Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ratsuche - Kindesunterhalt (Wechselmodell)


18.12.2008 21:11 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Sehr geehrte Damen und Herren,

seid Sommer diesen Jahres bin ich von meiner Frau geschieden. Wir haben zwei Kinder (8 und 5 Jahre). Wir haben uns ein Betreuungsmodell ausgedacht, dass den Kindern einen größtmöglichen Kontakt zu Mutter und Vater ermöglicht.

Man kann sagen, dass die Kinder zu fast 50 Prozent bei jedem Elternteil sind. Den Kindesunterhalt haben wir bis vor zwei Monaten einvernehmlich geklärt. Nun möchte meine Ex-Frau den Kindesunterhaltssatz laut Düsseldorfer Tabelle geregelt wissen. Dabei nimmt sie den Satz der Düsseldorfer Tabelle und zieht 30% ab, da ja die Kinder auch von mir zu einem größeren Teil betreut werden. Daraus ergibt sich eine Summe von 355,00 Euro für beide Kinder.

Meine Ex-Frau begleicht die Rechnungen für den Hort und besorgt die Bekleidung. Beide Kinder sind durch meine Ex-Frau privatversichert, da sie verbeamtet ist.
Die Kinder haben in jeder Wohnung ein Kinderzimmer.

Ich möchte betonen, dass ich gern die Kinder öfter betreuen würde, dies jedoch durch meine berufliche Situation nicht umsetzen kann. Weiterhin muss ich sagen, dass ich mich nicht der Verantwortung gegenüber meinen Kindern entziehe. Ich habe den Zustand der Scheidung nicht gewollt.

Meine Frage an Sie ist nun: Muss ich wirklich diese 355,00 Euro an meine Ex-Frau zahlen?

Zur Berechnung dieser Summe hat sie ein Nettoeinkommen von 2000,00 Euro bei sich und bei mir veranschlagt. Die finanzielle Situation bei meiner Ex-Frau hat sich mittlerweile dahingehend verändert, dass sie jetzt mehr als 2000,00 Euro bekommt (ich schätze 2300,00 Euro). Weiterhin bekommt sie das komplette Kindergeld.

Wenn Sie mir diese Frage beantworten könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.




Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage. Die Beurteilung sog. Wechselmodelle ist in der Rechtsprechung umstritten.

Das OLG Karlsruhe hat in einer aktuellen Entscheidung ( 2 UF 10/05 ) bei einem echten Wechselmodell angenommen, dass beide Elterb barunterhaltspflichtig sind. Das Gericht hat aus dem jeweiligen Einkommen des Elternteils den Tabellenbetrag entnommen und diesen geteilt. Andere Gerichte haben aber auch eine abweichende Berechnung bevorzugt.

Der BGH hat in einer Entscheidung aus 2007 das Wechselmodell eingeschränkt. In dem zugrundeliegenden Fall lebten die Kinder von Mittwochabend bis Montagmorgen beim Vater. Dennoch ging der BGH nicht von einem Wechselmodell aus und entschied, der Vater müsse allein für den Barunterhalt aufkommen. Insgesamt nimmt die Rechtsprechung ein Wechselmodell nur an, wenn die Betreuung wirklich 50 % zu 50 % aufgeteilt ist. Ich gehe nach Ihren Ausführungen davon aus, dass die Betreuung etwas mehr bei Ihrer Exfrau liegt. Dies hätte zur Folge, dass Sie alleine vollständig barunterhaltspflichtig wären, denn die Rechtsprechung kennt nur ein echtes Wechselmodell oder keines. Sie können sich daher sehr wahrscheinlich nicht auf eine Kürzung berufen, wenn Ihre Exfrau also einen 30 % Abschlag anbietet, dann ist dies für Sie sehr günstig.

Allerdings kann ich den Betrag von 355 € nciht nachvollziehen. Ich rate dringend dazu, den Unterhalt von einem Anwalt berechnen zu lassen, denn es muss zunächst das bereinigte Nettoeinkommen ermittelt werden. Dies kann für Sie als Laie zu schwierig sein. Ich gehe bei meiner Berechnung von Ihrer Angabe 2000 € aus.

Sie hätten für das 5 Jahre alte Kind 230 € zu zahlen und für das 8 Jahre alte Kind 278 €. Dies sind die vollen Zahlbeträge, dabei ist bereits berücksichtigt, dass Ihre Exfrau das Kindergeld bezieht.

Ihre Frau hat bei Bennung des Betrages von 355 € einen Fehler gemacht. Sie hat offensichtlich die Tabellenbeträge genommen und übersehen, dass von diesen Beträgen das hälftige Kindergeld (77€) abzuziehen ist. 355 € sind jedenfalls zu viel, selbst ohne Kürzung müßten Sie nur 230 € bzw. 278 € zahlen. Wenn Ihre Exfrau diese Beträge noch kürzt, dann sollten Sie dies natürlich annehmen, einen Anspruch haben Sie aber nicht. Ich halte es auch für sinnvoll, wenn eine klare Linie gezogen wird, denn so werden künftige Streitigkeiten vermieden. Auf das Einkommen Ihrer Exfrau kommt es nicht an, da nur Sie barunterhaltspflichtig sind.

Ich rate dazu, den Unterhalt nochmals von einem Anwalt berechnen zu lassen, damit sämtliche Punkte berücksichtigt werden.



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER