossen. Die Verlegerin hat meine einwandfreie Übersetzung fristgerecht erhalten. Sie selbst hat bis zur Durchsicht einige Monate verstreichen lassen. Nun scheint sie mit meiner Übersetzung nicht zufrieden, weigert sich aber, mir eine vollständige Liste ihrer Beanstandungen, wie nach dem Normvertrag vorgesehen, mitzuteilen. Für die Behebung von Beanstandungen darf ich laut Vertrag vier Wochen in Anspruch nehmen, erst dann ist es der Verlegerin nach dem Normvertrag überhaupt gestattet, Änderungen an meiner Übersetzung vornehmen zu lassen.

An diese vertraglichen Vereinbarungen hat sich die Verlegerin nicht gehalten. Stattdessen hat sie meine Übersetzung eigenhändig völlig verhunzt (Einfügung fachlicher Fehler, ungeschickter Formulierungen oder bloßer Synonyme), so dass ich mit dieser Übersetzung, die teilweise nicht mehr „meine“ ist, nicht in Zusammenhang gebracht werden will. Allerdings möchte ich auch nicht, dass die Verlegerin nachher ihren eigenen Namen unter die Übersetzung setzt.

Vielmehr möchte ich als Übersetzer unter einem Pseudonym genannt werden.
Um wenigstens noch etwas Einfluss auf die ästhetische Gestaltung der Übersetzung zu haben, müsste ich mich ferner darauf einlassen, der Verlegerin die lektorierte Textdatei „freizugeben“. Wohlgemerkt hat sie keine Beanstandungen binnen der Frist aufgelistet, sondern einfach in meinem Text auf übelste Weise gewildert und möchte nun, dass ich diesen verhunzten Text „freigebe“.

Folgende Fragen stellen sich mir nun:

1. Kann sich die Verlegerin weigern, mir ein Pseudonym zuzugestehen, auch wenn ich den Text „freigebe“?

2. Die Verlegerin möchte den Text in zwei Wochen in Druck geben. Wie kann ich im Vorfeld sicherstellen, dass sie tatsächlich vorher sowohl im Text den Namen des Übersetzers in das Pseudonym geändert hat, als auch die Angaben bei den Versandbuchhandlungen (Amazon, Libri etc.) – auf deren Websites ich schon als Übersetzer genannt bin - geändert hat? Reicht eine schriftliche Mitteilung meinerseits oder muss ich dafür eine konkrete Vereinbarung mit der Verlegerin treffen? Ist sie verpflichtet, eine Änderung der bei amazon vorhandenen Daten zu bewirken?

Anmerkung: Ein großes Problem im Umgang mit der Verlegerin ist, dass sie sich auch an schriftlich getroffene Absprachen oft nicht hält – abgesehen davon, dass mündliche Verhandlungen mit ihr kaum möglich sind, da sie sich sehr schnell im Ton vergreift.

Mit freundlichen Grüßen

30.08.2009 | 12:33

Antwort

von


(411)
Stiller Winkel 3
18225 Kühlungsborn
Tel: 038293/432783
Tel: 0177/7240222
Web: http://www.rechtsbuero24.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Herzlichen Dank für Ihre Fragen das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Die Grundlage für die Beantwortung Ihrer Fragen gibt das Urheberrecht. Als Übersetzer erbringen Sie ein Werk, welches unter das Urheberrecht fällt. Sofern nunmehr die Verlegerin dieses Werk so verändert, als dass er nicht mehr ihren schöpferischen Gedanken entspricht, so darf sie dieses grundsätzlich auch nicht unter Ihrem Namen veröffentlichen. Vielmehr sehen sogar die Normverträge des Deutschen Schriftstellerverbandes vor, dass die Nennung des Urhebers zu unterbleiben hat.

Sofern der Vertrag jedoch nicht vorsieht, da Sie die Veröffentlichung unter einem Pseudonym mittragen, so besteht grundsätzlich auch kein entsprechender Anspruch hierauf. Dies hätte zunächst vertraglich vereinbart sein müssen. Eine Ausnahme hiervon kann bestehen, wenn sie üblicherweise unter einem Pseudonym arbeiten und bereits andere Werke so gekennzeichnet haben. Es besteht grundsätzlich danach nur ein Anspruch entsprechend nicht genannt zu werden.

Um nicht genannt zu werden, müssen Sie einer entsprechenden Benennung ausdrücklich widersprechen. Wird das Werk dennoch mit Ihrem Namen veröffentlicht, so haben Sie den Anspruch, die Rücknahme des Werkes vom Verlag zu fordern und besitzen gegebenenfalls auch einen Anspruch auf Schadenersatz. Dies gilt ebenfalls für die bereits erfolgten Nennungen bei den Versandhändlern.

Hinsichtlich der Aufforderung sollten Sie diese mit einem entsprechenden Zugangsnachweis übersenden, da ansonsten, da ich ausgehe dass Sie ebenfalls einen entsprechenden Normvertrag geschlossen haben, nach den entsprechenden Bedingungen, wenn keine Untersagung erfolgt, die Nennung dem Verlag möglich ist.

Gerne können Sie mit den Vertrag auch per E-Mail zu senden, ich würde sodann mit diesem und gegebenenfalls Ihrer kostenfreien Nachfrage meine Antwort konkretisieren.

Bis auf weiteres verbleibe ich mit freundlichen Grüßen hoffe vorerst Ihre Frage hilfreich beantwortet zu haben.



Rechtsanwalt Christian Joachim

Rückfrage vom Fragesteller 30.08.2009 | 13:45

Sehr geehrter Herr Joachim,

herzlichen Dank schon einmal für Ihre Antwort!

Was geschieht jedoch, sollte mir die Verlegerin ein Pseudonym nicht zugestehen und ich die verhunzte Fassung nicht freigeben: Inwieweit kann sie mir den Vertrag kündigen und dafür vermeintliche Übersetzungsmängel als Grund vorschieben? (Übersetzervertrag wird als pdf-Datei an Ihre E-Mailadresse geschickt).

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.10.2009 | 16:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst bitte ich die lange Warterzeit auf meine Antwort zun entschukldigen. Nach Druchsicht des Vertrags ergibt sich für die Auftraggeberin kein Recht, die Nennung Ihres Namens überhaupt zu verlangen. Dies ergibt sich zunächst aus § 11 des Vertrages, in dem sich der Verlag hierzu verpflichtet, jedoch kein ausdrückliches Recht eingeräumt wird.

Auch aus § 2 des Vertrages ergibt sich dies nicht. Generell kann der Verlag daher nicht verlangen, dass Ihr Name benannt wird. Anderes gilt jedoch für das Pseudonym. Dies ist vom Vertrag nicht erfassst und würde eine entsprechende Vereinbarung voraussetzen.

Sie erstellen eine Fassung für die Sie die Vergütung fordern können. Verändert der Verlag dann diese, darf er grds. nicht Ihren Namen nennen, obwohl er hierzu nach dem o.g. verpflichtet wäre. Dieser Widerspruch kann nur durch die von Ihnen benannte Freigabeverweigerung und als Verletzung des Urheberpersönlichkeitesrechts gelöst, bzw- bewertet werden. Sodann wäre dann zu prüfen, ob tatsächlich eine negative Veränderung vorliegt.

Eine Kündigungsmöglichkeit wegen der verweigerten Freigabe, wenn diese eine entsprechende Grundlage besitzt, sehe ich vorliegend nicht.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage nun doch noch hilfreich beantwortet zu haben und danke Ihnen für die positive Bewertung. Gerne können Sie mir per Email den aktuellen Stand oder die Entscheidung in der Angelegenheit mitteilen.

Bewertung des Fragestellers 30.08.2009 | 23:48

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