Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Privilegiertes Kind?/Volljährigenunterhalt


| 30.08.2006 17:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Guten Tag,

mein nichtehelicher Sohn wird nächsten Monat 18 Jahre alt und damit Volljährig. Bisher leiste ich Kindesunterhalt nach DT.
Ich bin mit einer neuen Partnerin verheiratet und habe eine siebenjährige Tochter.
Mein Sohn besucht zur Zeit die zweite Klasse einer zweijährigen Berufsfachschule, die ihn zum Sozialassistenten ausbildet. Abschluß: Staatlich geprüfter Sozialassistent.Mit diesem Abschluß könnte er eine Stelle am ersten Arbeitsmarkt ausüben. Zugangsvoraussetzung war der Realschulabschluß. Diese Ausbildung ist soweit ich weiss, förderfähig gemäß BAföG.

Frage 1:
Welchen Status hat mein Sohn mit Beginn der Volljährigkeit?
Privilegiertes Kind oder nicht privilegiertes Kind.

Frage 2:
Gelten für mich und meine Ehefrau die höheren Selbstbehalte?
Für mich 1100,- € bzw. für die Ehefrau 800,- €

Vielen für Ihre Mühe im voraus.


Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Zu 1.
Ihr volljähriger Sohn gilt bis zum 20. Lebensjahr unterhaltsrechtlich als sog. privilegiertes volljähriges Kind, wenn er im Haushalt eines Elternteils wohnt und sich in der allgemeinen Schulausbildung befindet. Sie teilen mit, dass Ihr Sohn eine Berufsfachschule besucht. Die Vorbereitung auf ein konkretes Berufsfeld gehört nicht mehr zur allgemeinen Schulausbildung. Somit ist ihr Sohn unterhaltsrechtlich nicht privilegiert.

Zu 2.
Für Ihre Unterhaltspflicht gegenüber Ihrem volljährigen Sohn gilt der angemessene Selbstbehalt von mindestens 1.100,00 EUR. Ihre Ehefrau schuldet Ihrem Sohn aus einer anderen Beziehung keinen Unterhalt, so dass für sie auch kein Selbstbehalt gegenüber dem Sohn zur Anwendung kommt.

Aus gegebenem Anlass noch der Hinweis, dass das Kindergeld in voller Höhe auf den Unterhaltsanspruch Ihres Sohnes anzurechnen ist.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und stehe Ihnen ggf. gern im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion für eventuelle Nachfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2006 | 18:46

Sehr geehrter Herr RA Bartels,

meine Frage 2 hinsichtlich der Selbstbehalte habe ich vermutlich etwas missverständlich formuliert.

Unterhaltsrechtlich schulde ich sowohl meiner nicht getrennt lebendenden Ehefrau Unterhalt als auch meiner siebenjährigen Tochter.

Frage: Ist der Unterhaltsbedarf für meine Ehefrau (zur Zeit negatives Einkommen) mit 800,- € anzusetzen?

Was bedeuten würde:

1100,- € Selbstbedarf
800,- € Unterhaltsbedarf Ehefrau
257,- € Kindesunterhalt Tochter

Ist dies korrekt?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.08.2006 | 11:22

Sehr geehrter Fragesteller,

der Unterhaltsbedarf von Ehefrau und minderjährigen Tochter hängen grds. von Ihrem Einkommen ab, wenn Ihre Ehefrau kein eigenes Einkommen erzielt. Als Anhaltspunkt für den Ehegattenunterhalt können Sie 3/7 Ihres bereinigten Nettoeinkommens ansetzen. Für Ihre 7-jährige Tochter ergibt sich der Unterhaltsbetrag aus der 2. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle, ebenfalls entsprechend Ihres Einkommens, mindestens 247,00 EUR.

Zwischen den verschiedenen Unterhaltsberechtigten gibt es sog. Rangverhältnisse. D.h. dass bei einem Mangelfall – wenn Ihnen also unter Berücksichtigung aller Unterhaltspflichten nicht der Selbstbehalt verbleibt – zunächst die Ansprüche der Ranghöheren Berechtigten in voller Höhe befriedigt werden, bevor die Rangniedrigeren Geld erhalten. Ihre Ehefrau und die minderjährige Tochter sind danach zuerst in voller Höhe zu berücksichtigen. Erst danach, erhält Ihr volljähriger, nicht privilegierter Sohn seinen Unterhalt, ggf. gekürzt, damit Ihnen der notwendige Selbstbehalt zur Verfügung bleibt.

Für eine weitergehende unterhaltsrechtliche Beratung, ggf. auch Ihre Vertretung gegenüber Ihrem Sohn, stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

S. Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke RA Bartels,
präzise Auskunft. Danke auch für Ihre Zusatzinformationen bezüglich der Rangfolge der Unterhaltsberechtigten. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER