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Radfahrer kollidiert mit Auto > fahrlässige Körperverletzung gegen Autofahrer?!

| 25.07.2016 00:42 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Fall:
Mit meinem PKW hielt ich an einer Kreuzung zur Hauptstraße an, um auf den auf der Hauptstraße von links kommenden Autoverkehr zu warten, mit der Absicht, beim freien Weg rechts in die Hauptstraße abzubiegen. Ein Radfahrer, der von rechts nach links auf einem parallel zur Hauptstraße verlaufenden, für Radfahrer in einer Fahrtrichtung (links nach rechts!) freigegebenen Gehweg (Zeichen 239 "Gehweg" + 1022-10 "Radfahrer frei") kam, fuhr über die Kreuzung, kollidierte mit dem vorderen Nummernschild meines stillgestandenen Autos, stürzte und purzelte etwa 5 Meter in seine Fahrtrichtung weiter (er fuhr also auch über Schrittgeschwindigkeit). Er erlitt dabei eine Schnittverletzung am Schienbein (er trug übrigens keinen Helm).

Ermittlung der Staatsanwaltschaft:
Ich wurde gemäß §§223 Abs. 1, 229, 230 Abs. 1 StGB mit fahrlässige Körperverletzung beschuldigt.
Gemäß §153a Abs. 1 StPO wird von der öffentlichen Klage abgesehen, wenn ich 600 Euro zugunsten einer SuchtHotline zahle, sonst wird Strafbefehl gegen mich erfasst, der Fall in ein Führungszeugnis aufgenommen und ein Eintrag sowohl im Bundeszentralregister als auch im Verkehrszentralregister in Flensburg erfolgen.
Der Staatsanwalt bekräftigt, dass die Tatsachen bereits im Rahmen der Strafzumessung berücksichtigt wurden, weshalb die Höhe der Geldauflage "noch im unteren Bereich befindet."

Frage:
Obwohl der Radfahrer die Verkehrsregeln und -richtlinien missachtet, bin ich hier wirklich fahrlässig? Geben Sie mir bitte eine Empfehlung, ob ich diesen Fall weiterverfolgen (Einspruch eines Strafbefehls) oder lieber die Geldauflage nachkommen soll.

Sehr geehrter Fragesteller!

Ihre Schilderung des Angebots der Staatsanwaltschaft könnte leicht fur eine Erpressung gehalten werden, wenn man es so liest.

Dies ist natürlich nicht der Fall.

Die Einstellung gegen Geldauflage soll nämlich auch immer eine Rechtsunsicherheit beseitigen. Wenn ihr KFZ aber stand, ist die Verantwortung beim Radfahrer zu suchen. Auch bei der fahrlässigen Körperverletzung wird untersucht, ob ihnen ein Vorwurf gemacht werden kann, und ob nicht eine uberwiegende selbstgefährdende Handlung vorliegt.

Ungünstig sieht die Sache dann aus, wenn der Radfahrer ausgesagt hätte, sie wären gerollt. Um die Aussage zu prüfen, kann ein Anwalt Akteneinsicht fordern; erst dann kann ich eine gute Handlungsempfehlung geben.

Nach ihrer Darstellung wäre aber der Geldauflage nicht zuzustimmen, die endgültige Einstellung nach §170 StPO zu beantragen. Ergeht dennoch ein Strafbefehl, gilt wie immer: Dieser ist nur vorläufig! Bei Einspruch gibts eine Verhandlung, die sehr wohl mit Freispruch enden kann.

Letztlich muss man aber die Akte einsehen, um genaueres zu sagen. Die Kosten der Akteneinsicht sind aber wesentlich geringer als die Strafe, so dass es sich durchaus lohnen kann. Erst recht, wenn Sie sich im Recht sehen.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2016 | 08:56

Danke für die schnelle Antwort! Mir ist noch eine Sache unklar, um eine Entscheidung über Weiterverfolgung (Aktieneinsicht) zu treffen.

Sie schreiben: "Ungünstig sieht die Sache dann aus, wenn der Radfahrer ausgesagt hätte, sie wären gerollt... Um die Aussage zu prüfen, kann ein Anwalt Akteneinsicht fordern; erst dann kann ich eine gute Handlungsempfehlung geben.... Das verkehrswidrige Verhalten des Radfahrers ... würde in der Regel keine Strafbarkeit vermuten lassen."

Angenommen, der Radfahrer habe diese Aussage (rollendes Auto) gemacht (und könne sogar mit Augenzeuge belegen - sein Bruder fuhr nämlich hinter ihm rad, kollidierte aber nicht mit meinem Auto). Gegen seiner Aussage habe ich nur meine. Wird also in diesem Fall das verkehrswidrige Verhalten des Radfahrers keine wesentliche Rolle spielen und die Fahrlässigkeit und daraus folgende Körperverletzung alleine oder zum größten Teil am Autofahrer (mir) liegen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2016 | 09:59

Ja, leider. Nach der StVO ist jeder Fahrer zur Rücksichtnahme angehalten; dies gilt auch gegenüber verkehrswidrig fahrenden Radfahrern.

Ergänzung vom Anwalt 25.07.2016 | 01:30

Um die Antwort zu vervollständigen; das verkehrswidrige Verhalten des Radfahrers und das Stehen ihres KFZ würde in der Regel keine Strafbarkeit vermuten lassen.

Ergänzung vom Anwalt 27.02.2017 | 20:44

Vielen Dank für die Bewertung.


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Bewertung des Fragestellers 26.07.2016 | 15:35

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