Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Räumungsklage gegen 7 köpfige Familie (5 minderjährige Kinder) als Mieter


15.12.2013 12:46 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Unser gemietetes Wohnhaus und das von meiner Mutter bewohnte Nebenhaus sind Zwangsversteigert worden, der neue Besitzer kündigte das Mietverhältniss wegen Eigenbedarf. Es gibt keine Mietschulden. Für meine Mutter war schnell eine Wohnung gefunden und wir haben das andere Haus fristgerecht geräumt. Da der Vermieter uns Umzugskosten und Ausgaben erstatten wollte und wir ein neues Mietobjekt in Aussicht hatten haben wir dummerweise im Mai einen Mietaufhebungsvertrag zum 31.10.13 unterschrieben. Da es mit dem Mietobjekt nicht klappte und trotz intensiver Suche nichts gefunden wurde haben wir dem Vermieter am 15.10. mitgeteilt das wir nicht fristgerecht ausziehen können, aber intensiv auf der Suche sind. Wir haben den Vermieter (Kläger) laufend über Bewerbungen zu entsprechenden Mietobjekten informiert. Am 12.11.13 hat der Vermieter Räumungsklage eingereicht und wie folgt begründet: Laut Aufhebungsvertrag schulden die Beklagten die Herausgabe und Räumung des Mietobjekt zum 31.10.13. Die Kläger fragten an, ob die Beklagten ausziehen was diese nicht kommentierten keine Anstalten des Auszug an den Tag legten. Räumungsklage ist daher geboten
Wir haben uns gegen die Klage verteidigt und dem Gericht mitgeteilt das eine Räumung ein Härtefall für uns darstellt und wir mit 5 Kindern obdachlos wären, der Eigenbedarf des Vermieters im nachhinein angezweifelt wird da er selbst ein Haus bewohnt und das von unserer Mutter geräumte Nachbarhaus leer steht. Wir uns um eine Wohnung bemühen und sobald etwas gefunden wurde das Haus räumen. Der Kläger hat darauf erwidert: Zum einen wäre die Kündigung aufgrund § 57ZVG begründet gewesen, zum anderen kommt es darauf nicht an da die Parteien eine Aufhebungsvereinbarung getroffen haben…… Auf Grund des Zeitablaufs kann der Einwand der besonderen Härte nicht mehr erfolgen. Zudem wird bestritten das die Beklagten sich hinlänglich um Ersatzwohnraum gekümmert haben.
Folgende Punkte des Klägers sind nachweislich falsch: In der Klage: Die Kläger hätten den Auszug angefragt und wir hätten den vereinbarten Auszug zum 31.10.13 nicht kommentiert. Richtig ist das wir den Kläger schriftlich am 15.10.13 informiert haben. In der Erwiderung wir hätten uns nicht hinlänglich um Ersatzwohnraum gekümmert. Richtig ist das wir den Kläger mehrfach informiert haben. Entsprechende Nachweise der Wohnungssuche können wir vorlegen. Der Gerichtstermin wurde zwischenzeitlich für Mitte Januar anberaumt. Sobald wir eine Wohnung haben ziehen wir aus, einen Anwalt können wir uns nicht leisten. Im Netz habe ich eine Möglichkeit gefunden zum Termin nicht zu erscheinen und dann gegen das Versäumnisurteil Einspruch zu erheben. Würde uns das eher zum Nachteil ausgelegt oder wie viel Zeit könnte das bringen? Was können wir in vorstehender Angelegenheit überhaupt noch selber machen bzw. erwarten? Ich weiß unser Einsatz ist nicht sehr hoch, aber danke für die Hilfe.

Sehr geehrter Ratsuchender,


nach dieser Mitteilung des Plattformbetreibers haben Sie den empfohlenen Richtpreis unterschritten und dadurch bei der Beantwortung der Frage eine sehr niedrige Variante gewählt. Der Hinweis zur Preisfindung lautet u.a.: Wie ausführlich soll die Antwort sein? Je mehr der Anwalt ins Detail gehen soll, desto höher sollte Ihr Angebot ausfallen. Ein Mindestgebot von 25 Euro kann daher nur von einem Anwalt beantwortet werden kann, wenn er Frage und Antwort innerhalb von maximal 5-10 Minuten bearbeiten kann. Ich darf um Beachtung beim Lesen der Antwort und Ihrer Bewertung bitten. Nun zur Antwort Ihrer Fragen:



Sicherlich können Sie ein Versäumisiurteil hinnehmen und dann versuchen, Zeit über den Einspruch zu schinden. Allerdings ist auch das Versäumnisurteil vorläufig vollstreckbar und ein weiteres Verfahren nach Einspruch würde allenfalls Geld kosten; auch dürfte die Vermieterseite dann nicht bereit für irgendwelche Zugeständnisse sein.


Teilen Sie dem Gericht die gesamte Situation mit, gehen Sie zum Termin und versuchen Sie einen Vergleich hinsichtlich der Räumungsfrist zu erhalten.

Ist das nicht möglich, belassen Sie es bei dem Versäumnisurteil, treten vor Gericht also nicht auf, stellen dort also keine Anträge.

Das Versäumnisurteil ist dann die günstigste Lösung für Sie - denn Recht hat der vermieter allemal, auch wenn Sie es in Details anders sehen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
http://ra-bohle.blog.de/


Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2013 | 13:57

Ich habe Ihre Antwort nicht so richtig verstanden. Im 2. Abschnitt Ihrer Antwort raten Sie vor Gericht einen Vergleich zu
erreichen, danach raten sie falls das nicht möglich ist zum Versäumniss. Wenn ich doch vor Gericht einen Vergleich anstrebe kann ich doch nicht gleichzeitig ein Versäumnissurteil erreichen.
Wie ist das zu verstehen? Danke für ihre Antwort im voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2013 | 14:05

Sehr geehrter Ratsuchender,


gerne nochmals deutlicher:

Sie gehen zu dem Gerichtstermin. Stellen aber keinen Antrag.

Erklären Sie dem Gericht die Situation; dabei sollten Sie auch Ihre Bemühungen zum Finden einer Ersatzwohnung deutlich machen können.

Dann versuchen Sie einen Vergleich hinsichtlich des Räumungszeitpunktes zu bekommen - mit etwas Verhandlungsgeschick kann man das bis zu sechs Monaten Herauszögern.

Kommt es zu dem Vergleich, haben Sie die Zeit gewonnen.


Kommt es nicht zu einem Vergleich (weil vielleicht die Vermieterseite nicht will), stellen Sie keinen Antrag.

Die Vermieterseite stellt dann den Antrag aus der Klageschrift (=Räumung) und auch Antrag auf Erlass eines Versäumnisurteils, was dann erheben müsste.

Da Sie keinen Antrag gestellt haben, ist das der kostengünstigste Weg (WENN der Vergleich nicht möglich ist).



Also:

Gespräche vor Gericht mit dem Ziel des Vergleiches führen aber keinen Antrag stellen.

Kommt der Vergleich nicht zustande, auch keinen Antrag stellen.

Es wird dann ein Versäumnisurteil (aber eben kein Vergleich) zustande kommen und das ist die dann günstigste Lösung.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
http://ra-bohle.blog.de/

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER