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Privatkauf Wohnwagen mit ADAC Kaufvertrag


04.05.2018 07:20 |
Preis: 46,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sachverhalt: wir haben einen gebrauchten Wohnwagen gekauft. Der Kauf und die Besichtigung erfolgten vor ca. 3 Wochen. In der Anzeige wurde der Wagen als dicht und trocken beworben. Vor Ort haben wir uns den Wagen angeschaut und auch den Unterboden begutachten können, allerdings nur zum Teil da der Wagen rückwärts in einer Ecke gestanden hat, da der Wagen einen guten Eindruck vermittelte und der Verkäufer uns eine frische TÜV Abnahme zusicherte bei der alle, wenn vorhandenen Mängel von seine Werkstatt behoben werden, schlossen wir einen Kaufvertrag.

Nach einer Woche holten wir den Wohnwagen dann mit neuem TÜV, der ohne Mängel ausgewiesen wurde, ab. Zuhause angekommen stellte ich den Wohnwagen in der Einfahrt auf seine Stützen und legte mich, um die Lastbretter unterzulegen, unter den Wagen. Dabei stellte ich, an der Seite die ich beim Kauf nicht sehen konnte, fest, dass dort ein Faustgroßes Loch im Boden war und auch die Seitenwand durch Feuchtigkeit total verfault und morsch war. Ich konfrontierte den Verköufer telefonisch und per Mail mit Fotos mit dem Zustand und wurde auf den darauf folgenden Montag vertröstet, da würde er die Werkstatt, wo der TÜV stattgefunden hat, kontaktieren.

Der Schaden ist so stark und der Wagen ist so undicht, dass hinter der Sitzgruppe im Innenraum auch die Wände verfault sind. Nach Ablösen der Verkleidung wurde dies erst richtig sichtbar. Den Schaden muss der Verköufer gekannt haben, was wir natürlich nicht nachweisen können.

An diesem Montag, bis zu dem ich bei einer Werkstatt einen Kostenvoranschlag für eine Reparatur eingeholt hatte, teilte er mir mit das er sich erkundigt habe und das mein Pesch wäre. Die Reparatur von 1500€ müsste ich selber tragen und eine Rückabwickling würde er nicht akzeptieren. Er wäre aber, weil er keine. Streit wolle, bereit mir von den gezahlten 3150€ einen Betrag von 500€ zu erstatten. Ich erbat mir eine Bedenkzeit, der er einwilligte. Zwischenzeitlich haben wir festgestellt das, statt der vertraglich zugesicherten AL-KO Antischlingerkupplung nur eine Winterhoff Antischlingerkupplung verbaut worden ist. Dies allerdings hätte uns auch sofort auffallen müssen, ist es aber nicht.

Frage:
Besteht in einem Rechtsstreit überhaupt irgendeine Chance für uns? Wie verhalten wir uns richtig?
04.05.2018 | 08:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten darf. Vorab möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass auf diesem Portal lediglich eine erste rechtliche Einschätzung möglich ist, die eine tiefer gehende anwaltliche Beratung nicht ersetzen kann. Für eine abschließende rechtliche Beurteilung sollte vor allem der Kaufvertrag eingesehen werden, ob und wenn ja inwieweit dort von der gesetzlichen Regelungen in zulässiger Art und Weise wirksam abgewichen worden sein könnte.

Nach der gesetzlichen Regelungen des Kaufrechts kommen beim Vorliegen eines Sachmangels grundsätzlich kaufrechtliche Gewährleistungsansprüche in Betracht.

Nach Ihren Schilderungen stellten Sie einer Woche nach Kaufvertragsschluss an der Seite die sie beim Kauf nicht sehen konnten, fest, dass dort ein Faustgroßes Loch im Boden war und auch die Seitenwand durch Feuchtigkeit total verfault und morsch war, obwohl der Verkäufer Ihnen eine frische TÜV Abnahme zusicherte bei der alle, wenn vorhandenen Mängel von seiner Werkstatt behoben werden sowie später, dass statt der vertraglich zugesicherten AL-KO Antischlingerkupplung nur eine Winterhoff Antischlingerkupplung verbaut worden ist. Demnach dürfte von Sachmängeln i.S.d. § 434 BGB auszugehen sein.

Ist die Sache mangelhaft, kann der Käufer, nach § 439 BGB Nacherfüllung verlangen, vom Vertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern, Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen (§ 437 BGB).

Zunächst hat er dem Verkäufer jedoch die Möglichkeit der Nacherfüllung zu gewähren, d.h. die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache. Hierzu sollten Sie dem Verkäufer eine angemessene Frist setzen und ihn zur Beseitigung der Mängel auffordern, insoweit nicht das Wohnmobil nicht ohne weiteres ein gleichartiges und gleichwertiges ersetzt werden kann. Führt dies nicht zum Erfolg, so kommen ggf. ein Rücktritt vom Vertrag, eine Minderung sowie weitere Ansprüche in Betracht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Thomas Joerss

Nachfrage vom Fragesteller 04.05.2018 | 09:01

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Habe ich das richtig verstanden, kann ich, trotz Ausschluss der Sachmängelhaftung im Vertrag, rechtliche Ansprüche geltend machen? Ihre Antwort ist hier leider nicht ganz eindeutig. Im ADAC Kaufvertrag wird die Sachmängelhaftung ausgeschlossen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.05.2018 | 13:46

Sehr geehrter Fragensteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Aufnahme einer Regelung in den Kaufvertrag, wonach Sachmängel ausgeschlossen werden sollten, erwähnten Sie in Ihrer Schilderung zunächst nicht. Sie führten aus, dass der Verkäufer ihnen eine frische TÜV Abnahme zusicherte bei der alle, wenn vorhandenen Mängel von seiner Werkstatt behoben würden. Die Verwendung eines Kaufvertragsformulars allein führt nicht zwangsläufig zum Ausschluss der Sachmangelhaftung. Maßgeblich sind die dortigen, konkreten Regelungen. Aus diesem Grund sollte der Kaufvertrag eingesehen und geprüft werden, ob durch eine dortige Regelung die Sachmängelgewährleistung wirksam ausgeschlossen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Thomas Joerss


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