Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rechnung Kieferchirugie

| 06.06.2011 14:20 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Sehr geehrte Damen und Herren!
Fuer eine geplante Implantatversorgung habe ich mir von zwei Praxen fuer Kieferchirugie Kosten-
voranschlaege eingeholt und nach Auswertung dem
guenstigsten Anbieter A den Zuschlag erteilt.
Fuer die Dienstleistungen des Anbieters B habe ich abschliessend eine Rechnung in nicht erwarteter Hoehe ueber ca. 600 EURO erhalten, die ich wegen offensichtlicher Maengel nicht
akzeptieren kann.
Folgende aufgefuehrte Positionen der Rechnung weichen vom Kostenvoranschlag (KV) ab und sind deutlich erhoeht bzw. wurden dazugefuegt:

1 Ae5370 Comp. Tomog. Kopfb. Fakt 1,8 209,83 EU
zugefuegt
1 Ae5377 Zuschl. f. Comp. Analy. 1,0 46,63
zugefuegt

1 Ae5004 Panoramaschichtaufn 2,5 58,28
gem. KV kam nicht zur Anwendung

2 Z900 Implant.bez. Analy.u.Ver- 3,5 212,59,
messung ,
gem. KV Fakt. 2,3
Diese Pos. war entbehrlich, da kein Auftrag
erteilt war.Faktor sogar erhoeht!

1 Aufstellung Heil-u. Kostenplan 2,3 28,45
ident. mit KV. O.K.

Ich habe beim Kieferchirugen Widerspruch
p. Einschreiben erhoben, aber auch nach Anmahnung
keine Antwort erhalten. Ich hatte eine Abtretungserklaerung unterschrieben und erhielt
bereits 2 Mahnungen dieser Einzugs-Firma.

Ist der Arzt berechtigt, erhoehte ,zusaetzliche
Kosten abweichend vom Kostenvoranschlag zu
erheben? Ich bitte um Ihre Einschaetzung.

Mit freundl, Gruessen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist die Kostenberechnung in dem konkreten Heil- und Kostenplan verbindlich für den jeweiligen Zahnarzt. Dies gilt insbesondere für die Kosten der Heilbehandlung. Treten während der Behandlung Komplikationen auf, die so nicht vorhersehbar waren und eine unvorhersehbare Erhöhung der Behandlungskosten nach sich ziehen, muss der Patient grundsätzlich darüber informiert werden, bevor diese Kosten letztlich entstehen. Die entsprechende Aufklärung ist vor der Behandlung zu erteilen, indem auf mögliche Schwierigkeiten bzw. Komplikationen hingewiesen wird.

Bei Material- und Laborkosten stellt sich die Situation etwas differenzierter dar. Hier werden die exakten Kosten oftmals (Materialkosten z.B. für Zahnersatz) erst vollumfänglich nach Erstellung des Produktes ersichtlich sein. Grundsätzlich ist diesbezüglich von Seiten des Patienten eine Preisdifferenzspanne von bis zu 20 % zu tolerieren. Die Rechtsprechung hat hier entsprechende Vorgaben gemacht. Allerdings kommt es auch immer auf den konkreten Einzelfall und die ihm im einzelnen zu Grunde liegenden Umstände an, so dass nicht pauschal gesagt werden kann, eine Kostensteigerung von 20 % bei Material- und Laborkosten sei immer zu akzeptieren.

Für die umfassende Überprüfung Ihrer Zahnarztrechnung hinsichtlich der korrekten Abrechnung, können Sie diese zur Prüfung Ihrer Krankenkasse vorlegen. Dies ist grundsätzlich auch dann möglich, wenn Sie die Rechnung vollständig privat bezahlen sollten. Die Prüfung der Krankenkasse sollte Ihnen dann zeigen, ob die Höhe hier tatsächlich zu akzeptieren ist.
Sofern zusätzliche Kosten erhoben wurden, die in der ursprünglich Vereinbarung bzw. Kostenplan keine Grundlage haben, weil sie erst später ohne Ihre Zustimmung hinzugefügt wurden, erscheint es mir von hier aus kaum möglich, Sie mit diesen „Zusatzkosten" zu belasten.

Sie sollten sich auch mit der „Einzugs-Firma" in Verbindung setzen und mitteilen, dass Sie die Rechnung auf Korrektheit prüfen lassen. Vor Ende der Prüfung sollte auch grundsätzlich keine Zahlung erfolgen müssen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffe. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste rechtliche Einschätzung leisten kann. Eine umfassende und konkrete Rechtsberatung kann und soll hier nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Rückfrage vom Fragesteller 06.06.2011 | 17:12

Ich moechte meine Erlaeuterungen noch praezisieren:
Am ersten Beratungstermin (15 min) wurde eine Roentgenaufnahme erstellt und die Sanierungsmoeglichkeiten erlaeutert.

Am zweiten Beratungstermin (15 min) habe ich
konkrete Vorgaben zur Erstellung eines Implantates abgegeben. Eine aerztliche Behandlung
hat nicht stattgefunden. Eine Angebotsermaessigung wurde abgelehnt.
Wieso kann der Arzt ueberhaupt eine Analyse fuer
2 Implantate mit erhoehtem Faktor 3,5 in Rechnung stellen? Dem Chirugen A, dem ich die Angelegenheit vorgetragen habe, versicherte mir,
das die Position keine Berechtigung habe und ich ihn wohl wegen der Absage gehoerig veraergert habe. Damit muesste er aber leben.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.06.2011 | 18:12

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Der erhöhte Gebührensatz von 3,5 bedarf einer besonderen Begründung, die aus der Rechnung hervorgehen muss (besonderer Zeitaufwand/ Schwierigkeit). Für eine Leistung darf dieser höchste Gebührensatz natürlich nicht doppelt in Ansatz gebracht werden. Die Begründung für den Steigerungssatz richtet sich nach § 5 Abs. 1, 2 GOZ. Ihre Krankenkasse sollte bei einer entsprechenden Rechnungsprüfung die fehlende Berechtigung feststellen, womit Sie einen entsprechenden Reduzierungsanspruch nachhaltig geltend machen können.

Eine Bewertung der erbrachten Beratungsleistung sollte übrigens NACH Abschluss der Beratung (insb. ggf. nach Beantwortung der Nachfrage) erfolgen!

Mit freundlichen Grüßen,

K. Winkler, LL.M. (UOW, Australien)
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 06.06.2011 | 17:20

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Ich habe eine praezisere Antwort erwartet

"