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Probleme in der Ausbildung, Möglichkeiten?


| 03.06.2005 16:05 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

folgendes Problem: Meine Freundin macht zur Zeit eine 3-jährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin. Diese Ausbildung wird von einer Schule getragen, es gibt Blöcke von Unterricht und Praktikas. Sie befindet sich 6 Monate vor dem Examen. Bisher wurden die Leistung sowohl schulisch als auch praktisch im Schnitt mit 2,5 bewertet.

Seit einige Wochen macht sie wieder ein Praktikum in einem Altenheim. Sie arbeitet dort selbstständig, es wird ihr wiederholt eine gute Leistung und auch Flexibilität bescheinigt. Es findet in der letzten Woche eine unbewertet Zwischenprüfung statt bei der eine Lehrerin von der Schule dabei ist. Sowohl Umfang der Prüfung als auch die Plegeaktivitäten sind mit der Stationsleitung abgesprochen. Die Prüfung verläuft schlecht, die Lehrerin merkt an das der Pflegefall viel zu einfach wäre für die Prüfung, ausserdem bemängelt sie Pflegefehler. Nach der Prüfung wird von der Stationsleitung gesagt das man die Lehrerin nicht verstehe. Es wird noch einmal gesagt das die Leistungen gut sind und sie sich keine Sorgen machen solle.
Ein paar Tage später wird meine Freundin von der Stationsleitung informiert das am nächsten Tag die Lehrerin noch einmal vorbeikommen wollte. Der Grund wäre nicht bekannt.
Am nächsten Tag findet sich meine Freundin in einer Konferenz wieder. Der Heimleiter, die Stationsleitung der aktuellen Praktikumsstelle, die Stationsleitung einer frühreren Praktikumsstelle (gleiches Altenheim), die Lehrerin und meine Freundin. In dieser Konferenz stellt die Stationsleitung dar das die Leistungen ungenügend sind. Das die Pflege falsch ausgeführt wird und das man nicht wüßte wie man weiter vorgehen sollte. Der Stationsleiter der früheren Praktikumsstelle wird angegriffen das seine gute Beurteilung ja wohl nicht den tatsachen Entsprechen würde. Es wird auch gesagt das die Arbeiten meiner Freundin ständig korrigiert werden mußten. Dies ist nicht der Fall und darüber wurde mit meiner Freundin auch nie gesprochen. Bei Kontrollen durch die Stationsleitung wurde immer gesagt das die Pflege in Ordnung ist, es wurden keine Korrekturen vorgenommen und Änderungswünsche geäußert.
Die Lehrerin als auch die Heimleitung sind überascht. Es wird (für mich unverständlich) beschlossen das meine Freundin erstmal auf der Station weiter arbeiten soll und auch die restlichen Praktika und auch das Examen dort gemacht werden sollen. Leider kann meine Freundin sich nicht ausreichend verteidigen.
Die eigentliche Frage ist nun kann ich darauf bestehen bei solchen Gesprächen dabei zu sein? Meine Freundin ist leider nicht in der Lage solchen (ungerechtfertigten) Angriffen stand zu halten, eine aussenstehende Person hat da mehr Möglichkeiten ausgleichend einzugreifen. Es geht nicht um die Ausbildungsinhalte, nur um die Art des Umgangs mit meiner Freundin. Ein Abbruch der Lehre würde wirklich ein enormes Problem darstellen und wie es scheint gibt es zwischenmenschliche Probleme zwischen Stationsleitung und meiner Freudin.

Frage ist jetzt:
- Kann meine Frendin darauf bestehen das ihr jemand bei solch wichtigen Entscheidungen beisteht? Wäre ich überhaupt geeignet oder lieber jemand unabhängigen?
- Kann man aufgrund des zerstörten Vertrauensverhältnisses überhaupt die Ausbildung in dieser Praktikumsstelle fortsetzen?

Ich habe natürlich nur die eine Seite der Medaile gesehen und würde mir auch gerne die Gegenseite anhören. Ziel ist ein vernünftiger Abschluss der Lehre, das sollte eigentlich das Ziel aller Beteiligten sein. Leider habe auch ich schon die Erfahrung machen müssen das manchmal die Ausbildungsverantwortung auf die leichte Schulter genommen wird und dann solche Situationen entstehen die für mich unverständlich sind. Ich selber habe als Dipl.Ing.(FH) auch schon als zwischendurch als Ausbilder gearbeitet deshalb kenne ich auch die andere Seite zum Teil.
03.06.2005 | 16:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Rechtlich gesehen besteht kein Anrecht darauf, dass Sie als Außenstehender dem Gespräch beiwohnen. So ist Ihre Freundin bereits nach dem bestehenden Ausbildungsvertrag verpflichtet, über Betriebsinterna gegenüber Dritten stets Stillschweigen zu bewahren. Da zu vermuten ist, dass im Rahmen des anstehenden Gesprächs auch über von Ihrer Freundin betreute Pflegepersonen, interne Betriebsabläufe und das Ausbildungsverhältnis, Vorgesetzte und Kollegen, gesprochen wird, also Betriebsinterna diskutiert werden, darf Ihre Freundin Sie zum Gespräch nicht einfach mitnehmen. Freilich können Sie die Leitung darum bitten, bei dem Gespräch anwesend sein zu dürfen. Ob dies die Beurteilung Ihrer Freundin positiv beeinflusst, wage ich zu bezweifeln, könnte doch so der Eindruck entstehen, dass Ihre von Freundin nicht belastbar ist. bedenken Sie, dass zwngsläufig auch die Persönlichkeit Ihrer Freundin in die Bewertung miteinfließen dürfte.

Nachzudenken wäre darüber, nach dem Gespräch und den dann eventuell in Aussicht stehenden Konsequenzen einen Rechtsbeistand einzuschalten, der sich mit den erhobenen Vorwürfen rechtlich und tatsächlich auseinandersetzt und die Angelegenheit im Nachgang schriftlich mit der Heimleitung abklärt.

Versuchen Sie im Vorlauf mit Ihrer Freundin alle denkbaren Konstellationen im Kopf durchzuspielen. Ihre Freundin dürfte zumindest eine leise Ahnung davon haben, an welchen Stellen sie aufgrund der Vergangenheit angegriffen werden könnte.
Es könnte helfen, Antworten im Vornherein zurecht zu legenn. Insbesondere kann Ihrer Freundin nicht zur Last gelegt werden, dass der für Sie ausgesuchte Prüfungsfall zu leicht war.

Sollten die Probleme fortbestehen, wären weitere ungerechtfertigte Rügen genau zu dokumentieren.
Gegen eine unangemessene Endnote wäre dann gerichtlich vorzugehen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben.

F.Sachse
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 03.06.2005 | 20:33

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Ich habe es schon so vermutet, wollte mich aber trotzdem Rückversichern. Den Effekt das die Beurteilung meiner Freundin aufgrund meiner Einmischung negativ beeinflusst werden würde war mir bewußt. Ein Rechtsanspruch hätte dies allerdings gemindert.

Eine Nachfrage hätte ich allerdings noch: Ich bin verwundert das ein solcher Gesprächstermin, aufgrund der Zusammensetung (Heimleitung, Lehrerin, ehemaliger Stationsleiter), der wohl über mehrere Tage geplant war, nicht angekündigt werden muss sondern unerwartet Eintritt. Somit gibt man den Auszubildenen keinerlei Gelegenheit sich darauf vorzubereiten. Die Situation sich gegen 3 vorbereitete, durch Lebenserfahrung und Position weit überlegene, Personen verteidigen zu müssen (ob berechtigt oder nicht) wünsche ich keinem.

Bei meiner ganzen Fragestellung geht es um die Art des Umgangs mit meiner Freundin, Betriebsinterna kenne ich nicht und auch die Inhalte der Lehre sind für mich bei der Thematik eher nebensächlich. Was mich halt wundert ist das nicht konstruktiv mit dem Auszubildenen die Probleme angegangen werden sondern auf bisher positive Rückmeldung ein solcher Termin stattfindet.
Meiner Freundin sind ihre Fehler durchaus bewußt, ein Wille zu lernen und auch die Fähigkeit diesen Beruf auszuüben wurden bisher nie bestritten. Aber um zu Lernen bedarf es auch der Rückmeldung durch die Ausbilder, die ich mir einfach anders vorgestellt hätte.

Die anderen Tips werden wir beherzigen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.06.2005 | 21:13

Der Ausbilder ist im Rahmen der bestehenden Weisungsbefugnisse natürlich berechtigt, während der täglichen Ausbildungszeiten - auch kurzfristig - Gespräche mit dem Auszubildenden über die Ausbildung und ihre Ergebnisse zu führen.

Ob der hier an den Tag gelegte Führungsstil dann angemessen ist, ist eine andere Frage. Diese entzieht sich einer rechtlichen Bewertung.

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