Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rechnung Zugang Gericht

05.06.2019 08:25 |
Preis: 100,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


12:02

Zusammenfassung: Wenn die Zahlung auf Rechnungen eingeklagt wird, sollten Abschriften der Rechnungen als Anlagen beigefügt oder zumindest nachgereicht werden. Eine erneute Erteilung der Rechnungen ist nicht ratsam.

Hallo.

Ich habe als Steuerberater Rechnungen für laufende Buchführung an einen Mandanten gestellt.
Leider wurden diese Rechnungen nicht bezahlt.

Ich habe die Rechnungen kurz vor Verjährung eingeklagt.
Nun, nach Verjährung, behauptet der Mandant, er habe ab einem bestimmten Zeitpunkt (erste nicht bezahlte Rechnung von 11 Rechnungen) keine der Rechnungen per Post erhalten.

Der Mandant hat die Rechnungen immer wieder mit der Buchführung hereingereicht.
Ich werde versuchen, dieses zu beweisen.

Zur Absicherung möchte ich aber zudem neue Ausdrucke fertigen und diese unterschrieben (9 I S. 1 StBVV) an den Beklagten senden.

Folgende Fragen:
1.
Ist es problematisch, wenn ich den Zugang der Rechnungen nicht beweisen kann und die Rechnungen nun erst im Verfahren, also nach Verjährung, vorgelegt werden?
2.
Kann ich die Rechnungen an den Prozessbevollmächtigten senden? Ich habe sonst die Befürchtung, dass wieder behauptet wird, die Rechnungen seien nicht angekommen.


Grüße und vielen Dank im Voraus

N.S.

05.06.2019 | 09:10

Antwort

von


(170)
Wienburgstraße 207
48159 Münster
Tel: 0251-203 188 06
Tel: 0176-614 836 81
Web: http://immoanwalt.nrw
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

im laufenden Klageverfahren haben Sie in der Tat die Beweislast für die Begründetheit (Leistungserbringung) und Fälligkeit Ihrer Rechnungen. Aktuell haben Sie bzw. hat Ihr Prozessbevollmächtigter die Aufgabe, Ihre Klage schlüssig zu machen. Zu einer schlüssigen Klage gehören als Anlagen alle gestellten Rechnungen. Diese können Sie im laufenden Verfahren auch noch nach Verjährung nachreichen, das ist unproblematisch, sofern keine Verspätung vorliegt.

Zur Verspätung bei Gericht bei Bedarf gerne meinen ausführlichen Artikel unter
https://www.bauprofessor.de/News/7f2aefd6-7b68-4302-9763-b286e7130164

Wenn Sie also die Klage schlüssig eingereicht haben, also mit allen Rechnungen bzw. Rechnungsabschriften in den Anlagen bzw. diese Anlagen nun noch nachreichen, dann brauchen Sie der Gegenseite nicht nochmals Rechnungen zu erteilen, auch nicht dem Gegnervertreter, das wäre überflüssig. Sofern die Gegenseite Zahlung nur gegen Herausgabe der Originalrechnungen anbietet, könnte schlimmstenfalls eine Zug-um-Zug-Verurteilung erfolgen.

Neue Rechnungen sollten Sie meines Erachtens nicht erteilen, weil dies Ihren Vortrag, die Rechnungen seien bereits wirksam erteilt und lediglich wieder zurückgegeben worden, unglaubhaft machen würde. Sie dürfen über dieselben Leistungen ja nicht zwei verschiedene Rechnungen stellen.

Meine Empfehlung ist, sämtliche verfügbaren Beweismitteln - einschließlich Parteivernehmung auch des Gegners unter Eid - zu nutzen, um der Wahrheit ans Tageslicht zu verhelfen.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Ausführungen weiterhelfen. Sollte etwas unklar sein oder Sie eine Vertiefung wünschen, so nutzen Sie bitte unbedingt ohne Mehrkosten die Nachfrage-Option, damit Sie keinen Anlass zu einem Abzug bei Ihrer eventuellen Bewertung haben.

Ich wünsche Ihnen in jedem Falle den allerbesten Erfolg und stehe für eine weiterführende Beratung jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen aus Münster in Westfalen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 05.06.2019 | 10:39

Hallo Herr Neumann,

vielen Dank für Ihre klaren Ausführungen.
Mit der Klage und als beglaubigte Abschrift eingereicht wurden Rechnungszweitdrucke ohne Unterschrift.
Vorgetragen wurde aber, dass der Mandant die Rechnungen im Original und unterschrieben erhalten hat.

Wenn es nun nicht gelingt, Beweis dahingehend zu führen, dass die Rechnungen unterschrieben zugingen, kann/ sollte ich spätestens dann doch nochmal Rechnungen fertigen?


Grüße
N.S.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.06.2019 | 12:02

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

es ist richtig, dass Sie gem. § 9 Abs. 1 S. 1 StBVV Ihr Honorar nur auf Basis einer unterzeichneten Berechnung verlangen können. Nach Ihrem ursprünglichen Sachverhalt müsste diese Berechnung aber doch derzeit bei Ihnen im Büro zu finden sein.

Zitat:
Der Mandant hat die Rechnungen immer wieder mit der Buchführung hereingereicht.

Dann müssten Sie nun lediglich Ihren Vortrag noch ein wenig konkretisieren und diese Rechnungen zum Beispiel im Rahmen des Gütetermins oder schon im Rahmen einer Replik vorlegen. Das sollte dann reichen.

Falls ein Zugangsnachweis nicht gelingen sollte, wäre es aber immer noch nicht sinnvoll, alle elf Rechnungen neu zu erstellen, da in der Tat dann die von Ihnen genannte Einrede der Verjährung greifen dürfte. Nach Ablauf der Verjährungsfrist können Sie Ihre Forderung nicht mithilfe einer neuen Rechnung durchsetzen, weil allein die Rechnungstellung nicht zum Neubeginn der Verjährungsfrist führt. Ihre neuen Rechnungen würden also ins Leere laufen.

Gerne schaue ich mir im Rahmen eines Mandates aber den Sachverhalt in Gänze an. Möglicherweise gibt es noch eine ganz andere optimale Lösung, auf die wir erst im Rahmen weiterer Prüfungen und Gespräche kommen. Mailen Sie mir dazu bitte an neumann@port7.de Ihre Klage und die Klageerwiderung. Ist bereits zum Güte- und Verhandlungstermin geladen worden?

Mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(170)

Wienburgstraße 207
48159 Münster
Tel: 0251-203 188 06
Tel: 0176-614 836 81
Web: http://immoanwalt.nrw
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Baurecht, Nachbarschaftsrecht, Immobilienrecht, Wohnungseigentumsrecht, Maklerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70866 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr kompetent , sachlich und schnell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gut Beratung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre sehr freundliche und kompetente Antwort. Ich weiß jetzt Bescheid und werde entsprechend handeln. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER