Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Privatinsolvenz und Mitteilungspflichten

07.02.2014 21:14 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Hallo, mein Mann und ich waren in der Privatinsolvenz die nun abgeschlossen und die Restschuldbefreiung wurde erteilt. Auch in der Schufa sind jetzt nach weiteren 3 Jahren die Daten gelöscht. Da unsere Einkommen sich verbessert haben möchten wir ein Haus kaufen. Jetzt müssen wir aber eine Selbstauskunft ausfüllen der letzten 10 Jahre. Sind wir verpflichtet die Insolvenz anzugeben obwohl sie ja gelöscht wurde oder können wir das Feld leer lassen? Da es jetzt seit Antragstellung ja fast 10 Jahre her ist aber die Befreiung war ja erst vor 3 Jahren. Müssen wir es angeben dann bekommen wir ja nie einen Kredit. Wir haben seit 10 Jahren keine neuen Schulden gemacht. Einen Autokredit haben wir schon bekommen und zurückbezahlt.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

ich befürchte Sie müssen das Insolvenzverfahren angeben. Andernfalls wird der Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechtbar sein. Dort sind Fragen, die der potentielle Vertragspartner stellt grundsätzlich vollständig und richtig zu beantworten. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kann ich hier nicht erkennen.

Nach Ihren eigenen Angaben haben Sie auch bereits einen neuen Kredit für die Finanzierung eines KFZ erhalten, so dass auch dort das durchgeführte Insolvenzverfahren zu keiner Versagung geführt hat.

Es ist zwar so, dass die Restschuldbefreiung dafür sorgt, dass Sie grundsätzlich bestehende Forderungen nicht mehr begleichen brauchen. Diese erlöschen jedoch nicht, sondern wandeln sich nur in sog. unvollkommene Verbindlichkeiten um. Das heißt sie müssen Sie nicht mehr erfüllen, wenn Sie es jedoch tun, können Sie den geleisteten Geldbetrag nicht zurück fordern.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.02.2014 | 22:57

danke für die Antwort nun noch eine Frage also den KFZ Kredit habe ich von meiner Hausbank ohne Schufa Auskunft erhalten aber bei einem Immobilienkredite gelten ja höhere Ansprüche. Da die Daten ja gelöscht wurden kann es die Bank überhaupt noch raus bekommen? Und was könnte passieren wenn ich es nicht angebe? Laut Privatinsolvenz hat man ja nach der Löschung wieder eine weiße Weste.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2014 | 00:29

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Nach der rechtskräftigen Erteilung der Restschuldbefreiung soll Ihnen tatsächlich ein wirtschaftlicher Neuanfang ermöglicht werden. In Anbetracht dessen könnte man durchaus in Betracht ziehen, dass Sie nicht verpflichtet sind, solche Angaben zu machen. Aller Voraussicht nach, müssen Sie das auch nicht von sich aus offenbaren. Werden Sie aber danach gefragt, müssen Sie auch antworten.

Vergegenwärtigen Sie sich jedoch, dass die Bank keinesfalls verpflichtet ist, Ihnen ein Darlehn zu geben. Das heißt, Sie kann grundsätzlich Bedingungen an die Bonität stellen. Daher kann sie Sie auch danach fragen, ob Sie vor einiger Zeit eine Restschuldbefreiung erlangt haben.

Dies wird man mindestens bei Restschuldbefreiungen annehmen müssen, die erst 1 Jahr zurück liegen, da § 303 Abs. 2 InsO bestimmt, dass die Restschuldbefreiung unter bestimmten Voraussetzungen auch noch nach einem Jahr widerrufen werden kann. Auch ein Zeitraum von 3 Jahren seit der Restschuldbefreiung, wie bei Ihnen, wird noch nicht unzumutbar lange sein, so dass ich Ihnen nach wie vor abrate, falsche Angaben zu machen.

Falls Sie die Angaben wider besseren Wissens nicht machen, könnte der Vertrag möglicherweise gekündigt oder gar angefochten werden.

Ob die Bank letztlich ermitteln kann, ob Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Das hängt maßgeblich davon ab, welchen Aufwand die Bank bereit ist zu betreiben.

Vergessen Sie jedoch nicht, dass Sie Ihre Bonitätsprüfung auch positiv beeinflussen können, in dem Sie mehr Eigenkapital beisteuern oder weitere Sicherheiten bieten.

Ich wünschen Ihnen jedenfalls für Ihrer Neuanfang alles Gute und freue mich, dass Ihnen dieser bisher so gut gelungen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Häntschel

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69159 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,0/5,0
korrekt! Dankeschön ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnelle, ausführliche und umfassende Beantwortung meiner Frage. Besser hätte die schriftliche Beratung durch Frau RAin Karin Plewe nicht sein können. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich kann Frau Notarin Holzapfel wirklich empfehlen. Sie hat mir schon zum 2. Mal kompetent und verständlich weitergeholfen, und ich war froh, daß sie auch meine zweite Frage zu meiner Zufriedenheit beantwortet hat. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen