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Ratlos

| 27.08.2010 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


07:22

Ich arbeite seit langer Zeit im selben Unternehmen. Ich bin bei Kollegen beliebt, weniger bei Vorgesetzen, ich bin das ideale Mobbing Opfer. Ich schluckte sämtlichen Frust runter. Nur irgendwann im Mai/ Juni dieses Jahr ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe mittels zweier anonymer Schreiben einen Vorgesetzten beleidigt, bzw. dass er plane mit einigen Kolleginnen ins Bett zu gehen. Ich wollte die Kolleginnen, (mit denen ich wirklich keine Absichten habe) auch unter anderem vor ihm schützen. Leider habe ich die Kolleginnen (6-7 Personen beim Namen genannt, habe aber geschrieben, dass er plane mit dieses ins Bett zu gehen. Solche Denn laut Gerüchten, war eine Kollegin wegen ihm mal depressiv geworden. Ich wollte vermeiden, dass das besagten Kolleginnen auch passiert. Unser oberster Boss sieht innerbetriebliche Techtel Mechtel nicht so gerne. Außerdem war ich sauer über eine Bemerkungen die mir der Vorgesetzte gegenüber machte. Ich sehe Scheiße aus, trage blöde Klamotten, er könne mich ja mal rauswerfen. Diese ständigen Tritzereien, diese Kränkungen mir gegenüber seinerseits! Fachlich kann man mir nichts vorwerfen. Ich habe die Schreiben an unseren obersten Chef gesendet. Kurz darauf bereute ich das Ganze! Erst mal passierte nichts, ich ging in Urlaub. In der Zwischenzeit aber wurde eines der Schreiben ins Intranet gestellt! Der Verfasser solle sich melden, andererseits erfolge Anzeige, Fingerabdrücke würden genommen etc. Ich kam aus dem Urlaub zurück, kurze Zeit später kam es zu Verhören von verschiedenen Mitarbeitern, auch ich wurde vernommen. Diese Gespräche wurden von dem von mir Beleidigten durchgeführt. Man drohte notfalls auch mit illegalen Methoden den Täter herauszufinden. Im Übrigen käme nur ein Kollege von mir und ich in Frage. Ich muss dazu betonen, dass ich wirklich vorher noch nie aufgefallen bin, ganz im Gegenteil und habe immer gute Arbeit geleistet, was aber von den Vorgesetzten nie anerkannt worden ist. Ich bin auch niemand, der sich in den Vordergrund drängt. Der Kollege, der auch genannt wurde, ist psychisch krank! Er hat 3 Kinder zu versorgen. Als dessen Namen fiel, war mir klar, dass ich zugebe, dass ich es gewesen bin. Ich wollte ihn da niemals mit reinziehen in den Mist, den ich (zum ersten Male) im Leben verzapft habe. Darufhin bot mir mein Vorgesetzter folgende Regelung an: (Abgestimmt mit dem Ober-Boss)

