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Profi Familienrecht zur Beantwortung von Fragen gesucht

10.09.2014 19:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zum nachehelichen Unterhalt bei der Kinderbetreuung

Sehr geehrte Damen und Herren,


ich arbeite derzeit aufgrund der Kinder (8 Jahre und 4 Jahre) Teilzeit (10 Std. wöchentlich). Mein Nochmann möchte im Rahmen einer Scheidungsvereinbarung den nachehelichen Unterhalt mit einer Einmalzahlung (Abfindung) abfinden.
Ich weiß nicht, ob ich hierauf eingehen soll.
Eine Betreuung der Kinder wäre bis 16 Uhr im Kiga und Schule möglich. Allerdings finde ich aber, wenn überhaupt, eine Arbeit 30 km entfernt. Ich müsste also um spätestens 15:15 Uhr das Arbeiten aufhören. Ich wohne zwar bei meinen Eltern im Haus, mein Vater arbeitet und meine Mutter hat kein Auto um die Kinder abzuholen bzw. nur, wenn mein Vater einen Tag in der Woche frei hat bzw. würde dies auch nicht regelmäßig tun.
Aufgrund dessen, dass mein jüngstes Kind schon über 3 Jahre ist und das neue Gesetz grundsätzlich ab Scheidung ne Eigenverantwortung des Geschiedenen vorsieht, meinte mein Anwalt, die Einmalzahlung wäre deshalb schon zu überlegen. Er würde mit der Gegenseite die Abfindung verhandeln und die Verhandlung auf eheliche Nachteile stützen.
Warum eigentlich nur auf eheliche Nachteile?

Welche Risiken bringt denn eine Einmalzahlung für mich als Alleinerziehende mit 2 Kindern mit sich?
Scheiden denn Betreuungsargumente gänzlich aus?

Wie hoch wären denn meine Chancen, nachehelichen Unterhalt zwecks Betreuung der Kinder zu bekommen, wenn ich die Abfindung nicht annehme?

Welchen Rat haben Sie für mich? Was würden Sie tun? Gerne können Sie mir auch Urteile nenne, wie in meinem Fall meistens entschieden wird.

Danke!


MfG


Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Fragen möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Warum eigentlich nur auf eheliche Nachteile?

Nach der Scheidung besteht je nach Länge der Ehedauer zunächst ein Anspruch auf den Unterhalt, der den ehelichen Lebensverhältnissen entspricht, allerdings unter Berücksichtigung Ihrer eigenen Erwerbsobliegenheit. Nach dieser Übergangszeit, die häufig mit ca. einem Drittel der Ehezeit angesetzt wird, werden nur noch die finanziellen Nachteile ausgeglichen, die Sie durch die Ehe und die Familie erlitten haben, also z. B. die Differenz zwischen dem Gehalt, dass Sie bei einer vollen Stelle hätten und dem der Teilzeitstelle, die Ihnen unter Berücksichtigung der Kinderbetreuung zuzumuten ist.


Welche Risiken bringt denn eine Einmalzahlung für mich als Alleinerziehende mit 2 Kindern mit sich?
Scheiden denn Betreuungsargumente gänzlich aus?

Bei einer Abfindung wird von Ihnen erwartet, dass Sie auf weitergehende eigene Unterhaltsansprüche verzichten. Damit soll für beide Parteien Rechtssicherheit geschaffen werden. Damit wären dann in der Tat alle zukünftigen Ansprüche Ihrerseits erledigt. Wenn sich Ihre Einkommenssituation später verschlechtert, können Sie keinen zusätzlichen Unterhalt mehr verlangen.


Wie hoch wären denn meine Chancen, nachehelichen Unterhalt zwecks Betreuung der Kinder zu bekommen, wenn ich die Abfindung nicht annehme?


Im Hinblick auf das Alter der Kinder wird Ihnen vermutlich mindestens eine Halbtagsstelle, aber vermutlich keine volle Stelle abverlangt werden. Deshalb sehe ich gute Chancen, dass Sie vorerst noch Unterhalt beziehen können. Wie lange und in welcher Höhe hängt von den beiderseitigen erzielten bzw. erzielbaren Einkünften ab.


Welchen Rat haben Sie für mich? Was würden Sie tun?

Sie sollten die Entscheidung u. a. von der Höhe der angebotenen Abfindung im Verhältnis zum Unterhaltsanspruch abhängig machen. Hierbei müsste Ihnen Ihr Anwalt helfen können. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass eine einmalige Abfindung spätere Ansprüche ausschließt, dass Sie also das Risiko von Krankheit und Arbeitslosigkeit allein tragen. Wenn Sie dies nicht möchten, sollten Sie lieber den laufenden Unterhalt in Anspruch nehmen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2014 | 21:01

Vielen Dank Frau RAin Holzapfel.

Bei der Verhandlung mit der Einmalzahlung zählen denn da nur die ehebedingten Nachteile oder auch Gründe, dass ich wegen der Kinder nicht Vollzeit arbeiten könnte?




Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.09.2014 | 21:10

Sehr geehrte Fragestellerin,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Auch der Umstand, dass Sie wegen der Kinder jedenfalls im Moment nicht ganztags arbeiten müssen, gehört zu den sogenannten ehebedingten Nachteilen. Deshalb ist auch dieser Aspekt sowohl bei der Höhe einer eventuellen Abfindung, als auch bei der Höhe des laufenden Unterhalts zu berücksichtigen.


Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend.

Anja Holzapfel

Ergänzung vom Anwalt 11.09.2014 | 08:11

Sehr geehrte Fragestellerin,

hinsichtlich Ihrer erneuten Nachfrage per Mail möchte ich zunächst auf die Richtlinien des Portals hinweisen, wonach nur eine Nachfrage zu beantworten ist. Gerade beim Mindesteinsatz ist im übrigen eine detailarme Antwort geschuldet.

Dennoch kurz zu Ihrer Frage, ob die Schwierigkeiten, in Zukunft ganztags trotz Kinderbetreuung zu arbeiten, berücksichtigt werden: Ja, für eine Übergangszeit wird dies mit einbezogen. Es wird abgeschätzt, ab wann Ihnen eine Ganztagstätigkeit zuzumuten ist. Für die Zeit bis dahin wird bei der Unterhaltsbemessung eine angemessene Teilzeittätigkeit angesetzt und die Differenz durch Unterhalt ausgeglichen.

Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

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