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Probleme mit Elternhaus und Jugendamt

| 01.06.2021 08:11 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo und schönen guten Tag,

meine Enkelin (14 Jahre) steht bei ihren Eltern mit dem Rücken zur Wand und ich möchte ihr gerne helfen. Die Situation ist wie folgt:

Meine Tochter (Erzieherin mit Beamtenlaufbahn) und ihr Mann (Arbeiter) versuchen mit allen Mitteln (keine körperliche Gewaltanwendung) ihre Tochter A. loszuwerden.

A. ist 14 Jahre alt (wird bald 15) und lebt mit ihren 2 jüngeren Geschwistern Zuhause. Sie raucht nicht, sie trinkt nicht, sie klaut nicht und ihre Noten in der Schule hat sie alleine und selbstständig verbessert.

Seit ca. 2 Jahren ist sie ständigen Attacken von ihren Eltern ausgesetzt – auf der Arbeit würde man die wohl als Mobbing und Terror bezeichnen.

Ohne jeden Grund wird A. von ihren Eltern provoziert und dann bestraft : Wlan abgeschaltet, der Freund wird ihr mal verboten, mal wird sie zu ihm abgeschoben; Hauswirtschaftsraum, in dem Lebensmittel und Hygieneartikel aufbewahrt werden wird abgeschlossen; sie muss ihre Wäsche selber waschen; der Kontakt zu ihren Geschwistern wird weitestgehend eingeschränkt; den Lehrern wurde unmissverständlich klar gemacht, dass ein Interesse an dem Kind von Elternseite nicht mehr besteht.

In regelmäßigen Abständen sagen sie ihr ins Gesicht, das sie sie nicht mehr wollen und das sie ein „fehlgeschlagenes Produkt" ist.

Sie wird von ihren Eltern derart bedroht und provoziert, das sie Anfangs zu hystherischen Anfällen neigte. Diese nahmen die Eltern zum Anlass, sie in eine Psychiatrie einweisen lassen zu wollen. Durch mein Einschreiten ist das dann - Gott sei Dank - nicht passiert. Auch das Jugendamt ist von den Eltern schon verständigt worden. Nach dem ersten Anruf dort und Ermittlung der Sachlage wurden vom Jungendamt wöchtenliche Gespräche zur Verbesserung der Situation vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde von den Eltern abgelehnt. Ein halbes Jahr später wurde wieder das Jugendamt von den Eltern eingeschaltet, weil A. ihren Geschwistern den leider inzwischen verbotenen Kontakt zu den Großeltern heimlich herstellen wollte in Form eines Videoanrufes.
Meine Enkelin leidet inzwischen unter Panikatackten mit Luftnot und kann kaum noch schlafen.

A. hat sehr schlechte Erfahrungen mit Sozialarbeitern, Vertrauenslehrern und vergleichbaren Personen gemacht und wollte aus dem Grund die Vorladung beim Jugendamt ablehnen. Durch meinen guten Einfluß als Oma auf das Kind, nimmt sie diesen jetzt doch war. Ich werde sie begleiten und darf leider nur vor der Tür warten. Ein Telefonat meinerseits mit dem Jugendamt, in dem ich Unterstützung und Beistand angeboten habe, wurde abgeleht - ich fand die Frau nicht sehr freundlich! Allerdings hat sie in dem Gespräch erklärt, dass sie in der Familie keine Kindswohlgefährdung sieht!

Ich kenne die Verhältnisse in dem Haushalt ganz genau, weil ich seit 15 Jahren in der Familie ein und aus gehe (oder gegangen bin). Ich habe mehr als regelmäßig die Kinder betreut (zur Schule bringen, Übernachtungen am Wochenende, Beaufsichtigung zu jeder nur erdenklichen Gelegenheit). Mein Arbeitgeber erlaubt mit seit mehreren Jahren an 3 Tagen in der Woche Heimarbeit, damit ich im Notfall für die Kinderbeaufsichtigung einspringen kann.

