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Rechnung Schlüsseldienst


01.07.2005 13:14 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,
wir haben in unserem Haus zwei neue Wohnungen eingerichtet mit jeweils einer neuen Nebeneingangstür, die vom Fachmann gesetzt wurden. Die beiden nötigen Schließzylinder habe ich in einem Geschäft im Nachbarort gekauft und eingebaut. Vorgestern, etwa vier Tage nach Einbau der Schösser (Kaufdatum der Schließzylinder 22.06.05), ließ sich eine Tür nicht mehr öffnen, obwohl der Schlüssel von außen steckte. Alle Versuche waren umsonst, und wir hatten nur noch die Möglichkeit, einen Schlüsseldienst zu beauftragen. Ich habe in die "Gelben Seiten" geschaut und tatsächlich war im Nachbarort eine (nur eine!) Schlüsseldienstfirma registriert. Ich wählte die angegebene Rufnummer für diesen Nachbarort wurde aber dann anscheinend in einen ganz anderen Ort umgeleitet. Hätte ich aus der Telefonnummer schon ersehen können, dass sich die Firma nicht im Nachbarort befindet, hätte ich nicht angerufen!
Ein Mitarbeiter kam dann und konnte die Tür nur nach Aufbohren des Schließzylinders öffnen. Die Rechnung betrug 161,12€!! für eine halbe Stunde Arbeit!!! Der Mitarbeiter kam aus einem Ort etwa 20 km von hier. In der Rechnung enthalten sind :
- Allg. Bereitstellungskostenpauschale für 24 Std.Notdienst 24 € (die Arbeitszeit war von 14.15 Uhr ab)
-vier Kundendienst-Monteurkosten, An-u.Abfahrtszeiteinschl. Rüstzeit, Arbeitswerte a 15 min je Monteur 52,40 €
-2 Kundendienst-Monteurkosten,Arbeitszeit vor Ort,Arbeitswerte a 15 min je Monteur 26,20€
-2 PKW-Unterhaltungskosten 23,80 €
-1 Metallbohrer 7,50 €
-1 Spezialschraube 5 €
dazu noch die MWSt von 22,22 €
Ist diese Rechnung nicht viel zu hoch?
Wird man nicht mit der Telefonnummer in die Irre geführt?
Kann man reklamieren, dass ein neues Schloss schon so schnell kaputt sein kann?
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Ich hoffe auf eine baldige Antwort.
Gruß
01.07.2005 | 13:31

Antwort

von


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August-Bebel-Straße 29
63225 Langen
Tel: 06103 - 2707599
Web: kanzlei-sachse.de
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Sehr geehrter Fragesteller,
Sie haben nicht eine sondern drei Fragen gestellt, das bedeutet, jede Antwort ist Ihnen fünf Euro Wert? Dafür arbeitet Ihr Schlüsseldienst nicht einmal eine Viertelstunde.

Das Problem der unseriösen Schlüsseldienste ist bestens bekannt, ich erlaube mir deshalb, Ihnen Auszüge eines Schreibens an einen solchen Schlüsseldienst einzufügen, das unsere Kanzlei in einem anderen Fall erstellt hat. Daraus ersehen Sie die Problempunkte:

Irreführung durch Telefonbucheintrag
Irreführung durch Telefonat
Höhere Anfahrtskosten durch Ortsverschiedenheit
Überhöhte Rechnung (= nicht ortsüblich)

Dies sollten Sie gegenüber dem Schlüsseldienst darstellen und die Zahlung verweigern bzw. Ihr Geld zurückverlangen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Fabian Sachse



"(...)Die Ihnen angeblich zustehende Hauptforderung in Höhe von € 89,32 steht Ihnen nicht zu und wird hiermit als unbegründet zurückgewiesen.

Wie ihnen bestens bekannt ist, wollte unsere Mandantin am 17.05.2005 die im Branchenbuch eingetragene örtliche Firma XY Adresse, Tel. mit der Öffnung beauftragen Keinesfalls beabsichtigte sie, einen Schlüsseldienst von außerhalb zu bestellen.

