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Progressionsvorbehalt


11.04.2006 08:02 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Nach beruflichem Umzug von Deutschland nach Thailand im Jahre 2004 bezog ich in diesem Jahr nur 7 Monate ein deutsches Gehalt. Wegen meines Einkommens in Thailand steht nun eine Steuernachforderung wegen Progressionsvorbehalt an.

Frage: Wie wird die Hoehe des Steuersatzes berechnet? Wird einfach nur das Brutto Auslandseinkommen angesetzt? Ich habe in Thailand nicht unerhebliche Einkommenssteuern gezahlt. Fuehrt dies nicht zu einer Verzerrung der Steuergerechtigkeit? Werden die im Ausland gezahlten Steuern irgendwie beruecksichtigt? Wie kann ich die deutschen Steuern unter Progressionsvorbehalt berechnen? Die ueblichen Steuertabellen helfen hier ja wohl nicht weiter.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Der Progressionsvorbehalt bedeutet nicht, dass Ihre ausländischen Einkünfte, auf die Sie bereits im Ursprungsland aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens Einkommensteuer gezahlt haben, in Deutschland nochmals versteuert werden. Die Einkünfte bleiben grds. steuerfrei; jedoch werden die erzielten ausländischen Einkünfte bei der Ermittlung des Steuersatzes mit einbezogen, vgl. u.a. § 32b Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 2 EStG.

Grob gesagt werden alle Einkünfte zusammengerechnet. Es gilt dann der Steuersatz, der sich auf das gesamte zusammengerechnete Einkommen bezieht. Es ist aber nicht das gesamte Einkommen zu versteuern, sondern nur noch das noch nicht versteuerte, jedoch nach dem ermittelten höheren Steuersatz.
Der konkrete Steuersatz ergibt sich aus der Einkommensteuer-Grundtabelle.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.04.2006 | 09:13

Wesentliche Punkte wurden nicht beantwortet.

1) Kann die im Ausland gezahlte Steuer sich steuermindernd auswirken?

2) Wie wird der Steuersatz unter Progressionsvorbehalt ermittelt?
Beispiel: Einkommen in D 50.000 Euro, in TH 50.000 Euro.
Die Steuertabelle (Splitting) zeigt folgende Steuersaetze:
50.000: ca. 8.700
100.000: ca. 27.000
Wie hoch waere die deutsche Steuer in diesem Beispiel?
Gibt es eine "Durchfuehrungsverordnung" oder aehnliches, die die Berechnung regelt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.04.2006 | 18:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Zunächst darf ich mein Erstaunen darüber ausdrücken, dass Sie, obwohl ich Ihre Nachfrage noch gar nicht beantwortet hatte, meinen, meine Antwort bereits insgesamt bewerten zu können. So, wie dem Fragesteller eine einmalige Nachfrage gestattet wird, wird selbstverständlich auch dem antwortenden Anwalt zugestanden, die Nachfrage überhaupt erst einmal zu beantworten.

Zur Beantwortung Ihrer Frage und Ihrer Nachfragen (die über das Fragebegehren der Ausgangsfrage hinausgehen) darf ich zunächst auf meine obige Antwort verweisen.

Im Rahmen des internationalen Steuerrechts kann eine im Ausland gezahlte Steuer sich im Inland steuermindernd auswirken. (Sog. „Anrechnungsmethode“.) Dies gilt jedoch grds. dann nicht, wenn die Einkünfte aus einem ausländischen Staat stammen, mit dem ein Doppelbesteuerungsabkommen existiert.
Zwischen Deutschland und Thailand besteht -ausweislich der Angaben des Bundesfinanzministeriums auf seiner Homepage - ein DBA. Hinsichtlich der Anrechnung der in Thailand gezahlten Einkommensteuer sieht das DBA meiner Ansicht nach keine Anrechnung der in Thailand gezahlten ESt. vor, sondern es gilt, wie oben ausgeführt, der Progressionsvorbehalt mit den beschriebenen Auswirkungen. (Keine „Doppelbesteuerung“ aber „Höherer Steuersatz“.)

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine konkrete Steuerberechnung weder von Ihrem ursprünglichen Fragebegehren noch von Ihrem Einsatz gedeckt ist. Vielleicht möchten Sie einen Steuerberater vor Ort aufsuchen, der unter Angabe aller fallrelevanten Umstände eine solche Berechnung für Sie vornimmt. Zwischenzeitlich mag Ihnen folgende Seite eine Hilfe sein:

http://www.afu-net.de/steuern/progres.htm

Gebe ich dort Ihre Daten ein, so komme ich auf einen wegen des Progressionsvorbehaltes gestiegenen Steuersatz von 27,334 % (entspricht - fast genau - der zu zahlenden Steuer bei einem Einkommen von 100.00 EUR nach der Einkommensteuer-Splittingtabelle, Eintrag 100.017 EUR) bei einem zu versteuernden (inländischen) Einkommen von 50.000 EUR. Dies sind 13.667 EUR Steuern. (Grundlage: Jahr 2004)

Abschließend darf ich nochmals darauf hinweisen, dass in diesem Rahmen nur eine erste Orientierung gegeben werden kann. In Ihrem (durchaus komplexen) Fall sind nicht alle fallrelevanten Umstände bekannt. Das genaue Ergebnis mag daher von der hier beschriebenen „Marschrichtung“ abweichen.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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