Ich weiß jetzt nicht mehr weiter! Habe den Eindruck, dass niemand zuständig ist.

Nun meine Frage:

Muss eine 14 jährige (die wirklich ein ganz normaler Teenager und kein Problemfall ist) diesen Druck von Eltern und Jugendamt wirklich alleine durchstehen, oder gibt es nicht doch ein Recht darauf, eine Vertrauensperson ihrer Wahl als Beistand mitzubringen?

Habe ich als Oma andere Möglichkeiten, um meiner Enkelin in dieser Verfahrenen Situation zu helfen – kann ihr ein Rechtsbeistand evtl. sogar helfen oder sinnvoll sein? Wenn ja, welche Art Rechtsanwalt ist zuständig?


Ich weiß, die Geschichte ist wirklich sehr umfangreich und ich hoffe, ich habe alles verständlich darstellen können.


Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühen und Ihre Hilfe!

01.06.2021 | 08:52

Antwort

von


(72)
Wilhelmstrasse 16
52428 Jülich
Tel: 0246197420
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Als Fachanwalt für Familienrecht, der seit 25 Jahren tätig ist, bin ich sehr erschrocken darüber, was hier Ihrer Enkelin widerfährt. Ich teile nicht die Auffassung, dass hier keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Das hier so wenig Hilfe vom Jugendamt kommt und man dort auch keine Gefährdung des Kindeswohls annimmt, ist erstaunlich. Denn die Äußerung, dass das Kind ein fehlgeschlagenes Produkt ist, spricht Bände und derartige Äußerungen und Verhaltensweisen der Eltern gegenüber der Tochter führen sehr schnell zu psychischen Störungen des Kindes.

Da Ihre Enkelin minderjährig ist, liegt das Sorgerecht nach wie vor bei den Eltern. Allerdings besteht hier wegen der geschilderten Situation naturgemäß eine Interessenkollision. Die Eltern haben im Hinblick auf Ihr Verhalten und Äußerungen offensichtlich gar kein Interesse, sich um Wohl und Belange der Tochter zu kümmern.

Da das Jugendamt offensichtlich nicht der Ansicht ist, dass ein Tätigwerden im Rahmen von § 8 a SGB VIII wegen Kindeswohlgefährdung nötig ist, halte ich es für ratsam, und zwar unterstützt durch eine Fachanwältin/einen Fachanwalt für Familienrecht, das örtliche zuständige Familiengericht einzuschalten.

Zwar können Sie hier als Großmutter keinen eigentlichen Antrag stellen, aber Sie können dennoch unter Schilderung der gesamten Geschehnisse das Gericht kontaktieren, was dann Ihre Anregung zum Anlass nehmen muss, eine Kindeswohlgefährdung zu prüfen. Diese Anregung an das Gericht kann auch von Ihrer Enkelin ausgehen.

Im Rahmen dieses Verfahrens, für das die Enkelin auch Verfahrenskostenhilfe erhalten kann, ist dann gem. §§ 159, 160 BGB eine Anhörung vorzunehmen, bei der die Enkelin, allerdings auch die Eltern und auch das Jugendamt gehört werden. Ihrer Enkelin kann in diesem Verfahren dann auch ein Verfahrensbeistand vom Gericht zugeteilt werden, was eigentlich sogar der Regelfall ist. Dieser Verfahrensbeistand vertritt dann sozusagen als "Kinderanwalt" die Interessen der Enkelin.

Mir ist durchaus bewusst, dass durch ein solches Verfahren ggf. "ein großes Fass" aufgemacht wird und sich dadurch insbesondere auch Ihre Beziehungen als Großmutter zu den Kindeseltern nicht verbessern.

Da hier aber andere Maßnahmen offensichtlich nicht greifen und das Kind unter immensem Druck steht, sollte diese Möglichkeit gewählt werden.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und stehe für Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein


Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

Bewertung des Fragestellers 02.06.2021 | 07:40

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