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Quellenangabe bei Internet- und Buchrecherche im eigenen Werk notwendig?

| 03.02.2013 13:52 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich habe ein eigenes eBook geschrieben. Es geht um das Thema Abnehmen durch Sport und einer gesunden Ernährung.
Dabei habe ich in verschiedenen Büchern und im Internet auf mehreren Websiten und Foren recherchiert und diesen Inhalt als Grundlage genommen und anschließend mit meinen eigenen Worten in meinem eigenen eBook wiedergegeben.
Beispiel:
In einem Buch wird geschrieben, wie man sich gesund ernährt und worauf man beim Abnehmen achten soll. Diesen Inhalt habe ich zum Teil sinngemäß umgeschrieben, ergänzt mit weiteren Internetrecherchen und eigenen Fotos von speziellen Übungen.

Nun meine Fragen, damit ich auf Nummer sicher gehe, keine Urheberrechte zu verletzen:

1. Muss ich die vielen Websiten und Bücher, wo ich recherchiert habe, in meinem eBook als Quellen angeben? Es wurden dabei keine Sätze/ Wortgruppen eins zu eins übernommen.

2. Dürfen die wiedergegebenen Inhalte den Originalinhalten sinngemäß ähneln? Dabei wurden jedoch andere Texte andere Wörter gewählt. Kann ich mein eBook ähnlich gliedern?

3. Kann ich abmahnt werden aufgrund ähnlichem Inhalt? Was passiert im schlimmsten Fall?

Vielen Dank im Voraus für die detaillierte Beantwortung meiner Fragen.

03.02.2013 | 15:26

Antwort

von


(582)
Throner Str. 3
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069-4691701
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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Dies vorausgeschickt möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Zu 1: Nein, es besteht keine Verpflichtung sämtliche Werke anzugeben, bei denen Sie recherchiert haben. Dies wird in erster Linie bei wissenschaftlichen Werken gemacht.

Zu 2: Hier bewegen Sie sich im Spannungsfeld zwischen § 23 UrhG (einer verbotenen Bearbeitung) und § 24 UrhG (einer grundsätzlich zulässigen freien Benutzung).

Die Abgrenzung ist mitunter schwierig und wird im Falle eines Rechtsstreits vom Gericht unter Würdigung der Besonderheiten des Einzelfalls vorgenommen.

Die Grundregel ist: Wenn Sie andere Bücher, Texte von Webseiten etc. nur benutzen um ein eigenes neues Werk zu schaffen liegt eine freie Benutzung vor.
Die individuellen Züge des benutzten Werks müssen gegenüber dem neuen Werk „verblassen" (so BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201999,%20984" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 29.04.1999 - I ZR 65/96: Fortsetzung des berühmten Romans "Dr. Shiwago"?">GRUR 1999, 984</a>).

Wenn Sie sich dagegen den individuellen geistigen Inhalt eines Werkes ohne eigenen Beitrag (!) einfach aneignen, dann wird man von einer verbotenen Bearbeitung bzw. einer Urheberrechtsverletzung ausgehen müssen, selbst wenn Sie die Wortwahl leicht verändern.
Auch eine identische oder ähnliche Gliederung eines Buchs kann ein Hinweis auf eine solche Aneignung sein.

Dabei ist immer zu beachten: Anerkannte wissenschaftliche Lehren, Erkenntnisse und Theorien z.B. im Ernährungsbereich sind Allgemeingut und unterliegen nicht dem Urheberrechtsschutz.

Zu erwähnen ist noch das Zitatrecht nach § 51 UrhG .

In gewissen Grenzen sind Zitate nach dieser Regelung auch ohne ausdrückliche Zustimmung des Urhebers rechtlich möglich.

Allerdings muß betont werden, daß es sich um einen Ausnahmetatbestand handelt, da nach dem Grundsatz nur der Urheber oder ein Nutzungsberechtigter zu einer gewerblichen Nutzung bzw. Veröffentlichung berechtigt ist.

Der Erlaubnistatbestand des § 51 S. 2 Nr. 2 UrhG bestimmt: Einzelne Stellen eines Werkes können in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden.

Aber selbst in diesem Fall dürfen Sie nicht einfach die Zitate benutzen um sich eigene Ausführungen zu ersparen (so KG GRUR 1970,616 ), sondern es ist eine Form der geistigen Auseinandersetzung mit dem Zitat notwendig.

Schließlich ist gemäß § 63 UrhG auch die Quelle und der Urheber des zitierten Werks anzugeben.

Zu 3: Wenn Sie die o.g. Regelungen und damit das Urheberrecht verletzen drohen nach § 97 UrhG Schadensersatz- und Unterlassungsansprüche des Urhebers. Daher ist im Zweifel eine anwaltliche Prüfung vor der Veröffentlichung empfehlenswert.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung und Vertretung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.
Sie können mich bei weiteren Fragen auch über die angegebene E-mail Adresse kontaktieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, noch einen schönen Tag und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de



Bewertung des Fragestellers 05.02.2013 | 17:54

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