Bei einem Anruf des Unterzeichners am ...2005 unter der o.g. Telefonnummer meldete sich eine weibliche Stimme mit den Worten „Kundenservice, guten Tag“. Auf Nachfrage, erklärte die Stimme (Namen wurden nicht genannt) man sei beim „Kundenservice für Handwerksdienstleistungen“. Die Telefonnummer wird also weder von einer Firma XY genutzt, noch erklärt der Angerufene, dass es sich um eine andere Firma handelt. Insoweit liegt bereits die Förderung und Aufrechterhaltung eines Irrtums bei der Mandantin vor.

Tatsächlich fand sich wenig später ein Monteur ein, der unsere Mandantin ebenfalls in dem Glauben ließ, er käme von der angerufenen Schlosserei. Insoweit liegt die Aufrechterhaltung eines Irrtums vor.

Der Monteur ließ Frau XY zunächst eine Auftragsbestätigung unterzeichnen. An die unserer Mandantin erst im Nachhinein übersandte Kopie kann diese sich so nicht mehr erinnern. Die Mandantin kann sich nicht daran erinnern, den dort grau hinterlegten „Auszug aus unserer aktuellen Preisliste“ gesehen bzw. mitunterzeichnet zu haben. Zumindest hat sie diesen nicht bewußt wahrgenommen. Im Rahmen eines Prozesses müssten Sie also ein Original vorlegen.

Als der Handwerker sodann sofort eine zweite Unterschriftsleistung verlangte und der Mandantin mitteilte, sie könne „gleich einmal Bargeld holen gehen“, wurde ihr bewusst, dass hier offensichtlich ein Schlüsselnotdienst angereist war. Diesen hatte sie zu keiner Zeit bestellt. Es handelte sich auch nicht um ein akutes Notfall-Problem, sondern eine kleinere Reparatur an der Schließanlage.

Sodann verlangte die Mandantin die soeben unterzeichneten Unterlagen heraus und teilte dem Monteur mit, dass sie den Auftrag „stornieren“ wolle. Der Monteur weigerte sich, die Unterlagen herauszugeben und verließ unverrichteter Dinge die Mandantin. Wenige Zeit später erhielt die Mandantin eine Kostenrechnung der Firma XY Sicherheitstechnik GmbH aus Bremen.

Diese Rechnung ist bereits hinfällig, da ein telefonisch geschlossener Vertrag nach dem Fernabsatzgesetz nicht zustandegekommen ist und der an der Haustür unterzeichnete Auftrag unverzüglich nach Kenntnis des Irrtums angefochten und widerrufen wurde.

Darüberhinaus wären auch aus – nicht vorliegenden - Schadensersatzgesichtspunkten die von Ihnen in Ansatz gebrachten Kosten nicht zu erstatten. Deren Höhe dürfte bereits sittenwidrig, zumindest aber überhöht sein. Hierbei wird eine Anfahrtszeit von über 20 Minuten, angebrochene 20 Minuten Arbeitszeit und eine Rückfahrtszeit von ebenfalls über 20 Minuten berechnet. Wäre die Firma tatsächlich aus der Offenbacher Landstraße gekommen, so hätte die normale Anfahrtszeit ca. fünf Minuten betragen. Ein Kostenvoranschlag ist im Übrigen regelmäßig kostenlos. Sofern Kosten geltend gemacht werden, muss darauf vorab hingewiesen werden.

Auch unter Bezugnahme auf die anliegende Rechtsprechung des OLG Düsseldorf (OLG Düsseldorf, Urteil vom 6. 5. 2003 - 20 U 174/02) weisen wir Ihre Ansprüche zurück. Darüber hinaus haben Sie die Kosten unserer Beauftragung als Schadenersatz zu tragen. Diese werden wir Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt gesondert in Rechnung stellen.

Wir haben Sie aufzufordern, bis zum 04.07.2005 schriftlich gegenüber unserer Kanzlei zu erklären, dass die von Ihnen behauptete Forderung gegenstandslos ist

Für den Fall, dass Sie nach wie vor der Ansicht sind, Ihnen stünde die behauptete Forderung zu, möchten Sie diese einklagen. In diesem Falle benennen Sie unsere Kanzlei bitte als zustellungsbevollmächtigt."


ANTWORT VON

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