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Privatinsolvenz-Erben in der Wohlverhaltensperiode


| 23.11.2008 08:29 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht





Guten Tag,

vor vier Wochen ist meine Mutter verstorben, es gibt kein Testament, mein Vater lebt noch, außerdem habe ich eine Schwester. Ich selbst bin verheiratet und habe vier minderjährige Kinder.
Die Schulden stammen aus Zeiten vor meiner Ehe.

Meine Eltern haben ein Haus wovon meinem Vater so viel ich weiß 75% gehören, außerdem hat meine Mutter Geld angelegt.

Ich befinde mich in der Wohlverhaltensperiode, soweit ich informiert bin müßte ich 50 % meines Erbes an den Treuhänder übergeben.
Damit Geld und Haus in der Familie bleibt würde ich gerne das Erbe ausschlagen und meine Kinder erben lassen.

Müßte ich den Treuhänder auch bei einer Ausschlagung informieren ?

Ist die Ausschlagung in meinem Fall die beste Wahl?

Wie währe die Vorgehensweise bei einer Ausschlagung, was müßte ich weiter tun?

Mit freundlichen
Sehr geehrter Fragesteller,

im Falle der Annahme der Erbschaft hätten Sie tatsächlich die Hälfte des Wertes des Ihnen anfallenden Erbteiles an den Treuhänder abzuführen, § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO.

Wenn Sie die Erbschaft ausschlagen, brauchen Sie Ihren Treuhänder hierüber nicht informieren.

Im Moment bilden Sie mit Ihrem Vater und Schwester eine Erbengemeinschaft. Schlagen Sie aus, hat dies zur Folge, dass Ihre Kinder zu gleichen Teilen in Ihren Teil der Erbschaft eintreten, §§ 1924 Abs. 3, 1953 Abs. 2 BGB

Die Erklärung der Ausschlagung bedarf der Schriftform. Abzugeben ist sie gegenüber dem Notariat, in dessen Zuständigkeitsbereich Ihre Mutter ihren Wohnsitz hatte (sofern Ihre Mutter in BaWü wohnte, in allen anderen Bundesländern wäre die Erklärung ggü. den zuständigen Nachlassgericht zu erklären). Die Frist zur Ausschlagung beträgt sechs Wochen beginnend mit Kentnisnahme vom Erbanfall.

Durch dieses Vorgehen erreichen Sie, dass alle Vermögensgüter und auch Geld, das durch Veräußerung der Vermögensgüter erlangt wird (etwa Grundstücks- oder Wertgegenständeverkauf aus dem Nachlass) innerhalb der Erbengemeinschaft, die im Falle der Ausschlagung zwischen Ihren Kindern und Ihrem Vater zustande kommt, verbleibt. Sollte die Erbengemeinschaft auseinander gesetzt werden, so erhalten Ihre Kinder ihren wertmäßigen Anteil am Nachlass.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Bei Unklarheiten fragen Sie nach. Im Übrigen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2008 | 10:27


Vielen Dank für ihre Anwort, sie haben mir sehr geholfen.

Was bedeutet die Frist zur Ausschlagung genau? Sind da die sechs Wochen seit dem Tod gemeint? Oder werde ich da vorher angeschrieben dass ich erben werde?
(Mein Vater hat einen Erbschein beantragt)

Ja, meine Mutter lebte in Ba-Wü, ist damit das Notariat der Gemeinde gemeint?

Nochmals vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2008 | 13:51

Sehr geehrter Fragesteller,

1. Die Frist beginnt in Ihrem Fall mit der Kenntnis, dass Sie gesetzlicher Erbe Ihrer Mutter geworden sind. Dieser Zeitpunkt wird regelmäßig nach der Kenntnis über das Versterben des Erblassers liegen. In Ihrem Falle haben Sie damit spätestens mit meiner Auskunft über die Erblage die nach § 1944 Abs. 2 BGB relevante Kenntnis.

2. Ihre Mutter lebte in Ba-Wü. Daher sind die Notariate für die Geschäfte des Nachlassgerichtes zuständig. Das zuständige Notariat ist daher das Notariat in dessen Zuständigkeitsbereich Ihrem Wohnsitz hatte. Befindet sich in der Gemeinde Ihrer verstorbenen Mutter ein Notariat, so ist dieses das zuständige.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Bewertung des Fragestellers 25.11.2008 | 08:36


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