Ich sollte eine Therapie machen, gleichzeitig aber selbst kündigen!
Die Kündigung sollte aber nicht in Kraft treten, bzw. nur dann, wenn ich keine erfolgreiche Psychotherapie innerhalb von 6 Monaten vorweisen könne. Danach wäre alles vergessen und vergeben. Nun ist es so, dass ich das in meiner Verzweiflung akzeptiert habe. Ich habe meine reguläre Kündigung unterschrieben, wurde krank geschrieben und blieb zu hause. Im Übrigen dürfte ich nicht mit Kollegen darüber reden, nur der Oberboss und er wüßten dann Bescheid.
Nach einigen Tagen kontaktierte mich der von mir Beleidigte, wir sollten mal ein Bier trinken gehen und uns unterhalten. Ich dachte gut, können wir machen. Wir trafen uns in einer Kneipe: Dann sagte er zu mir: Ich habe gehört Du hast Bewerbungen geschrieben! Ich war verwirrt! Davon war gar nicht die Rede. Dann begann er auf mich einzureden: Das wäre doch gar nicht mein Stil, da wär sicher besagter psychisch Kranker Kollege der Urheber, quasi mein Einflüsterer gewesen. Ich habe an diesem Montag einiges getrunken, entgegen meinen Gewohnheiten, durch eine Stoffwechselkrankheit vertrage ich nicht viel. Jedenfalls behauptete mein Vorgesetzter, ich sei benutzt worden vom besagten Kollegen. Was da genau ablief, ich weiß es nicht mehr. Er hat das zum Anlass genommen, dem Kollegen fristlos zu kündigen, dabei nannte er mich als quasi Zeugen! (Das Gespräch fand im Biergarten statt, unter vier Augen). Und meine Kündigung wurde kurze Zeit später bestätigt, zum Jahresende kann ich also gehen.
An die Stillschweigen-Abmachung hat sich der Vorgesetzte auch nicht gehalten. Ich habe kurze Zeit später mails erhalten von Kollegen, die Bescheid wußten. Das hat mich dann sehr geärgert. Und dann habe ich mein Geständnis widerrufen, aber immer wieder betont, dass doch besagter Kollege nichts damit zu tun habe!!!! Immer wieder auch beim Betriebsrat, habe ich das bestätigt. Der hat gegen die fristlose Kündigung gestimmt, hat da aber kein Mitspracherecht. Die Methoden wurden angeprangert wie das Ganze ablief.
Ich war danach bei einem Anwalt für AR. Ich habe mit ihm ein Schreiben an die Geschäftsleitung und an den mitbeschuldigten Kollegen formuliert, dass mir alles Leid tut und ich die Tat tief bereue, was auch stimmt. Habe mein Geständnis doch nochmal bestätigt. Auch um dem Kollegen da raus zu holen! Der kurzzeitige Widerruf war nur erfolgt wie erwähnt aus Ärger über die Methoden und dem Nichteinhalten von Versprechen seitens des Vorgesetzten.

Nun war der Kollege auch beim Anwalt, der schrieb mir, dass mein Geständnis, dass ich es gewesen bin, nicht ausreichen würde. Ich müßte explizit aufführen, dass mein Kollege nichts damit zu tun habe. Daraufhin meinte mein Anwalt, das sei doch nicht nötig.Er meinte, damit würde ich den Kollegen nur noch tiefer reinziehen. Ich bekomme auch vom Vorgesetzen und Oberboss nicht geglaubt, dass ich es alleine war.

Es geht mir nicht um mich, sondern um meinen Kollegen! Mit dem hatte ich mich immer gut verstanden, mir wurde aber einmal nahe gelegt, dass ich besser nicht mit ihm verkehren sollte, das wäre kein guter Umgang für mich! Daran habe ich mich nicht gehalten, im Gegenteil!
Ich werde nie und nimmer aussagen, denn er hat nichts getan. Ich frage mich, warum mein Geständnis nicht gereicht hatte! Warum wurde nach 1 Woche weitergebohrt? Ich verstehe das nicht! Mein Anwalt sagte zu mir, eigentlich hätte ich gar nichts zu gestehen brauchen! Habe das aber gleich gemacht! Trotz des kurzzeitigen Widerufs. Mir wurde auch gesagt, dass ich meinen Kollegen eh nicht retten könne, egal was ich sage!

Ich bin total verzweifelt! Scheinbar wurde ich benutzt bzw. meine dumme Tat um einem anderen, ungeliebten Kollegen auf die Füsse zu treten? Ich bin total verzweifelt! Warum wurde diese Sache aber ins Intranet gestellt, so hochgekocht? Mein Kollege hätte mich benutzt!

Was soll ich tun? Welche Strafen erwarten mich? haftstrafen?

Angezeigt hat mich bis jetzt niemand, würde meinen Kollegen vor Gericht niemals belasten














27.08.2010 | 16:43

Antwort

von


(125)
Große Teichstraße 17
18337 Marlow
Tel: 038221-42300
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich gerne auf der Grundlage Ihrer Angaben.

Verleumdung, § 187 StGB
Eine Strafbarkeit wegen Verleumdung setzt die Behauptung unwahrer Tatsachen voraus, die geeignet sind, die betroffene Person verächtlich zu machen. Diesen Tatbestand haben Sie ohne weiteres mit Ihrem anonymen Schreiben verwirklicht. Die Strafdrohung liegt bei Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe.
Die Verleumdung wird gemäß § 194 StGB nur auf Antrag des Verletzten verfolgt. Dieser Strafantrag kann innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis des Verletzten von der Tat und der Person des Täters erlangt, § 77b Abs. 2 StGB . Der Beginn der Antragsfrist bestimmt sich somit nach dem Tag Ihres „Geständnisses" gegenüber Ihrem Vorgesetzten.

Üble Nachrede, § 186 StGB
Mit dem Inhalt Ihres anonymen Schreibens behaupten Sie eine Tatsache, die (höchstwahrscheinlich) nicht erweislich wahr ist. Dies ist als Üble Nachrede mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bedroht.
In Bezug auf den nötigen Strafantrag gilt das oben Ausgeführte.

In Bezug auf die genannten Kolleginnen sehe ich keine Strafbarkeit gegeben, da keine unwahren Behauptungen über die Kolleginnen selbst enthalten sind.

Taten zum Nachteil Ihres Kollegen
Ich verstehe, daß Ihnen das Schicksal Ihres Kollegen die größten Bauchschmerzen bereitet. Es ist Ihrer Schilderung jedoch keine Straftat zum Nachteil Ihres Kollegen zu entnehmen, da Sie diesem weder vorsätzlich geschadet haben noch von voraussehen konnten, Ihr Verhalten letztendlich zu dessen Entlassung führen würde.


Hinsichtlich der konkret zu erwartenden Strafe kann ohne Einsichtnahme in die Ermittlungsakte keine seriöse Prognose abgegeben werden. Erst in Kenntnis sämtlicher Einzelheiten kann eine entsprechende Einschätzung erfolgen. Davon ausgehend, daß Sie nicht vorbestraft sind und auch nötigenfalls den Ermittlungsbehörden gegenüber ein Geständnis ablegen werden, haben Sie jedoch die Verhängung einer Haftstrafe nicht zu befürchten. Meines Erachtens käme allenfalls eine Verurteilung zu einer Geldstrafe in Betracht. Unter Umständen käme auch eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage in Betracht.
Möglich ist weiterhin, daß die Staatsanwaltschaft eine Anklageerhebung ablehnt und den Geschädigten auf den Privatklageweg verweist. Aus der Untätigkeit des Vorgesetzten läßt sich jedoch schließen, daß dieser kein gesteigertes Interesse an Ihrer Verfolgung hat.


In Hinblick auf die strafrechtliche Seite der Angelegenheit brauchen Sie erst einmal gar nichts zu unternehmen. Erst, wenn Sie eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung erhalten, müssen Sie entscheiden, ob Sie ohne weiteres dort Ihr Geständnis ablegen wollen oder erst durch einen Strafverteidiger Akteneinsicht nehmen wollen. Die Beauftragung eines Anwalts empfiehlt sich generell, da dieser besser als ein Laie die Verfahrenssituation einschätzen und auf eine Einstellung des Verfahrens hinwirken kann. Die Gefahr, daß Sie sich „um Kopf und Kragen reden", sehe ich in Ihrem Fall ausnahmsweise nicht.

In Bezug auf Ihren Kollegen können Sie nicht viel mehr tun, als diesen durch eine wahrheitsgemäße Aussage vor dem Arbeitsgericht zu unterstützen.


Rechtsanwalt Ralf Morwinsky

Rückfrage vom Fragesteller 31.08.2010 | 16:17

Sehr geehrter Hr. Morwinsky,

irgendwie ist nun wie erwähnt mein Kollege ins Spiel gekommen, der nun auf mich sehr sauer ist. Wegen einer "Aussage von mir". Es kam ca. 1-Woche nach meinem Geständnis zu einer Aussprache unter 4 Augen mit dem von mir Beleidigten. Irgendwie brachte er den Namen meines Kollegen dort ins Spiel. Seitdem glaubt er, dass mein Kollege an diesem Schreiben beteiligt gewesen ist, er behaupete immer wieder, dass mein Kollege mich instrumentalisiert habe. Ich sei nur sein Opfer. 2-3 Tage später wurde meinem Kollegen fristlos gekündigt. Ich habe nochmals und mehrmals sofort klargestellt, dass ich die Tat alleine begangen habe, was auch in der Tat so ist. Ich bin total fertig mit den Nerven, mein Kollege natürlich auch. Ich wollte dem Kollegen gefallen, ich habe in seinem Auftrag gehandelt. Vielleicht habe ich Montags bei dem 4-Augen Gespräch eine unbedachte Bemerkung gemacht. Aber nie und nimmer war mein Kollege beteiligt. Die glauben mir das nicht! Ist aber so! Ich werde den Eindruck nicht los, dass mein Mist, den ich baute, benutzt wird um meinen Kollegen loszulassen. Immer wieder und immer wieder hat mir der Beleidigte an diesem Abend eingeredet, dass ich es nicht alleine war. Mein Kollege wurde auf Verdacht hin gekündigt (wegen so einer vergeichsweisen Lapalie) ohne diese anzuhören, was laut Rechtssprechung doch normalerweise gar nicht so funktionieren darf und soll. Wenn ich nun meinem Kollegen unbewußt geschadet habe? Ich habe auch solche Angst, vor einer Haftstrafe, habe mir noch nie was zu schulden kommen lassen. Was ist nun, wenn der Kollege mich nun anzeigt, auf Schadensersatz wegen einer Falschaussage? Bin so verzweifelt.

Sollte ich Ihrer Meinung nach, nochmals schriftlich darauf hinweisen, dass ich die Tat alleine begangen habe, oder sollte ich das nur vor Gericht klar stellen? Ich hätte aber gerne, dass das Ganze schon vorher, also außergerichtlich geklärt wird. Kennen Sie vielleicht einen Mediator bzw. Vermittler, den Sie mir empfehlen könnten? Die Sache soll endlich aus meinem Leben und aus der Welt verschwinden!!

Viele Grüße und Sie können mir natürlich eine Rechnung zusenden, die ich selbstverständlich sofort zahlen werde,

wäre sehr dankbar, wenn Sie mir nochmals antworten würden und mich eventuell auch vertreten würden.

Viele Grüße und Danke







Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.09.2010 | 07:22

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Zur seriösen Einschätzung möglicher Konsequenzen Ihrer Äußerungen im Gespräch mit dem Beleidigten ist es nötig zu wissen, welche dies konkret waren und ob diese auch beweisbar sind. Wegen der 4-Augen-Situation wird es dem Beleidigten schwer fallen, Ihnen Ihren Kollegen kompromitierende Aussagen nachzuweisen.
Ein strafrechtlich relevantes Verhalten sehe ich nach Ihren Angaben weiterhin nicht als gegeben an. Eine Haftstrafe haben Sie definitiv nicht zu befürchten.
Sie sollten aber mit Angaben zu dem Inhalt des Gespräches zurückhaltend sein, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, daß diese falsch interpretiert und zu Ihrem oder Ihres Kollegen Nachteil ausgelegt werden.

Sie können durchaus nochmals darauf hinweisen, daß Sie alleiniger Urhber der anonymen Schreiben sind. Auf das 4-Augen-Gespräch sollten Sie sich hierbei aber nicht im Detail beziehen.

Eine gütliche (außergerichtliche) Klärung wäre natürlich wünschenswert. Ob in der geschilderten derzeitigen Situation eine solche möglich ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.
Mediatoren, die in der Nähe Ihres Wohnortes tätig sind, sind mir nicht bekannt. Sie können sich jedoch an Ihr örtliches Amtsgericht wenden.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben. Gerne können Sie sich auch direkt an mich wenden.

Bewertung des Fragestellers 31.08.2010 | 15:54

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