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Privates Darlehen - Steuern

09.11.2012 20:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir (Ehepaar) möchten bei einem Bekannten (nicht verwandt) ein privates Darlehen in Höhe von 50.000 € aufnehmen. Wir möchten einen Zins von 0,5 Prozent vereinbaren und Raten in Höhe von 200 Euro. Der Bekannte ist Staatsbürger aus dem EU-europäischen Ausland, während wir Deutsche sind.

Diese 50.000 € möchten wir für einen Immobilienerwerb nutzen.

Uns ist nicht ganz klar, ob und in welcher Höhe wir Steuern bezahlen müssen.

1) Da es sich um ein Darlehen handelt, kämen aus unserer Sicht bloß die Zinsen in Frage, die man versteuern müsste.Wir haben gelesen, dass Finanzamt einen fiktiven Zins von 5,5 Prozent annimmt. Bedeutet dies, dass wir prinzipiell 5 % der 50.000 € versteuern müssten?

2) Wir haben vor, 2014 etwa die Hälfte des Darlehens auf einmal zu tilgen. Wie würde sich dies auf ggf. zu zahlende Steuern auswirken? Durch den Punkt 3 im unten stehenden Vertrag lässt sich eine Laufzeit nicht ableiten, da wir gerne auch höhere Beträge tilgen möchten (es werden also nicht linear immer 200 Euro abgezahlt, sondern ggf. in unregelmäßigen Abständen auch höhere Beträge).

3) Wir werden das Darlehen in bar entgegen nehmen. Anschließend wollen wir das Darlehen in Deutschland bei einer Bank einzahlen. WIr haben hierzu gelesen, dass ab einer Transaktion von 15.000 ein Herkunftsnachweis notwendig ist. Genügt als Nachweis der unten stehende unterschriebene Vertrag?

4) Falls Steuern anfallen, wie müssen diese bezahlt werden? Findet eine Abrechnung im Rahmen der Steuererklärung statt oder sind die Steuern vorab zu zahlen?

5) Wir möchten das Darlehen im Auto aus dem EU-europäischen Ausland nach Deutschland transportieren. Ist hierbei etwas zu beachten? Genügt der unten stehende unterschriebene Vertrag als Herkunftsnachweis?


Vielen Dank im Voraus für Ihre Antworten!


Vertrag:
******************************************
******************************************
******************************************
Privater Darlehensvertrag zwischen

Darlehensgeber: XX, geboren am xx.xx.xxxx
Wohnhaft in: XX

und

Darlehensnehmer: xx, geboren am xx
xx, geboren am xx
Wohnhaft in: xx

1. Der Darlehensnehmer erhält ein Darlehen in Höhe von 50.000 Euro.

2. Das Darlehen wird mit 0,5 % verzinst. Die Zinsen sind jedes Jahr im Dezember zu zahlen.

3. Das Darlehen ist in monatlichen Raten von 200 Euro zurück zu zahlen. Es sind auch höhere Rückzahlungen möglich.

4. Für den Fall, dass einzelne Vertragsklauseln unwirksam sein sollten, wird die Rechtswirksamkeit der übrigen Vertragsteile nicht berührt.

Hiermit bestätigt Herr xx, dass am 16.11.2012 von Herrn xx ein Darlehen über 50.000 € ausgezahlt wurde.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1) Aus meiner Sicht müssen Sie keine Zinsen versteuern, sondern können die Zinsen, die Sie zu zahlen haben steuerlich geltend machen, wenn Sie Einkünfte aus Vermietuung und Verpachtung haben. Auch eine Anhebung des Zinssatzes kommt hier nicht in Betracht, da hier kein geldwerter Vorteil vorliegt den es zu besteuern gilt.

2) Wie ausgeführt müssen Sie die Zinsbelastung nicht versteuern. Allenfalls Ihr Bekannter, der Ihnen das zinsgünstige Darlehen gewährt muss die Zinseinnahmen versteuern. Insoweit ist es aus Ihrer Sicht unproblematisch, wenn Sie Sondertilgungen vornehmen.

3) Wenn Sie entsprechende Beträge innerhalb der EU ein- und ausführen, müssen Sie diese Beträge auf Befragung deklarieren. Bei Ein- und Ausreise aus der Schweiz ist der Betrag ab EUR 10.000,- anzugeben. Bei einer Einzahlung von über EUR 15.000,- werden Ihre Personalien aufgenommen, wenn dies nicht schon aus der Kontoverbindung bekannt sind.

4) Steuer fallen für die Zinszahlungen nicht an, so dass diese in der Steuererklärung nicht anzugeben sind.

5) Das Bargeld muss deklariert werden. Neben dem unterschriebenen Kreditvertrag sollten Sie in Kopie den Ausweis des Bekannten und eine Kopie den Auszahlungsbeleg von dem Konto des bekannten mitführen. Ein Scheck ist ebenfalls zu deklarieren.

