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Privatinsolvenz, Insolvenzberater erfuhr von meinem Gesparten

| 11.02.2008 22:59 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


sehr geehrte damen und herrn,
das finanzamt hat gegen mich vor ca.3,5 jahren eine privatinsolvenz eingeleitet.ich hatte eine einzelfirma,die aber vor 2 jahren in eine gmbh umgewandelt wurde.in dieser gmbh bin ich alleiniger gesellschafter und geschäftsführer.ich konnte mein gehalt selbst (auftragslage entsprechend)bestimmen.mein gehalt beträgt 3300 euro netto im monat.da der insolvenzverwalter nie eine lohnpfändung gegen mich unternahm,nahm ich mir jeden monat mein gehalt vom konto und verwahrte es auf.durch einen umstand erfuhr mein insolvenzberater von meinem gesparten.
ich verzichtete auf eine 6 jähige stillhaltephase,weil ich meine schulden zurückzahlen will.nun meine frage hat mein insolvenzberater anspruch nach so langer zeit auf das vom mund abgesparte geld ca.50.000 euro..bitte freundlichst um eine antwort in relativ wenigem juristendeutsch. mit freundlichen grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Da der Insolvenzverwalter/Treuhänder bereits über Ihre Einnahmen informiert ist, sollten Sie ihn nun vollständig informieren. Denn durch das Einbehalten des Einkommens riskieren Sie eine Versagung der Restschuldbefreiung, §§ 295, 296 InsO.

Sicherlich wird der Treuhänder nicht das komplette angesparte beanspruchen können. Ihnen steht zumindestens der pfändbare Teil des Einkommens zu. Bei einem Nettogehalt wären ohne Unterhaltsverpflichtungen ca. € 1.700,- pro Monat pfändbar. Mit dem verbleibenden Einkommen können Sie entsprechende Ansparungen vornehmen. Diese dürfen dann nicht mehr von dem Treuhänder herangezogen werden.

Insoweit wäre zunächst zu ermitteln, welcher Gesamtbetrag an den Treuhänder abzuführen hätten. Rein überschlägig wären dies ohne Berücksichtigung von Unterhaltspflichten € 26.500,-.

Von der GmbH ausgeschüttete Gewinne fallen nicht unter die Abtretungserklärung, da es sich hierbei nicht um Forderungen aus einem Dienstverhältnis oder an deren Stelle tretende laufende Bezüge handelt, § 287 Abs. II InsO.

Hinsichtlich der GmbH selber ist zu beachten, ob Sie sich in der Wohlverhaltensperiode befinden. Dann können die GmbH-Anteile nicht verwertet werden. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens besteht die Gefahr, dass der Treuhänder die GmbH-Anteile zur Insolvenzmasse zieht und diese verwertet.

Sicherlich ist dem Treuhänder auch ein entsprechendes Versäumnis vorzuwerfen, dass er sich nicht nach Ihrer Einkommenssituation erkundigt hat. Demnach sollten Sie unbedingt versuchen mit dem Treuhänder eine einvernehmliche Lösung zu finden und eine Übertragung eines vorher ausgehandelten Betrages vornehmen. Schließlich ist die Vergütung des Insolvenzverwalters auch davon abhängig, welche Beträge er für die Insolvenzgläubiger erwirtschaftet.

Soweit der „angesparte“ Betrag ausreicht, die Insolvenzgläubiger zu befriedigen, wäre dies natürlich auch eine Möglichkeit, allerdings sollten Sie in keinem Fall eine eigenmächtige Verteilung des Guthabens vornehmen. Hierbei gilt zu beachten, dass bei einer Befriedigung der Gläubiger das Verfahren endet, jedoch die Kosten des Insolvenzverfahren noch zu berücksichtigen und von Ihnen zu tragen sind.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft. Im Rahmen der Nachfragefunktion stehe ich Ihnen gerne für konkrete Fragen zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 12.02.2008 | 08:20

zum ersten,vielen dank für ihre ausführliche beratung.ist es doch so,dass mein insolvenzverwalter nach ca.36 monaten versäumt hat bei mir eine lohnpfändung vorzunehmen einen anspruch auf mein gespartes geld hat.und bitte wie kommen sie auf die 26,500 ? in meinem gehalt ist das 13 te monatsgehalt (weihnachtsgeld)einberechnet.eine restschuldbefreiung wird es bei mir nicht geben...vielen dank im voraus.bis zum nächstenmal

Ergänzung vom Anwalt 14.02.2008 | 21:36

Sehr geehrter Ratsuchender,

sicherlich ist bei einer derart langen Dauer auch eine Verjährung zu prüfen, insbesondere ob der Insolvenzverwalter entsprechende Einkommensteile aus dem Jahre 2005 noch verlangen kann. Hier ist aber abzuwägen, ob die Verjährung erst ab Kenntnis von den Einkommen zu laufen beginnt oder bereits mit Entstehung des Anspruches, insbesondere da der Insolvenzverwalter es versäumt hat sich nach Ihren Einkünften zu erkundigen. Da der Insolvenzverwalter bei einem derartigen Versäumnis persönlich haftet, wird die Auseinandersetzung sicherlich schwierig werden.

Die EUR 26.500,- ergeben sich aus dem Gesamtbetrag und Ihren monatlichen Einkünften von EUR 3300,- Hiervon sind EUR 1.700 pfändbar, bezogen auch die Gesamtsumme von EUR 50.000,- sind dies dann EUR 26.500,-. (15 Gehälter á 3.300 gleich EUR 50.000,-, 15 x 1.700 abzuführender Betrag ca 26.500,-)

Entsprechende Besonderheiten wie Weihnachtsgeld und Ausschüttungen sind nicht berücksichtigt und werden den abzuführenden Betrag sicherlich reduzieren.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

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