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Räumungsklage geg. ehem. Eigentümer nach Zwangsversteigerung

9. Januar 2015 12:02 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Es geht um Verfahren und Risiken einer zwangsersteigerten Wohnimmobilie.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin daran interessiert, eine Wohnimmobilie bei einer Zwangsversteigerung zu erwerben.

Die Immobilie wird aktuell von dem Eigentümer bewohnt. Es ist nicht davon auszugehen, dass man sich mit ihm "gütlich" über seinen Auszug einigen kann.

Meine Fragen:

1.) Wie lange dauert es nach dem Zwangsversteigerungs-Termin im Falle eines Erwerbs, bis ich einen Räumungstitel erhalte?
2.) Welcher Zeitraum ist bis zu einer Zwangsräumung üblich?
3.) Wer übernimmt die Verbrauchskosten (Strom, Wasser, Heizung, TV etc.), die vom ZV-Termin bis zur Räumung entstehen? Müsste ich als neuer Eigentümer hier sofort aktiv werden?
4.) Da der Eigentümer nicht liquide ist, werde ich die Kosten des Verfahrens tragen müssen. Wie hoch sind diese einzuschätzen?
5.) Wie läuft eine Räumung in der Praxis ab:
Sollte der Eigentümer bis zu dem Räumungstermin keine neue Unterkunft gefunden haben, werden die Möbel etc. eingelagert? Wenn ja, kommen diese Lagerhaltungskosten ebenfalls auf mich zu?
6.) Kann ich davon ausgehen, dass nach einer Räumung die Immobilie tatsächlich komplett leer ist (also ohne alle beweglichen Dinge, die nicht Bestandteil der Versteigerung waren)?
7.) Sollte der Eigentümer am Tag der Zwangsräumung den Zutritt zur Immobilie verweigern (nicht öffnen), wird die Immobilie dann „gewaltsam" (also beispielsweise durch Aufbrechen der Tür) geräumt?

Meine letzte Frage:

8.) Ist das Verfahren eher unkompliziert oder würden Sie mir auf jeden Fall das Hinzuziehen einer Rechtsberatung empfehlen?

Vielen Dank für Ihre Einschätzung und Hilfe!

Freundliche Grüße!

9. Januar 2015 | 13:27

Antwort

von


(948)
Vorstadt 42
41812 Erkelenz
Tel: 02435 - 6114416
Tel: 0174 - 9994079
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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen:

1.) Wie lange dauert es nach dem Zwangsversteigerungs-Termin im Falle eines Erwerbs, bis ich einen Räumungstitel erhalte?

Antwort: Bestenfalls, also einvernehmlich, nachdem Sie die Gerichtskosten bezahlt haben: 4 – 6 Wochen. Im streitigen Fall bis zum Abschluss auch mehrere Monate.


2.) Welcher Zeitraum ist bis zu einer Zwangsräumung üblich?

Antwort:
Mindestens 3 Wochen nach Zustellung der Räumungsankündigung durch den Gerichtsvollzieher (GV) und nach Zahlung eines Kostenvorschusses an den GV.

3.) Wer übernimmt die Verbrauchskosten (Strom, Wasser, Heizung, TV etc.), die vom ZV-Termin bis zur Räumung entstehen? Müsste ich als neuer Eigentümer hier sofort aktiv werden?

Antwort: Bis auf Weiteres der Vertragspartner der Lieferanten, also der derzeitige Wohnungsinhaber.

4.) Da der Eigentümer nicht liquide ist, werde ich die Kosten des Verfahrens tragen müssen. Wie hoch sind diese einzuschätzen?

Antwort: Gerichtskosten, Anwaltskosten (sofern beauftragt) und Kosten des GV richten sich am Gegenstands- bzw. Streitwert aus.

5.) Wie läuft eine Räumung in der Praxis ab:
Sollte der Eigentümer bis zu dem Räumungstermin keine neue Unterkunft gefunden haben, werden die Möbel etc. eingelagert? Wenn ja, kommen diese Lagerhaltungskosten ebenfalls auf mich zu?

Antwort: Ja, zahlbar per Vorschuss nach dem Marktwert.

5.) Kann ich davon ausgehen, dass nach einer Räumung die Immobilie tatsächlich komplett leer ist (also ohne alle beweglichen Dinge, die nicht Bestandteil der Versteigerung waren)?

Antwort: Zubehör ist mit Zuschlag in Ihr Eigentum übergegangen und bleibt vor Ort. Den Rest (Müll) entsorgt der GV ggf. auf Ihren Wunsch und Ihre Kosten. Vorsicht: werthaltiges Eigentum des Zwangsgeräumten muss auf Ihre Kosten eingelagert werden. Alles dokumentieren!

6.+ 7.) Sollte der Eigentümer am Tag der Zwangsräumung den Zutritt zur Immobilie verweigern (nicht öffnen), wird die Immobilie dann „gewaltsam" (also beispielsweise durch Aufbrechen der Tür) geräumt?

Antwort: Ja, aber NUR vom GV und mit vollstreckbarem Titel. Sonst verbotene Eigenmacht und ggf. sogar mehr.

Antwort zu Frage 8:

Sofern etwa noch ein Mieter oder gar Untermieter vorhanden ist, wird die Sache noch komplizierter. Bei Illiquidität des ursprünglichen Eigentümers und ohne Bereitschaft zur gütlichen Einigung gehen Sie durchaus Risiken ein, leider sogar mit und ohne Rechtsberatung. Denn auch im Falle des letztlichen Obsiegens haften Sie wg. der Illiquidität des Gegners auch für die hier summarisch dargelegten Kosten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Ergänzung vom Anwalt 9. Januar 2015 | 18:12

Noch Anm. zu oben Ziff. 1 und 8:

Räumungstitel bezüglich Wohnraum sind Urteile,
Prozessvergleiche ( § 794 Abs. 1 Nr. 1 ZPO ), die eine
Räumungsverpflichtung enthalten, in gerichtlichen Verfahren (nicht nur in Räumungsprozessen), UND der Zuschlagsbeschluss nach §§ 82, 93
ZVG gegen den auf dem Grundstück wohnenden Eigentümer!
(wegen § 93 Abs. 1 S. 2 ZVG i. V. §§ 57 ZVG , 566 , 578 BGB aber nicht zugleich wirksam ggü. auf dem Grundstück
wohnende Mieter.

Insofern beantragt man eine vollstreckbare Ausfertigung des Zuschlagsbeschlusses, so dass dies - wenn keine weiteren Komplikationen auftreten - auch schneller geht.

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