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Provision berechtigt?

20.09.2013 23:11 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Hallo,

ich habe folgendes Problem. Ich bin Sänger und gebe 2015 ein Konzert. Ich wurde dort offiziell angefragt und habe nun ein Telefonat mit einem der Vorstandsmitglieder des Vereins, welcher für das Konzert organisationstechnisch Verantwortung zeichnet.

In diesen Telefonat hat dieser Herr verlangt, er würde nun unter der Hand eine Provision von 10 % des Honorares wollen. Allerdings wollte er das nicht das nicht über Email oder sonst schriftlich mitteilen, und daher besser telefonieren. Und vor allem wollte er auch nicht, dass die anderen Mitglieder im Verein das mitbekommen, weil er ja noch so neu ist etc. Er wolle also die Provision unter der Hand nach dem Konzert in bar dann.

Nun ist mir sehr mulmig dabei. Ist das irgendwie illegal? Mach ich mich evtl sogar damit strafbar?

Vielen Dank und beste Grüße

-- Einsatz geändert am 20.09.2013 23:19:11

21.09.2013 | 00:51

Antwort

von


(46)
Tübinger Straße 77
72762 Reutlingen
Tel: 07121-1391640
Web: http://www.awoka.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


In dem hier gegebenen Rahmen lässt sich die Thematik leider nicht erschöpfend behandeln. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Ich möchte Ihnen aber einen Überblick über die Rechtsbereiche geben, die bei einer solchen Handlung tangiert sein können. Die genannten Rechtsfolgen müssen nicht zwingend eintreten, aber darin involviert zu sein, kann schon Schaden genug sein.

1. Ich unterstelle, dass die Zahlung ohne Quittung erfolgen soll. Es liegt also nahe, dass der Empfänger das Geld nicht versteuert. Er würde damit Steuerhinterziehung begehen. Gegen Sie könnte der Vorwurf der Beihilfe zu dieser Steuerhinterziehung erhoben werden. Ferner könnten Sie sogar wegen der verkürzten Steuern dem Finanzamt haftbar sein.

2. Die Forderung nach einer Vorteilsgewährung durch das Vorstandsmitglied könnte den Tatbestand der Bestechlichkeit nach § 299 StGB erfüllen. Insoweit stünde dann im Raum ob Sie sich wegen Bestechung nach § 299 Absatz 2 StGB strafbar gemacht haben. Immerhin könnte der andere ja auch behaupten, Sie hätten im Geld für die Beauftragung geboten.

3. Das Verhalten des Vorstandes könnte sogar als Erpressung nach § 253 StGB strafbar sein, wenn er z.B. Ihre Beauftragung von der Zahlung des Handgeldes abhängig macht. Sie als Erpresster wären dann aber nicht strafbar.

4. Das Verhalten des Vorstandes könnte als Untreue gem. § 266 StGB strafbar sein.

5. Zivilrechtlich ist ein solches Verlangen sittenwidrig und eine entsprechende Abrede nichtig. Sie können das Geld zurückverlangen, da Sie es ohne tragfähigen Rechtsgrund gezahlt haben. Alle Anspruchsvoraussetzungen müssen Sie jedoch beweisen, was angesichts der konspirativen Umstände schwierig werden dürfte.

6. Ich rate Ihnen ab, auf das Ansinnen des Vorstandsmitglieds letztlich einzugehen. Im Blick habe ich dabei auch die langfristigen Folgen, die eine solche Handlung nach sich ziehen kann, da Sie dann mehr oder weniger in der Hand dieses Herrn sind. Er kann in Zukunft auffliegen, er kann sich verplaudern, er wird in einer anderen Sache ertappt und selbst ein Jahre zurück liegender Vorgang kann sich dann zumindest medial als Rufschädigung auswirken. Das bedeutet, jetzt, wie auch in Zukunft, kann durch so eine Sache Ihre Reputation in Gefahr sein. Sie müssen einschätzen, ob sich dass für Sie beruflich negativ auswirken kann. Letztlich meine ich sogar, dass dem Herrn das Handwerk gelegt werden müsste. Hier gäbe es Möglichkeiten, entsprechende Ermittlungen in Gang zu setzen.

Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Hilpüsch, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Hilpüsch

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