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Raus aus der Privatinsolvenz


18.06.2007 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Guten Tag,

ich befinde mich in der Privatinsolvenz/abgeschlossenens Verfahren mit Restschuldbefreiung und habe ein Geschäft eröffnet , das sich sehr gut entwickelt.Frage:Kann ich aus der Privatinsolvenz/Kontrolle des Insolvenzverwalters aussteigen und wieder selbst mit den Gläubigern verhandeln???Klar, dass dann keine Restschuldbefreiung zum Tragen kommt.

Vielen Dank
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt Stellung nehme:

Nachdem das Insolvenzverfahren über Ihr Vermögen aufgehoben wurde und Sie sich nunmehr in der Wohlverhaltensphase befinden, werden Sie den Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung zurücknehmen müssen, damit das Ende der Laufzeit der Abtretungserklärung durch Beschluss nach § 290 InsO ausgesprochen wird und Sie nicht mehr der "Kontrolle" des Insolvenzverwalters unterliegen. Die Interessen der Insolvenzgläubiger werden ausreichend gewahrt sein, weil durch die Rücknahme des Antrages eine Entscheidung über die Restschuldbefreiung entfällt. Die Rücknahme des Restschuldbefreiungsantrags wäre allerdings dann rechtsmissbräuchlich und folglich unzulässig, wenn feststünde, dass mit der Rücknahme bewusst die Wirkung einer festgestellten Obliegenheitsverletzung nach § 295 I InsO umgangen werden sollen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn Sie eine Obliegenheitsverletzung begangen haben und durch Rücknahme des Antrags auf Erteilung der Restschuldbefreiung verhindern nunmehr verhindern wollen, der 10-jährigen Antragssperre zu unterliegen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
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