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Privatinsolvenz: Anwalts- und Gerichtskosten

06.09.2015 18:24 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park, LL.B.


Hallo,

ich klage gegen einen Betrüger, der mir eine stattliche sechsstellige Summe schuldet.

Ich laufe aber anscheinend Gefahr, dass der Gegner Privatinsolvenz in Großbritannien anmeldet, da er zwar in Deutschland lebt, aber in Großbritannien gemeldet zu sein scheint, und dass ich am Ende auf den Anwalts- und Prozesskosten sitzen bleibe, selbst, wenn ich alle Prozesse gewinne. Es stellt sich mir daher natürlich die Frage, ob ich überhaupt weiterklagen oder nicht vielmehr einen Vergleich zustimmen sollte.

1) Bleibe ich auf meinen Anwalts- und Prozesskosten sitzen, sobald er Privatinsolvenz anmeldet, selbst wenn ich alle Prozesse gewinne?

2) Wenn ich in allen Prozessen gewinne, wenn er Privatinsolvenz anmeldet, was passiert mit dem eigentlichen Streitwert und dem Geld, das er mir eigentlich schuldet?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

1. Zumindest nach deutschem Recht wäre mit Eröffnung des Insolventverfahren jede Vollstreckung aus dem Urteil, sowohl eine Vollstreckung aus der Hauptforderung als auch bzgl. der Kosten der Rechtsverfolgung, unzulässig, § 89 Abs. 1 InsO. Ihre Forderung wäre sodann zur Insolvenztabelle anzumelden und Sie würden bei der Schlussverteilung einen Betrag entsprechend der Insolvenzquote erhalten. Ihre Forderung würde dann nicht mehr durchsetzbar sein. Ein für Sie positives Urteil ist daher im Falle einer Insolvenzanmeldung nur wenig vorteilhaft.

2. Liegt eine Privatinsolvenz nach den §§ 304 ff. InsO vor, so würde Ihre Forderung in die Insolvenztabelle nach § 175 InsO aufgenommen. Nach Abschluss des Verfahrens tritt der Schuldner in die Wohlverhaltensphase. In dieser muss der Schuldner sein nichtpfändbares Einkommen an den Treuhänder abgeben, dieser verteilt es an die Gläubiger. Diese Wohlverhaltensphase läuft für mindestens fünf Jahre. Sodann wird über eine restschuldbefreiung entschieden.

Nach Erteilung der Restschuldbefreiung besteht Ihre Forderung weiterhin fort, sie ist aber gegen den Schuldner nicht mehr durchsetzbar und wird somit faktisch wertlos, § 301 InsO.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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