Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Räumungsklage gegen Untermieter

07.11.2012 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Aufgrund eines anfangs vermeintlich temporären Job- und damit verbundenem Ortswechsels nach Berlin habe ich die von mir in Hamburg gemietete 2-Zimmer-Wohnung komplett untervermietet. In Absprache mit dem Vermieter wurde die Untervermietung als Übergangszustand bewilligt, für den ein Untermietzuschlag von 20 Euro von mir als Hauptmieter erhoben wurde, den ich seither zahle.

Das Untermietverhältnis existiert nun mittlerweile seit ca. 8 Jahren. Immer wieder kam es im Laufe der Jahre zu Mietzahlungsverzögerungen seitens des Untermieters, die ich zeitweise hinnahm, dann aber wieder die rechtzeitige Zahlung der Miete einforderte. Vor 2 Jahren habe ich dem Untermieter eine Mahnung übergeben, die Miete pünktlich zu überweisen, andernfalls würde ich das Untermietverhältnis aufkündigen. Als in diesem Jahr die Miete in 2 aufeinanderfolgenden Monate erst nach Aufforderung verzögert gezahlt wurde, habe ich das Mietverhältnis fristlos und außerordentlich gekündigt. Gleichzeitig habe ich den Hauptmietvertrag gekündigt.

Da der Untermieter mindestens mit einem Kind in der Wohnung lebt, habe ich ihm 3 Monate für die Suche einer neuen Wohnung eingeräumt. Nach Ablauf dieser Zeit habe ich als Hauptmieter in Absprache mit dem Vermieter dem Untermieter eine weitere Räumungsfrist von 4 Monaten gewährt. In dieser Zeit kümmerte sich der Untermieter aber nicht um einen alternativen Wohnraum, sondern darum, vom Vermieter als Hauptmieter für die Wohnung übernommen zu werden. Dieses Gesuch wurde jedoch von meinem Vermieter abgelehnt. Gleichzeitig wurde meinem Untermieter eine familiengerechte Wohnung in der Nähe des anderen Elternteils seines Kindes, bzw. seiner Kinder angeboten, die dieser sich aber gar nicht erst anschaute mit der Begründung, das Objekt läge nicht im bisherigen Wohnviertel.

Nun läuft die Räumungsfrist am Ende dieses Monats ab, der Untermieter zeigt sich nicht gewillt, die Wohnung bis dahin zu räumen. Er wolle sich gegen seine Nichtübernahme als Hauptmieter wehren. Der Vermieter hat mir gegenüber bereits erklärt, dass er Räumungsklage sowohl gegen mich als auch gegen den Untermieter erheben wird, sollte letzterer bis zum Monatsende nicht ausgezogen sein.

Wie muss ich in diesem Fall agieren?
1) a) Muss oder sollte ich weiterhin Miete an den Vermieter zahlen, obwohl das Mietverhältnis abgelaufen ist und Gefahr besteht, dass der Untermieter keine Miete zahlen wird?
b) Bzw., falls ich Miete auch für die Monate nach Ablauf der Räumungsfrist zahlen muss, habe ich das Recht, sie erst dann zu bezahlen, wenn ich den Mietzins vom Untermieter erhalten habe?
2) Muss oder sollte auch ich Räumungsklage gegen den Untermieter erheben?
3) Sollte ich mir einen Anwalt nehmen, und wenn ja, an welchen Ort: an dem Ort des Streitobjekts oder an meinem Wohnort?

Sehr geehrte Ratsuchende,



die von Ihnen gestellten Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1a)
Muss oder sollte ich weiterhin Miete an den Vermieter zahlen, obwohl das Mietverhältnis abgelaufen ist und Gefahr besteht, dass der Untermieter keine Miete zahlen wird?


Ja, denn hier müssen Sie strikt die einzelnen Vertragsverhältnisse trennen.

Der Vertrag zwischen Ihnen und Ihrem Untermieter ist ein Vertrag, bei dem IHR Vermieter keinen Einfluss hat.

Gleiches gilt für den (Hauptmiet)Vertrag zwischen Ihnen und Ihrem Vermieter, auf den der Untermieter keinen Einfluss hat.

Beide Verträge sind unanhängig voneinander zu betrachten. Zahlt Ihr Untermieter nicht, ist das also allein ihr Risiko und tangiert Ihren Vermieter im Hauptvertrag nicht. Der Vermieter kann (und wird) also von Ihnen nach Beendigung des Mietverhältnisses die Herausgabe der geräumten Wohnung fordern können. Können Sie dieses - aufgrund des Nichtauszuges des Untermieters nicht - werden Sie mit der Zahlung einer Nutzungsentschädigung (die sich an der Höhe der bisherigen Mietzinszahlung orientieren wird) rechnen müssen.


1b) Bzw., falls ich Miete auch für die Monate nach Ablauf der Räumungsfrist zahlen muss, habe ich das Recht, sie erst dann zu bezahlen, wenn ich den Mietzins vom Untermieter erhalten habe?

Nein, da es allein Ihr Risiko ist, ob und wann der Untermieter zahlt; Ihren Vermieter hat das nicht zu tangieren - es sei denn, es wurde im Mietvertrag AUSDRÜCKLICH festgehalten, dass Sie die Miete erst zahlen müssen, wenn Sie das Geld vom Untermieter erhalten haben. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass es eine solche Vereinbarung geben sollte.



2) Muss oder sollte auch ich Räumungsklage gegen den Untermieter erheben?

Nein. Hier sollten Sie Ihren Vermieter schriftlich auf eine Besonderheit hinweisen:

Der Eigentümer hat gegen den Untermieter einen Anspruch auf Herausgabe des gemieteten Raumes (OLG Hamm, WuM 1981, 40 und AG Düsseldorf, WuM 1976,30), so dass Ihr Vermieter also gegen den Untermieter die Räumungsklage erheben muss, da Ihr Vermieter insoweit einen eigenen Räumungstitel gegen den Untermieter haben muss (BGH, WuM 2003, 577).



3) Sollte ich mir einen Anwalt nehmen, und wenn ja, an welchen Ort: an dem Ort des Streitobjekts oder an meinem Wohnort?

Ja, das ist hier wirklich empfehlenswert. Sinnvoll wäre die Beauftragung eines Kollegen am Ort des Streitobjektes, wenn wie hier mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu rechnen ist, da die örtliche Gerichtszuständigkeit sich dann nach dem Mietobjekt richten wird.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68779 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank, endlich habe ich Klarheit. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank :-) ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat die Frage schnell und korrekt beantwortet. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen