Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Privatinsolvenz


10.04.2005 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Ich bin seit Januar 2004 durch eine gescheiterte Existenz arbeitslos geworden.Dies zog u.a. Zahlungsunfähigkeit,verlorene Prozesse u. die damit verbundenen Kosten in unterschiedlichen Bereichen nach sich. In einigen Fällen existieren noch immer schwebende Verfahren, da es sich u.a. um betrügerische Machenschaften meiner Gegner handelt.Am 7.1.05 ist ein außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren gescheitert. Nach Aussage meines damaligen Anwaltes obliegt es mir nunmehr ein Insolvenzverfahren gegen mich einzuleiten innerhalb von sechs Monaten nach Scheitern des angestrebten Schuldenbereinigungsverfahren. Ich habe diesbezüglich noch nichts unternommen, da ich zwischenzeitlich eine kleine Erbschaft erhalten habe. Dieses Geld würde mir helfen, mir eine neue Existenz aufzubauen, da ich gedenke ins EU-Ausland zu gehen.
Frage: Was würde passieren, wenn ich keine Insolvenz anmelde?
Wie verhält sich das mit der Erbschaft?
Welchen Pflichten unterliege ich hinsichtlich einer Insolvenz,wenn ich ins Ausland gehe?
Muß ich gegebenenfalls einen O.E. leisten?
Wie sieht meine Kreditwürdigkeit dann aus?
Mein damaliger Anwalt sagte mir, sofern ich hier in Deutschland bleibe und ich wieder in einem Arbeitsverhältnis stehe, käme es gegebenenfalls zur Pfändung über dem Selbstbehalt. Ich kann mir vorstellen, das ein künftiger AG dies nicht gerade bei einem neuen AN schätzt.
Im übrigen sind meine Aussichten auf ein Arbeitnehmerverhältnis hier in Deutschland auf Grund meines Alters (49) mehr als begrenzt. Ich will endlich wieder auf die Beine kommen.Was also kann ich tun?
Guten Abend,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:

1)
Soweit Sie kein Insolvenzverfahren durchlaufen tritt kein Schuldenerlass ein. Sämtliche Gläubiger könnten so auf Grundlage etwaiger vollstreckbarer Titel innerhalb 30 Jahren die Zwangsvollstreckung betreiben.

2)
Die Erbschaft stellt vermögen dar, in welches ebenfalls vollstreckt werden kann, soweit die Gläubiger davon Kenntnis haben bzw. die Erbschaft als Vermögen der Pfändung unterliegt.

3)
Soweit das Insolvenzverfahren in Deutschland eröffnet wird, können Sie durchaus im Ausland leben. Sie müssen sich dem deutschen Insolvenzgericht jedoch im Bedarfsfall zur Verfügung halten und insbesondere Ihre ladungsfähige Anschrift immer bekanntgeben. Sollte eine Ladung des Insolvenzgerichtes erfolgen, müssen Sie den termin persönlich wahrnehmen. Es kann auch vorkommen, dass Sie durch den Insovenzverwalter von Zeit zu Zeit überprüft werden.

4)
Eine eideststattliche Versicherung muss nur geleistet werden, soweit die zwangsvollstreckung durch einen Gläubiger betrieben wird, diese fruchtlos verläuft und der Gläubiger die Abgabe der EV beantragt hat.

5)
Die Abgabe einer EV wird im Schuldnerverzeichnis beim Amtsgericht eingetragen und beeinträchtigt die Kreditwürdigkeit leider äußerst negativ. Sollte darüberhinaus ein Eintrag in der Schufa erfolgt sein, wäre die Gewährung eines Darlehens wohl eher unwahrscheinlich.

6)
Die Lohnpfändung dürfte viele Arbeitgeber davon abhalten, Sie einzustellen, sofern Sie Ihre Situation preisgeben.

7)
Sie könnenten auch versuchen ein privates Insolvenzverfahren im europäischen Ausland durchzuführen.
Dazu hat sich der BGH (Bundesgerichtshof) wie folgt geäußert:

"Wenn sich ein deutscher Staatsangehöriger ins Ausland begibt und sich dort einem Verfahren zur Restschuldbefreiung unterwirft, welches den Regelungen der InsO, insbesondere in Bezug auf die Vermögensverwertung, grundsätzlich entspricht, so ist eine dort erteilte Restschuldbefreiung auch im Inland anzuerkennen. Die im Ausland ( hier: Frankreich ) geltenden Fristen zur Erlangung der Restschuldbefreiung müssen nicht den relativ langen Fristen der deutschen InsO entsprechen."

Das Gleiche gilt für andere EU-Länder mit wesentlich kürzeren Fristen bzgl. der Rechtschuldbefreiung.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER