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Rechnung Luxemburg -> Deutschland


24.08.2006 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Sehr geehrte Damen und Herren,

Eine GmbH mit Sitz in Luxemburg stellt eine Rechnung für Beratungsleistungen (Unternehmensberatung) an einen Unternehmer in Deutschland.

1) Muß auf den Rechnungsbetrag Umsatzsteuer aufgeschlagen werden (wenn ja in welcher Höhe) oder ist eine "innergemeinschaftliche Lieferung" ohne USt. möglich?

2) Welche Angaben sind auf der Rechnung nötig?

Viele Grüße und herzlichen Dank!
Sehr geehrte(r) Ratsuchender(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

1.
In der EU ist die Umsatzsteuer durch die 6. MwSt.-Richtlinie nahezu einheitlich geregelt worden. Jeder Mitgliedsstaat hat die Umsatzsteuer als Mehrwertsteuer ausgestaltet. In Luxemburg beträgt der Normalsatz 15%, was der niedrigste Wert in der EU ist. Prinzipiell hat deshalb ein Luxemburger Unternehmer
Umsatzsteuer aufzuschlagen. Innergemeinschaftliche Lieferung und der dazu resultierende Erwerb sind Ausnahmetatbestände des Umsatzsteuerrechtes. Die Steuerbefreiung wird daran geknüpft, dass die Ware tatsächlich über die Grenze von zwei verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten transportiert wird und der Empfänger die Umsatzbesteuerung in dem anderen Staat vornimmt, was über die Verwendung der USt-ID-Nummer gegenüber dem Lieferanten anzuzeigen ist. Die Steuerpflicht, die früher über den über Zölle dem Lieferanten auferlegt wurde, wird in Gestalt der steuerfreien innergemeinschaftliche Lieferung so dem Erwerber auferlegt. Eine innergemeinschaftliche Lieferung ist also möglich.

2.
Eine Rechnung muss nach deutschem Umsatzsteuerrecht Angaben enthalten:

(4) Eine Rechnung muss nach § 14 Abs. 4 UStG folgende Angaben enthalten:
1.
den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers,
2.
die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
3.
das Ausstellungsdatum,
4.
eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird (Rechnungsnummer),
5.
die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung,
6.
den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung oder der Vereinnahmung des Entgelts oder eines Teils des Entgelts in den Fällen des Absatzes 5 Satz 1, sofern dieser Zeitpunkt feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist,
7.
das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 10) sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist,
8.
den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt und
9.
in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers.
In den Fällen des § 10 Abs. 5 sind die Nummern 7 und 8 mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Bemessungsgrundlage für die Leistung (§ 10 Abs. 4) und der darauf entfallende Steuerbetrag anzugeben sind. Unternehmer, die § 24 Abs. 1 bis 3 anwenden, sind jedoch auch in diesen Fällen nur zur Angabe des Entgelts und des darauf entfallenden Steuerbetrags berechtigt.

Im Kernbereich sind diese Anforderungen in der gesamten EU gültig. Aufgrund Ihres Einsatzes und der Tatsache, dass hier lediglich eine Erstberatung und keine Gutachten zu ausländischen Rechtsordnungen angefertigt werden darf, gehe ich davon aus, dass Ihnen dieser erste Überblick weiter hilft.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.08.2006 | 15:10

Sehr geehrter Herr Böhler,

Bitte gestatten Sie die Nachfrage:

1) Sie sprechen von "Ware", die geliefert wird. Es handelt sich wie beschrieben um Dienstleistungen. Ist dafür die "innergemeinschaftliche Lieferung" ohne USt. möglich?

2) Ich hatte die Frage gestellt, was in der LUXEMBURGER-Rechnung an Angaben zu stehen hat. Die deutschen Richtlinien kenne ich natürlich.

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2006 | 12:37

Sie haben von mir eine E-Mail erhalten.

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