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Prüfung Arbeitszeugnis Verbundzusteller

27.07.2019 14:35 |
Preis: 55,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt


Guten Tag,

für die Bewertung eines Arbeitszeugnis benötige ich die Hilfe eines versierten Fachanwalts mit entsprechender Qualifikation. Ich erwarte ein sehr gutes bis gutes Zeugnis, denke aber nach erster Selbsteinschätzung, dass es (stellenweise) deutlich schlechter ausgefallen ist. Ich würde Ihnen das Zeugnis per E-Mail schicken und erwarte mit der Antwort (ebenfalls als E-Mail) detaillierte Ausführungen zu den folgenden Punkten:

1) Wie bewerten Sie die einzelnen Abschnitte / Sätze (nach Schulnoten)?

2) Haben Sie zu den einzelnen Abschnitten / Sätzen konkrete Verbesserungs- / Formulierungsvorschläge?

3) Wie bewerten Sie das Zeugnis insgesamt?

4) Haben Sie zum Zeugnis insgesamt (Aufbau, Inhalt, evtl. fehlende Informationen, Konsistenz der Bewertung,…) Anmerkung oder konkrete Verbesserungsvorschläge?

5) Der letzte Absatz wirkt sehr negativ.

Information für Sie. Aufgrund Erkrankung bin ich ca. 2 Monate ausgefallen, dies als Resultat, weil ich zu spät zum Arzt bin und mich für den Weihnachtsbetrieb tatsächlich augearbeitet hatte. Ansonsten stand ich bei Notfällen auch kurzfristig zur Verfügung und arbeitete an meinen freien Tagen. Zudem akzeptierte ich an einem 45 km entfernten Stützpunkt zu arbeiten und nicht am 8 km nahen Stützpunkt, der ursprünglich ausgeschrieben war.

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte senden Sie mir das Zeugnis. Sie erhalten dann bis spätestens morgen Mittag das Ergebnis meiner Prüfung.

Mit freundlichen Grüßen
Draudt
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 29.07.2019 | 11:05

Sehr geehrter Fragesteller,

ich habe Ihr Zeugnis geprüft. Hierzu teile ich gerne folgendes mit:

Das Zeugnis ist zutreffend auf dem Briefbogen des Arbeitgebers verfasst worden. Bei den Unterschriften wäre es besser, wenn nicht "i.V." dabei stehen würde, weil so der Eindruck entsteht, als hätte sich der Chef nicht einmal Zeit genommen, das Zeugnis zu unterschreiben.

Richtig ist die Formatierung im Blocksatz.

Im ersten Absatz werden Ihre persönlichen Daten und Ihre Berufsbezeichnung genannt. Wenn Sie möchten, so können Sie das Weglassen Ihres Geburtsdatums verlangen. An diesem Absatz ist nichts zu beanstanden.

Dann folgt eine kurze Unternehmensbeschreibung. Eine solche Unternehmensbeschreibung ist nicht zwingender Bestandteil eines Zeugnisses, jedoch macht sie Sinn, um dem Leser einen besseren Eindruck zu verschaffen. Wichtig ist, dass dabei der AN im Vordergrund steht und die Beschreibung kein Eigenlob des AG darstellt. Das ist hier aber der Fall. Die Unternehmensbeschreibung sollte sachlicher formuliert werden.

Dann folgt Ihre Aufgabenbeschreibung. Bei den Aufgaben sollten Sie als derjenige, der dort gearbeitet hat, prüfen, ob alle Aufgaben genannt sind und der Wichtigkeit nach sortiert sind. Die wichtigsten Aufgaben müssen zuerst genannt sein.

Dann folgt Ihre Leistungsbeschreibung. Die einzelnen Bewertungen sind folgende:

Einsatzfreude: 3

Gründlichkeit: 3

Effizienz: 3

Qualität: 2

Belastbarkeit : 2

Fachwissen, Erlangen von Fachwissen: 2

Verantwortungsbewusstsein: 3

Die Gesamtnote ist eine drei.

Sie teilen mit, dass Sie einen weit entfernten Stützpunkt akzeptiert haben und auch kurzfristig eingesprungen sind. Beides fehlt im Zeugnis völlig. Eine Formulierung wäre: "Er war stets bereit Überstunden zu leisten und kurzfristig Dienste von erkrankten Kollegen zu übernehmen. "

Dann folgt Ihre Verhaltensbeurteilung. Diese ist durchwachsen. Zwar wird die richtige Reihenfolge, erst Vorgesetzte, dann Kollegen eingehalten, doch es fehlt die Beurteilung Ihres Verhaltens gegenüber Kunden. Das ist sehr schlecht, denn das Weglassen einer Gruppe (hier der Kunden) bedeutet, dass es hier Probleme gab. Bei einem Zusteller ist der Umgang mit den Kunden auch von besonderer Wichtigkeit, so dass eine Bewertung hier essentiell wäre. Auch ist die Formulierung hier nicht klassisch, denn bei der Verhaltensbeurteilung soll eigentlich nicht die Zusammenarbeit, sondern Ihr Verhalten bewertet werden. Daher wäre eine klassische Formulierung: " Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war (stets) einwandfrei."

Wenn hier von Zusammenarbeit die Rede ist, so erweckt das eher den Eindruck, als hätten Sie sich mit den Vorgesetzten und Kollegen auf einer Ebene gefühlt. Das sollte gerade bei ersteren nicht der Fall sein. Daher sollte diese Formulierung unbedingt geändert werden.

Dann folgt noch die Dankes- und Schlussformel. Auf diese hat man als AN keinen Anspruch, weshalb deren Vorhandensein an sich schon positiv zu werten ist. Die Formulierung " in bestem Einvernehmen" deutet auf einen Aufhebungsvertrag hin. Es sollte aber, wenn es eine positive Formulierung sein soll, heißen: " in gegenseitigem besten Einvernehmen".
Gut ist, dass man Ihnen dankt. Der nächste Satz ist schlecht, denn die Bezugnahme ist hier vertauscht. Man wünscht für den Berufsweg Erfolg und nicht für den Lebensweg. Hier wünscht man alles Gute. Das wird oft falsch gemacht, ist jedoch eine klare Abwertung. Gut ist die Erwähnung des Wortes "weiterhin".

Sie sollten Korrektur verlangen. Hier sollten Sie alsbald tätig werden, weil die Rechtsprechung Zeugnisberichtigungsansprüche bereits teilweise nach drei Monaten als verwirkt ansieht. Die Verjährung tritt drei Jahre zum Jahresende ein. Beachten Sie auch unbedingt etwaige Verfallsklauseln in Ihrem Arbeitsvertrag, auch für eine etwaige gerichtliche Geltendmachung. Diese sind oft kurz und vorrangig vor dem Gesetz.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass ich für Sie anwaltlich tätig werde und/oder ein Zeugnis formuliere, das brauchbarer ist, welches man dann als Vorschlag dem ehemaligen AG vorlegen kann. Der AN hat Anspruch auf ein wohlwollendes qualifiziertes Arbeitszeugnis. Da Sie mit Noten von 2-3 bedacht werden, ist dies soweit erfüllt. Würden Sie auf eine bessere Bewertung klagen wollen, so müssten Sie beweisen, dass Ihre Leistungen besser waren. Beim Verhalten allerdings ist das andersherum. Hier müsste der AG beweisen, dass Sie sich gegenüber Kunden schlecht verhalten haben.
Falls Sie hier Interesse haben, so melden Sie sich gerne. Sicher hängt Ihr weiteres Vorgehen auch davon ab, ob Sie einen neuen Job haben.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Draudt, Rechtsanwältin

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