Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rechnung zum Angebot Handwerker wesentlich teurer als erwartet

16.04.2014 22:35 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Für die Erbringung nicht vereinbarter Leistungen schuldet der Besteller dem Unternehmer grundsätzlich keine Vergütung, es sei denn, die Leistungen waren für den Werkerfolg notwendig, entsprechen dem mutmaßlichen Willen des Bestellers, und wurden ihm vom Unternehmer vorher angezeigt.

Sehr geehrte Dame oder Herr,

wir haben ein Altbau saniert und in diesem Zuge die komplette Heizungsanlage erneuern lassen, incl. Heizkörper Wasserleitungen, Abgassystem.
Wir haben mit Hilfe eines Architeken gebaut, der auch die Bauleitung Vorort koodiniert hat. Leider ist dieser Architek ein Reinfall gewesen, in sehr vielen Punkten.
Vor Angebotsabgabe hat schon der genehmigte Bauantrag vorgelegen, mit der Lage der neuen Badezimmer, wo die Heizkörper montiert werden müssen. Es wurden nachträglich keine Veränderungen vorgenommen.

Das Angebot das der Heizungbauer abgeliefert hat war über 31.550€. Die Rechnung hat sich auf 38168€ erhöht (incl. Abgassytem). Dieses wurde uns im Vorfeld nicht mitgeteilt, die Erhöhung wurde uns erst bei der Rechnungsstellung offenbart. Der Handwerker stellte uns interesanterweise zwei Rechnungen. Eine die das Angebot abdeckete, eine Zweite für das Abgassystem, da hier ein anderes verwendet werden mußte, wegen Richtlinien des Schornstenfegers (2400€ Material, 700€ Lohn).

Die Kosten haben sich erhöht, da er statt Einer Steigstrang Abwasser, Frischwaseser, Zirkulation, Zwei gelegt hat und zusätlich einen anderen Wasserspeicher verwendet hat.

Meine Frage, muss ich nun diese Mehrkosten hinnehmen, (der Architekt sagt nur, jaja ist hat so, ich denke Ihm waren die Mehrkosten bewusst); Obwohl er im Vorfeld das Haus gesehen hat, konnte er nicht erkennen das er mehrere Steigleitungen benötigt und nicht das einfache Abgassystem verwenden kann, obwohl er direkt aus der Umgebung ist und schon viel mi dem Schornsteinfeger zu tuen hatte.

Vielen Dank
Viele Grüße Patric

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie müssen sich vom Handwerker keine teureren Leistungen aufdrängen lassen als vertraglich vereinbart. Sie schulden dem Handwerker nur die Vergütung, die vertraglich vereinbart war.

Dabei gibt es unterschiedliche Abrechnungsmodelle:

Beim Einheitspreisvertrag wird nach tatsächlich erbrachten Mengeneinheiten abgerechnet, also z.B. Quadratmeter, Kubikmeter, Länge etc. Dann ist für die Abrechnung entscheidend die tatsächlich erbrachte, objektiv erforderliche Leistungsmenge, die nach Fertigstellung der Arbeiten anhand eines Aufmaßes ermittelt wird.

Beim Pauschal- oder Festpreisvertrag ist der Handwerker an den im Voraus vereinbarten Preis gebunden. Abweichungen der Leistungsmenge gehen zu seinen Lasten.

Stellt sich die Erforderlichkeit von Zusatzarbeiten nach Vertragsschluss heraus, dann muss der Handwerker darauf hinweisen, die Zustimmung des Auftraggbers abwarten und mit ihm eine Zusatzvereinbarung über Zusatzvergütung abschließen.

Dasselbe gilt, wenn der Handwerker den Leistungsinhalt nach Vertragsschluss abweichend vom Vertragsinhalt dahingehend eigenmächtig abändert, dass höhere Kosten auf den Auftraggeber zukommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Notwendigkeit von Zusatz- oder geänderten Leistungen schon bei Vertragsschluss für den Handwerkwer erkennbar waren oder gar tatsächlich erkannt wurden.

Solche Mehrkosten müssen Sie dem Handwerker nicht vergüten.

Sie müssen hier auf eines achtgeben:

Es gibt die sog. stillschweigende Zustimmung bzw. Abnahme durch widerspruchslose Ingebrauchnahme. In diesem Fall müssen Sie Zusatzkosten dann doch bezahlen.

Es ist daher wichtig, dass Sie Änderungen des vertraglichen Leistungsinhaltes, die Zusatzkosten auslösen, vor einer Ingebrauchnahme widersprechen, und den Handwerker zu einer Herstellung des vertraglichen vereinbarten Zustandes auffordern.

Eine Abnahme darf allenfalls unter einem diesbezüglichen Vorbehalt erfolgen.

Stellen Sie klar, dass eine Ingebrauchnahme nur notgedrungen unter dem Zwang der Verhältnisse erfolgt, und keine Zustimmung oder Abnahme Ihrerseits bedeutet.

Häufig wird bei Bauverträgen die Geltung der "Allgemeinen Vertragsbedingungen für Bauleistungen" (abgekürzt: VOB/B) vereinbart. Hier gibt es eine eigenständige Regelung für solche Fälle, und zwar § 2 Abs. 8 Nrn. 1 und 2 VOB/B:

"1. Leistungen, die der Auftragnehmer ohne Auftrag oder unter eigenmächtiger Abweichung vom Auftrag ausführt, werden nicht vergütet. Der Auftragnehmer hat sie auf Verlangen innerhalb einer angemess
enen Frist zu beseitigen; sonst kann es auf seine
Kosten geschehen. Er haftet außerdem für andere Schäden, die dem Auftraggeber hieraus entstehen.

2. Eine Vergütung steht dem Auftragnehmer jedoch zu, wenn der Auftraggeber solche Leistungen nachträglich anerkennt. Eine Vergütung steht ihm auch zu, wenn die Leistungen für die Erfüllung des Vertrags notwendig waren, dem mutmaßlichen Willen
des Auftraggebers entsprachen und ihm unverzüglich angezeigt wurden."

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.04.2014 | 22:03

Vielen Dank für Ihre Antwort,
in der zeitlichen Reihenfolge gibt es bei uns eine Besonderheit,

Wir sind im August in das Haus eingezogen, im Februar drauf hat der Handwerker die Rechnung gestellt, dann hat es noch bis März gedauert bis der Architekt die Rechnung geprüft hat und uns überstellt hat. Wir haben nun die Mehrkosten bemängelt, da uns diese nicht bewußt und angezeigt wurden (und bisher die
Mehrkosten nicht gezahlt), der Architekt (leider ein totaler Reinfall) sagt die Mehrauswendungen wären notwendig gewesen. (Da schon alles Neuverputz etc. wurde ist die Entfernung der Mehraufwende nicht mehr sinnvoll). Was für mich das nicht nachvollziehbare ist, das trotz bew. Baugenemigung, und keinen Änderungen unsererseitz plötzlich Mehraufwende notwendig wurden.Muß ich nun diese Mehrkosten tragen, oder ist ein Rechtsschreit sinnvoll.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2014 | 22:29

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn es sich um notwendige Änderungen handelte, auf die Sie der Architekt fehlerhaft nicht hingewiesen hat, dann hat er zwar seine Vertragspflicht verletzt, aber Ihnen ist dadurch kein Schaden entstanden.

Denn auch wenn er sie gleich auf notwendige Mehrkosten hingewiesen hätte, hätten Sie diese tragen müssen, wenn Sie das Bauvorhaben fertigstellen wollten.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn versucht worden sein sollte, Ihnen unnötige Zusatzleistungen aufzudrängen. Ob dies der Fall ist, müsste ggfs. durch ein Baugutachten geklärt werden, das aber seinerseits Kosten verursacht.

Ohne eine solche Vorklärung ist ein Rechtstreit nicht sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen,
Carsten Neumann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER