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Privater Autokauf---Motorschaden---manipulierter Tachostand

| 04.09.2014 08:53 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Im Fall eines nicht behebbaren Sachmangels wie einer höheren Laufleistung eines Fahrzeugs muss der Käufer sich entscheiden, ob er den Rücktritt vom Vertrag erklärt oder Minderung und Schadenersatz wegen weiterer Mängel geltend macht. Beides zusammen ist nicht möglich.

Hallo,
ich habe am 22.08.14 ein Fahrzeug privat gekauft. Der Tachostand zeigte 125.300 km bei Baujahr 2001 an. Im Kaufvertrag steht: Das Fahrzeug weist folgende Gesamtfahrleistung auf: 127.000km. Mir wurde der Unterschied so erklärt, dass der Verkäufer an dem Tag eine lange Urlaubsreise zurück von Kroatien nach NRW absolviert hatte und vorher den Vertrag geschrieben hätte und die Kilometer geschätzt hätte. Ich fuhr den Wagen nach Hause und meldete ihn am 25.08.2014 auf meinen Namen an. Am 27.08.2014 nach inzwischen gefahrenen 342km, musste ich eine Werkstatt aufsuchen, da er fürchterlich qualmte und ruckelte. Diagnose: Motorschaden---mindestens Kolbenringe defekt. Ich informierte sofort die Verkäufer, aber sie beriefen sich auf den Kaufvertrag mit dem Ausschluss der Sachmängelhaftung. Da man mir in Werkstätten nun sagte, dass es ungewöhnlich ist, dass ein Auto mit der Km-Leistung einen solchen Schaden hätte, forschte ich nach. Leider habe ich nur einen Brief wo nur der letzte Halter, also mein Verkäufer, vermerkt ist. BMW sagte mir nun netterweise, ohne Angabe der Vorhalter, dass der Wagen schon im Juni 2010 mit einem KM-Stand von 140.000 bei ihnen in Reparatur war. Werde nun heute Strafanzeige erstatten und möchte gern eine Rückabwicklung des Kaufes erreichen. Verkäufer stellt sich stur und antwortet nicht. Nun habe ich diesen nicht mehr fahrtüchtigen Wagen vor der Tür. Meine Frage nun zusätzlich: da die Rückabwicklung sicher eine lange Zeit dauern wird, darf ich den Wagen jetzt reparieren lassen und kann die Reparaturkosten auch zurück fordern, oder würde ich im Fall einer Rückabwicklung auf diesen Kosten sitzen bleiben? Geschätzte Kosten im Moment: 2000,- Euro, da der genaue Schaden erst genau lokalisiert werden kann, wenn Zylinderkopf ausgebaut wurde. Ich könnte ihn dann fahren, bis meine zivilrechtliche Klage, sicher mit Urteil erst im nächsten Jahr, durchgestanden ist.

Sehr geehrter Fragestellerin,

die von Ihnen angedachte Vorgehensweise sieht die Rechtsordnung bedauerlicherweise nicht vor. So Sie nachweisen können, dass Ihnen die höhere Laufleistung arglistig verschwiegen wurde, haben Sie die Gewährleistungsrechte des § § 437 BGB, d.h. können entweder vom Vertrag zurücktreten und den Wagen dann zurückgeben oder aber eine Reparatur und einen Minderungsbetrag verlangen. Wenn Sie die erste Variante wählen, sollten Sie keine Änderungen an dem Wagen vornehmen. Sie können dann auch die Reparaturkosten nicht zusätzlich ersetzt verlangen, sondern nur den Kaufpreis zurückfordern nebst vergeblichen Aufwendungen, etwa für die Überführung, Ummeldung usw.

Ggf. macht es Sinn, dass Sie sich entschließen, das Fahrzeug zu behalten, den Verkäufer unter Fristsetzung zur Reparatur auffordern, den Schaden und die Reparaturkosten mittels eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen feststellen, dann reparieren udn danach die Kosten einklagen. So hätten Sie innerhalb weniger Wochen ein fahrbereites Fahrzeug.

Da sie sich offenbar bereits in anwaltlicher Beratung befinden, sollten Sie mir Ihrem Anwalt hierüber sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.09.2014 | 09:56

Was ist ein Minderungsbetrag?
Versteh ich Sie richtig: ich kann die Reparaturkosten auch in dieser gewaltigen Höhe und einen Minderungsbetrag verlangen? Der Kaufpreis lag bei 3000,-Euro und Reparatur ca. 2000,-Euro.
Ansonsten bedanke ich mich für Ihre aufklärende und hilfreiche Antwort.

MfG
Claudia Timmer

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2014 | 10:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Minderungsbetrag ist ein Betrag des Kaufpreises, den der Käufer zurückfordern kann, wenn sich herausstellt, dass das Auto aufgrund eines Sachmangels, hier der höheren Laufleistung, weniger wert ist. Schauen Sie einfach nach, was ein vergleichbares Fahrzeug mit einer Laufleistung von 150.000 km kostet.

Ist die Nacherfüllung mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden, kann die vom Verkäufer gemäß § 439 Abs. 2 BGB verweigert werden, wobei insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand und die Bedeutung des Mangels zu beachten ist. In diesem Fall könnte der Verkäufer in der Tat die Reparatur verweigern un Sie auf den Rücktritt verweisen. Allerdings muss der Verkäufer diese Einrede geltend machen. Solange die Reparaturkosten unter dem Kaufpreis liegen, dürfte hier kein Problem auftreten,

Die genaue Strategie sollten Sie aber mit Ihrem Anwalt abstimmen und kann im Rahmen der hier geschuldeten Erstberatung nicht abchließend ermittelt werden.

Bewertung des Fragestellers 04.09.2014 | 10:13

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