Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
482.379
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Privatinsolvenz als Angestellter?


20.06.2006 22:50 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrte Damen und Herren,
vor Jahren war ich freiberuflich tätig und verheiratet. Durch meine Scheidung, die dadurch verbundenen Kosten, Steuernachzahlungen die meine Ex nicht mit tragen wollte, Unterhaltsverpflichtungen, neue Existenz, neue Partnerin, neues Kind, Umzug, eigene Schlamperei .... bin ich in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Meine Schulden belaufen sich momentan auf etwa 70T€. Sie bestehen zum großen Teil aus Steuerschulden (ESt, USt) sowie Versicherungsbeiträgen (Rentenversicherung) mit damit verbundenen Zinsen. Ein kleiner Teil sind Unterhaltschulden sowie Konsumdarlehen jeweils ca 2T€. Vermögen ist nicht vorhanden, alle privaten und beruflichen Anschaffungen wurden von meiner Lebensgefährtin vorgenommen.
Zur Zeit (seit ca. 3Jahren) bin ich bei meiner neuen Lebensgefährtin, die nebenberuflich ein Gewerbe angemeldet hat, angestellt, mit ca. 900€ netto. Alle Beiträge und Steuern werden ordnungsgemäß abgeführt, der Gewinn liegt für sie bei ca. 1T€ pro Monat. Ich bin ihr einziger Angestellter.
Nun meine Fragen:
1. Kann ich private Insolvenz anmelden?
2. Spielt es eine Rolle, bei wem ich angestellt bin?
3. Bekommt meine Arbeitgeberin Probleme, wenn sie selbst in einer Vertrauensstellung ( z. B. Rechtsberatung) angestellt ist?
4. wenn zu 1. ja, wie stelle ich das möglichst schnell an, um EV, HB und Gerichtsvollzieher möglichst schnell zu beruhigen bzw. zu vermeiden?
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt Stellung nehmen möchte:

Als Angestellter, der ehemals selbständig tätig war, können Sie grundsätzlich das Verbraucherinsolvenzverfahren nach § 305 InsO einleiten. Hierbei wird es keine Rolle spielen, dass Ihr Abeitgeber Ihre Lebensgefährtin ist. Bevor Sie einen Eröffnungsantrag stellen können, müssen Sie allerdings einen Einigungsversuch mit den Gläubigern unternommen haben. Das Scheitern dieses Versuchs muss eine anerkannte Stelle (entweder eine Schuldnerberatungsstelle oder ein Rechtsanwalt) bestätigen (§ 305 a InsO). Die Schuldnerberatungsstelle bzw. der Rechtsanwalt sind Ihnen auch dabei behilflich, einen sogenannten Schuldenbereinigungsplan aufzustellen. Wurde den Gläubigern außergerichtlich ein Schuldenbereinigungsplan übersandt und betreiben sie ungeachtet dessen die Vollstreckung, gilt der Plan als gescheitert, so dass ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt werden kann. In der Regel sehen die Gläubiger von Vollstreckungsmaßnahmen während des außergerichtlichen Einigungsversuchs nach der Insolvenzordnung ab. Sie sollten sich daher zunächst an eine für Ihren Wohnrort zuständige Schuldnerberatungsstelle wenden.

Da Sie als natüriche Person eine Restschuldbefreiung beantragen können, weise ich vorsorglich darauf hin, dass Unterhaltsschulden oder Forderungen aus rückständigen Beiträgen zur Arbeitnehmersozialversicherung (§ 266 a StGB) von der Restschuldbereiung ausgenommen sind. Dies bedeutet, die entsprechenden Gläubiger können auch nach Erteilung der Restschuldbefreiung Ihre Forderungen Ihnen gegenüber durchsetzen.

Weiterhin ist nicht ersichtlich, inwiefern Ihre finanziellen Probleme Einfluss auf das Anstellungsverhältnis Ihrer Lebensgefährtin haben könnten, selbst wenn es sich um eine Vertrauensstellung handelt. Ob sich der Arbeitgeber Ihrer Lebensgefährtin bei seinen Entscheidungen dennoch hiervon „leiten“ läßt, kann allerdings nicht mit Gewissheit ausgeschlossen werden.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtswanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60616 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Prägnant und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
rasch, klar und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gut und verständlich, und ich sehe jetzt eine Menge klarer. Danke!! ...
FRAGESTELLER