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Rechnung Autowerkstatt überhöht

| 28.08.2015 21:26 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Im Werkvertragsrecht ist eine ausdrückliche Vereinbarung über die Höhe der Vergütung nicht erforderlich. Wird ein Kostenvoranschlag erteilt und wird dieser wesentlich überschritten, ist eine Kfz-Werkstatt verpflichtet, dies dem Auftraggeber anzuzeigen.

Hallo,

Im Folgenden erhalten Sie von uns unsere Bitte, die Situationsbeschreibung und
die uns bekannten Fakten.

Wir benötigen zum unten angegebenen Thema eine Rechtsberatung mit der Fragestellung:
1. Müssen wir die Rechnung ganz oder teilweise bezahlen? Falls ja, wie?
2. Können wir das Ersatzteil ausbauen lassen und ggf. darauf bestehen das alte
Teil wieder einbauen zu lassen. Können dadurch weitere Kosten auf uns zukommen?


Situation:

Unser Auto hatte einen Schaden am Außenspiegel. Ein ähnlicher Schaden wurde
1 Jahr zuvor für ca. 200 EUR repariert in der gleichen Werkstatt.

Der Schaden entstand beide Male beim Ausfahren aus der Garage auf der selben
Seite (Beifahrerseite) indem das Auto am Garagentor streifte. Es wurde dabei
lediglich das Blinkerglas zerbrochen.

Es wurde keinerlei Kostenvoranschlag zugestellt oder beschrieben oder mit uns
besprochen.

Während der Zeit der Reparatur hat sich keiner gemeldet um die Notwendigkeit
eines teuren Ersatzteiles mitzuteilen.

Wir ließen das Auto repatieren und erhielten dafür eine Rechnung über ca 680 EUR.

Dies erscheint uns viel zu hoch und wir sind nicht einverstanden die Rechnung
so zu bezahlen.

Fakten:

1. Wir haben einen Termin zur Reparatur des Außenspiegels vereinbart.
2. Wir haben das Auto zur Werkstatt gebracht. In der Dialogannahme wurde
"Reparatur gemäß KV" vereinbart. Leider war mein Mann nicht infomiert,
dass kein regulärer Kostenvoranschlag erstellt und abgesegnet wurde.
3. Bei der Frage ob es "ungefähr so viel kostet wie das letzte Mal" wurde
keine / keine eindeutige Antwort gegeben.
4. Nach der Reparatur erfragte mein Mann die Rechnung. Diese wurde ihm
nicht ausgehändigt. Auch die Nachfrage nach dem Betrag wurde nicht
beantwortet. Die Rechnung werde per Post geschickt.
5. Die Rechnung wurde nun zugesandt. Wie gesagt ist diese schockierend
hoch.
6. Wir haben sofort angerufen und erfragt warum die Rechnung so hoch ist.
7. Der Meister rief zurück und erklärte dass der "Spiegelfuss" ausgetauscht
werden musste und dieser alleine 299 EUR netto kostet. Das erkläre
seiner Meinung nach die Höhe der Rechnung.
8. Wir forderten darauf hin den Kostenvoranschlag telefonisch an auf dessen
Grundlage die Reparatur basierte.

Soweit die Fakten.

Gerne können wir Ihnen noch weitere Fragen beantworten sofern diese für eine
Beratung notwendig sind.

Beste Grüße

Einsatz editiert am 28.08.2015 23:14:21
29.08.2015 | 10:18

Antwort

von


(99)
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Sehr geehrte Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

1. Maßgeblich ist zunächst, was Sie beauftragt haben. Hierüber ist der Werkvertrag über die Reparatur zustande gekommen.

Nach Ihren Mitteilungen wird der Inhalt des Auftrags sinngemäß gewesen sein

"Der Spiegel ist kaputt, bitte reparieren Sie den Spiegel".

Weitere Inhalte kann ich Ihren Ausführungen nicht entnehmen und wären auch unüblich. Dieser Auftrag scheint zutreffend umgesetzt worden zu sein.

2. Eine ausdrückliche Vereinbarung über die Höhe der Vergütung hat es nicht gegeben. Diese ist im Werkvertragsrecht auch nicht erforderlich, da in jedem Falle die übliche Vergütung geschuldet wird (§ 632 Abs. 2 BGB).

Hier wäre allenfalls die Höhe der Stundensätze zu überprüfen, wenn diese nicht durch AGB wirksam vereinbart wurden und auch nur, falls diese die regional üblichen Stundensätze, etwa einer markengebundenen Fachwerkstatt, überstiegen.

3. Einen Kostenvoranschlag hat es nach Ihren Angaben nicht gegeben. Dieser wäre auch nicht durch eine mehr oder minder unklare mündliche Aussage zu bejahen.

Es geht beim Kostenvoranschlag um eine unverbindliche Berechnung der voraussichtlich anfallenden Kosten auf der Grundlage einer fachmännischen gutachtlichen Äußerung des Unternehmers. Daher liegt kein Kostenanschlag vor, wenn der Unternehmer auf Frage des Bestellers auf Anhieb mündlich ohne nähere Prüfung und Berechnung einen ungefähren Betrag nennt. Der Kostenanschlag erfordert vielmehr, dass die voraussichtlich anfallenden Leistungen aufgegliedert und die hierfür voraussichtlich zu entrichtende Vergütung angegeben wird.

Im Falle eines Kostenvoranschlags wäre in der Tat eine vorherige Anzeigepflicht des Unternehmers zu bejahen, wenn der Kostenvoranschlag wesentlich (!) überschritten wird, § 650 Abs. 2 BGB. Ferner stünde Ihnen auch ein Kündigungsrecht zu.

In diesem Falle wäre es im Wege des Schadensersatzes auch denkbar, den Ausbau des erbrachten Mehrwertes (Spiegelfuß) zu verlangen und nur die Vergütung für die geringwertigere Leistung zu bezahlen.

4. Natürlich besteht die Möglichkeit, die erbrachten Leistungen in Zweifel zu ziehen und zwar im Wesentlichen

- den Zeitaufwand
- die Erforderlichkeit des Austausches.

Hier bliebe wohl nur übrig, den defekten Spiegelfuß zur Ansicht zu fordern und diesen einem neutralen Dritten vorzulegen.

Im Ergebnis wird jedoch eine Fachwerkstatt in vielen Fällen damit argumentieren können, dass nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik und unter Gesichtspunkten der Fahrsicherheit der Austausch eines Teils erforderlich war.

5. Im Ergebnis sehe ich, ungeachtet der oben genannten Aspekte, keine tragbaren Anhaltspunkte, gegen die Höhe der Rechnung vorzugehen. Die Frage nach den Erfolgsaussichten einer Verteidigung gegen die Werklohnklage des Unternehmers würde ich als äußerst gering einschätzen.

6. Es empfiehlt sich in vergleichbaren Fällen, entweder eine schriftliche Auftragsbestätigung anzufragen, die sehr eng formuliert ist ,oder aber tatsächlich vorab einen Kostenvoranschlag. Alternativ können Sie auch vereinbaren, dass die Werkstatt bei voraussichtlichen Kosten über Summe Euro X (in diesem Fall wohl 200 Euro) zunächst Rücksprache mit Ihnen halten soll.

Ich bedaure, Ihnen keine bessere Auskunft geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Schilling
-Rechtsanwalt-



Rechtsanwalt Christian Schilling

Bewertung des Fragestellers 31.08.2015 | 11:39

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.08.2015
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