Insoweit wäre es, soweit dies möglich ist, besser den Betrag zu überweisen oder einen versendeten Scheck entgegenzunehmen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2012 | 10:02

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Nach unserem Verständnis besteht der geldwerte Vorteil in den Zinsen, die wir einsparen. Im Vertrag möchten wir 0,5% Zinsen vereinbaren. Das Finanzamt nimmt einen fiktiven Zinsvon 5,5% an. Dementsprechend verstehen wir es so, dass der Vorteil darin besteht, dass wir 5,5-0,5% = 5% Zinsen sparen. Und diese Ersparnis muss versteuert werden.

Diese Informationen haben wir von den folgenden Webseiten:

--> http://www.gevestor.de/details/zinsloses-privatdarlehen-wieso-der-fiskus-an-ihnen-verdient-76709.html

--> http://www.n-tv.de/ratgeber/Zinslos-Darlehen-steuerpflichtig-article7454066.html

Auf letzterer steht im letzten Absatz, dass trotz Vereinbarung eines Zinssatzes bei einem privaten Darlehen zumindest die Differenz zwischen tatsächlichem und fiktiven Zinssatz versteuert werden muss, weil das Finanzamt hier von einer teilweisen Schenkung ausgeht.

Leider sind dort keine gesetzlichen Grundlagen als Quellen angegeben. Die auf den Webseiten geschilderten Situationen passen aber sehr gut zu unserer Situation.

1. Wie sieht die Sachlage aus Ihrer Sicht aus?

2. Ist es üblich, dass das Finanzamt in derartigen Situationen von teilweisen Schenkungen ausgeht?

3. Nach unserem Verständnis gilt ein Freibetrag von 20.000 € bei Schenkungen. Bei einem privaten Darlehen an uns beide hätten wir somit einen Freibetrag von 40.000 Euro, korrekt?

4. Wie berechnet sich die zu zahlende Steuer? Im Rechenbeispiel auf der ersten Webseite ist eine Laufzeit im Vertrag definiert, die die Höhe der Steuerbeträge maßgeblich beeinflusst. Eine Laufzeit wollen wir eigentlich nicht festlegen, sondern das Darlehen flexibel zurück zahlen. Muss man hierzu deshalb eine Laufzeit im Vertrag vereinbaren? (die maximale Laufzeit wäre durch die Vereinbarung der Raten zu 200 € im Monat: 50.000 €/200 €/12 Monate= ca. 20 Jahre)

5. Für den Fall, dass Steuern gezahlt werden müssen, wie müsste man den fälligen Betrag an das Finanzamt abführen? Auf den genannten Webseiten steht, dass die Steuern im Ganzen zu Beginn bereits fällig werden. Muss man den Betrag deshalb an das Finanzamt überweisen?

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit besten Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.11.2012 | 00:00

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Ich muss meine Ausführungen korrigieren, dass ein geldwerter Vorteil nur bei einem Arbeitgeberdarlehen denkbar ist.

Dies gilt auch für ein zinsgünstiges Privatdarlehen, § 8 Abs. 2 EStG. Das zinsgünstige Darlehen ist dem Finanzamt anzuzeigen. Grds. ist jeder steuerbare Erwerb anzeigepflichtig, § 30 Abs. 1 ErbStG.

Maßgebend für den geldwerten Vorteil ist der Unterschiedsbetrag zwischen vertraglichem und marktüblichen Zins.

Der marktüblichen Zinssatz beträgt bei Immobiliendarlehen je nach Laufzeit mit entsprechender grundbuchrechtlicher Absicherung 2,63 % (bis fünf Jahre) und 2,85 % (bis zehn Jahre).

Ohne eine Besicherung beträgt der marktübliche Zinssatz 4,19 % bis fünf Jahre und 3,07 % bei über fünf Jahren.

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Geld_Und_Kapitalmaerkte/Zinssaetze_Renditen/S11BATGV.pdf?__blob=publicationFile

Der geldwerte Vorteil ist für die gesamte vereinbarte Laufzeit zu errechnen, unabhängig davon ob sich die Laufzeit durch Sondertilgungen verkürzt.

Aufgrund des bestehenden Freibetrages von EUR 20.000,. je Darlehensnehmer wird hier keine Schenkungssteuer anfallen. Gleichwohl besteht eine Anzeigepflicht.

Die Berechnung des geldwerten Vorteil ergibt sich aus § 13 BewG (und Anlage 9).

EUR (50.000 x Zinsvorteil x Bewertungszahl für die vereinbarte Laufzeit aus Anlage 9.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und bitte mein Versehen zu entschuldigen.

Mit besten Grüßen

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