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Psychische Probleme erfordern Auszug von daheim,Eltern sträuben sich dagegen


31.07.2006 11:42 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo...
Ich bin 17 (werde im Dezember 18), war bis Februar auf der Schule (Gymnasium), habe dann abgebrochen (Mitte 11. Klasse), um eine Ausbildung anzufangen.
Der Hauptgrund dafür war eigentlich, dass ich einen Weg gesucht habe, von daheim auszuziehen. Ich bin essgestört, habe totale Probleme mit meinen Eltern, vor allem mit meiner Mutter, die selbst psychisch krank ist (sich dies allerdings nicht eingesteht), mich ständig fertig macht, mir Vorwürfe für alles macht und habe durch die psychische Belastung auch ständig mit körperlichen Problemen zu kämpfen.
Ich bin seit eineinhalb Jahren in Therapie und auch meine Therapeutin ist der Meinung, dass eine Trennung vom Elternhaus dringend notwendig ist.
Meine ehemaligen Lehrer sind derselben Meinung und auch die Therapeutin in der Psychiatrie, in der ich eine Woche "auf Krise" war, weil ich es daheim nicht mehr ausgehalten habe, war der Meinung...vor allem, da meine selbstverletzenden Verhaltensweisen sehr atypisch sind und hauptsächlich dann auftreten, wenn ich zu Hause bin oder zwar woanders bin, meine Mutter mich dann aber anruft und unter Druck setzt...
Ich habe sonst keine Probleme im Umgang mit Menschen, habe 2,5 Jahre am Wochenende und in den Ferien im Altersheim gejobbt, Kinderschwimmkurse gegeben und meine Lehrer halten mich für hochgradig sozial kompetent.
Nachdem ich also von der Schule abgegangen bin, habe ich ein Praktikum auf der Gerontopsychiatrie gemacht, weil ich mich für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin entschieden hatte. Es hat mir zwar Spaß gemacht, aber nach 10 Tagen war ich wieder ständig krank, weil es daheim wieder schlecht lief.
Jetzt habe ich mich entschieden, doch Abitur zu machen (Ich hatte trotz der vielen Fehlzeiten gute Noten, einen Schnitt von 1,9). Ich weiß aber, dass ich das nicht schaffen kann, wenn ich nicht von daheim ausziehe. Ich erbreche ständig, bin depressiv, habe überhaupt keine Freude mehr am Leben.
Meine Eltern wollen mich nicht gehen lassen...Mein Vater sieht zwar, dass meine Mutter eine Therapie braucht und auch die Probleme, ist aber der Meinung, dass diese gelöst werden müssen und ich dafür daheim wohnen müsse.
Da wir aber schon öfters versucht haben, etwas zu ändern und meine Mutter auch einer Familientherapie nicht zustimmt, weiß ich, dass sich nichts ändern wird - was auch meine Therapeutin bereits festgestellt hat.
Ich würde gern mit meinem Freund (22) zusammenziehen - in eine Stadt, die ca.1,25 Autostunden von hier weg ist - und dort auf die Schule gehen. In dem Gymnasium habe ich mich bereits erkundigt und es sind noch Plätze in der 11. Klasse frei. Am Donnerstag habe ich einen Termin bei dem Direktor. Ich werde diesen auf jeden Fall wahrnehmen, weiß aber nicht, was ich ihm erzählen soll, weil ich ja auch nicht weiß, ob es für mich einen Weg gibt, gegen den Willen meiner Eltern von daheim auszuziehen und das auch noch zu finanzieren...

Ich weiß, die Frage ist sehr lang, aber ich kann trotzdem nur 15 € bieten... ich hoffe, mir hilft trotzdem jemand weiter...

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Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und kann Ihnen diesbezüglich folgendes mitteilen:

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, aus dem Elternhaus auch schon mit 17 Jahren auszuziehen. Jedoch haben die Eltern grundsätzlich das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Jugendliche.

Im Mittelpunkt des Familienrechts steht jedoch das Kindeswohl. Ist dieses beeinträchtigt, kann man den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen. So wie Sie die Angelegenheit beschreiben, liegt bei Ihnen sogar eine sehr vehemente Beeinträchtigung Ihres Wohles, Ihrer Gesundheit, vor.

Grundsätzlich ist es aber dann so, dass Sie zuerst in einer staatliche Einrichtung untergebracht werden, wie z.B. einer betreuten WG.

Ich würde Ihnen aber auf jeden Fall abraten, einfach ohne die Erlaubnis der Eltern zu Ihrem Freund zu ziehen. Ihre Eltern könnten Sie dann zurückholen.

Ich würde Ihnen empfehlen, wenn Sie nicht mehr bis Dezember und somit zu Ihrer Volljährigkeit warten können, einen einstweilige Verfügung beim Familiengericht zu stellen, welche Ihren Eltern zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen soll.Dazu müssen Sie einen Anwalt aufsuchen. Das Attest Ihrer Therapeutin stellt hierbei eine tragende Rolle dar, da dieses das Argument der Kindeswohlgefährdung verdeutlicht.

Ich hoffe, dass ich Ihnen im Rahmen der Erstberatung auf Grund Ihrer Angaben eine erste rechtliche Orientierung geben konnte. Bitte beachten Sie, dass auf Grund von Umständen, die der Bearbeiterin nicht bekannt sind, eine andere rechtliche Beurteilung möglich ist.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin
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