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Privatinsolvenz und Erbe


02.04.2007 14:37 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo,

im Jahr 1994 erlangte ich durch Erbschaft ( Mutter verstorben )25% Miteigentumsanteil an einer Eigentumswohnung.
Im Januar 2006 wurde das Verbraucherinsolvenzverfahren gegen mich eröffnet. Die Eigentumswohnung wurde im November 2006 veräußert.
Meine 25% Anteil am Verkaufserlös wurden in voller Höhe direkt vom Notar an meinen Treuhänder überwiesen.

Im Dezember 2006 verstarb mein Vater, er hinterließ keine Vermögenswerte o.ä. sondern besaß nur ein Guthaben auf seinem Girokonto. Ich habe das Erbe angenommen, mein Anteil beläuft sich auf ca. 8.600,-- Euro. Mein Treuhänder teilte mir nun mit daß gem. § 35 InsO auch dieser Betrag in voller Höhe an ihn ausgezahlt werden muß.

Ich wüßte gerne ob das tatsächlich stimmt und ob die Vorgehensweise beim Verkauf der Wohnung korrekt war.

Vielen Dank bereits jetzt.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

1. Abführung des Erbteils von € 8.600,- an den Treuhänder

Im Rahmen des vereinfachten Insolvenzverfahrens wird der Treuhänder Ihr gesamte Vermögen gem. § 35 InsO zur Insolvenzmasse ziehen, um Sie dann vereinfacht an die Gläubiger am Ende des Verfahrens zu verteilen.

Dies umfasst u.a auch Vermögen aus Erbschaften. Während des Insolvenzverfahrens, in dem Sie sich jetzt befinden, sind Erbschaften zu 100 % an den Treuhänder abzuführen. Soweit das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist, schlisset sich die Wohlverhaltensperiode an. Während der Wohlverhaltensperiode sind Erbschaft gem. § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO zur Hälfte des Wertes an den Treuhänder herauszugeben, die andere Hälfte verbleibt beim Insolvenzschuldner. Demnach ist die Mitteilung des Treuhänders korrekt, wonach Sie 100 % der Erbschaft an den Treuhänder auskehren müssen.

2. Überweisung des Verkaufserlöses direkt an den Treuhänder

Auch hier gilt das Gleiche, wonach die Erbschaft während des Insolvenzverfahrens zu 100 % Ihres Wertes an den Treuhänder auszukehren ist. (Die 50 % Regelung greift nur während der Wohlverhaltensperiode, die nach Ihren Angaben noch nicht eingeleitet wurde)

Die Abführung von den Notar an den Treuhänder ist dabei nicht zu beanstanden, da der Treuhänder mit Eröffnung des Verfahrens die Verwaltungs- und Verfügungsmacht über Ihr Vermögen erhält, § 80 Abs. 1 InsO.

Inwieweit der Verkauf der Wohnung an sich korrekt war, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.

Der Treuhänder tritt aufgrund des zur Insolvenzmasse gehörenden Miteigentumsanteiles als Mitverkäufer kraft gerichtlicher Bestellung auf und wird demnach die betreffende Wohnung in Abstimmung mit dem/den weiteren Inhabern verkauft haben, zumal durch das Insolvenzverfahren ein entsprechender Insolvenzvermerk im Grundbuch eingetragen sein durfte, der nur mit Zustimmung des Treuhänders und bei Kaufpreiszahlung gelöscht werden konnte.

Ich bedaure Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können. Im Rahmen der Nachfragefunktion stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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