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Privatkredit / Sportverein


| 31.10.2016 13:39 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin der 2. Vorsitzende eines Sportvereins. Die kontrolle des 1. Vorsitzenden gestaltet sich schwierig. Dieser handel oft eigenmächtig und ohne Zustimmung des Vorstandes.

Im konkreten Fall geht es um die Finanzierung einer Werbeaktion für den Verein da die Mitgliederzahlen sinken. Die Finanziellen Mittel des Vereins sind sehr begrenzt, weshalb sich der 1. Vorsitzende dazu veranlasst fühlte dem Verein eine Überweisung in höhe von 2.000€ mit dem Betreff Privatkredit zukommen zu lassen.

Weder die Werbeaktion noch die Bereitstellung von Finanziellenmitteln ist mit dem Vorstand abgestimmt oder fand dessen Zustimmung. Es gibt keine Verträge über diesem Kredit denen ich oder der Geschäftsführer zugestimmt hätten.

Die Satzung des Vereins besagt, dass der Verein durch den 1. und 2. Vorsitzenden gemeinsam vertreten wird.

Da der Erste Vorsitzende überschuldet ist, sehe ich hier mein Privatvermögen in Gefahr.

Entstehen durch die Bereitstellung des o.g. Betrages Ansprüche des 1. Vorsitzenden gegenüber dem Verein? Was muss ich konkret tun um dieser Situatuion rechtlich sauber entgegenzuwirken?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
Sehr geehrter Ratsuchender,


leider gibt es offenbar in nahezu jedem Verein solche Vorsitzende, die sich über die Vereinssatzung hinwegsetzen wollen.


Machen Sie - bitte schriftlich und nachweisbar - deutlich, dass ein Verein, der sich ausschließlich durch Darlehen seiner Mitglieder finanziert und seine Überschüsse ganz überwiegend für den Kapitaldienst verwendet, mit den Zinszahlungen an die Mitglieder eigenwirtschaftliche Zwecke verfolgt und damit seine Gemeinnützigkeit riskiert (Bundesfinanzhof, Urt.v 26.04.1989, Az.: I R 209/85).

Insoweit riskiert also der Vorsitzende wohlmöglich die Gemeinnützigkeit, was ganz bestimmt vereinsschädigendes Verhalten darstellt.


Machen Sie weiter schriftlich und nachweisbar deutlich, dass dieses Darlehen ohne Rücksprache und ohne Zustimmung erfolgt ist.

Denn der Darlehensgeber hat - je nach konkreter Ausgestaltung des Darlehensvertrages - natürlich einen Rückzahlungsanspruch und einen Anspruch auf die vereinbaren Zinszahlungen.

Kommt es beim Darlehensgeber nun nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung ggfs. zu so einer Überschuldung, dass wohlmöglich die Insolvenz droht, wird dann natürlich ein Insolvenzverwalter das Darlehen vom Verein als Darlehensnehmer zurückfordern.

Ist die Rückzahlung nicht möglich, haftet dann der Vorstand.


Um dieses zu vermeiden, sollte eben schriftlich deutlich gemacht werden, dass Sie dieses Verhalten des 1. Vorsitzenden weder billigen, noch zustimmen. Es sollte weiter dafür Sorge getragen werden, dass das Geld dann zurücküberwiesen wird.


Zudem sollte so ein Verhalten auch auf der nächsten Vereinsversammlung besprochen werden, wobei es dann auf die Einladung als Tagesordnungspunkt gehört, um eben nach außen hin die Ablehnung des Verhaltens und der Verantwortung zu manifestieren.


Denn diese eigenmächtige Umgehung der Vertretungsbefugnis gilt es auch für künftige Verhaltensweisen zu unterbinden.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 31.10.2016 | 15:19

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort!

Bleibt Ihr oben beschriebener Sachverhalt auch gültig obwohl kein Vertrag mit dem Darlehnsgeber besteht welcher eine Rückzahlung regelt, welchem der Rest des Vorstandes zugestimmt hat?

Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2016 | 15:24

Sehr geehrter Ratsuchender,


ja, die Antwort bleibt auch dann so gültig, da der Darlehensvertrag auch mündlich geschlossen werden kann.

Insoweit ist dann aber erst recht dringend geboten, solche Machenschaften publik zu machen und entgegenzutreten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 31.10.2016 | 16:48


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