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Privater Autokauf, Einbruch verschwiegen. Neuteile falsch.

| 05.08.2016 16:25 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


21:45

Zusammenfassung:

Im Kaufrecht ist eine Selbstbeseitigung von Mängeln nicht möglich. Der Verkäufer hat das vorrangige Recht zur Nacherfüllung. Nach erfolgloser Aufforderung kann der Kaufpreis gemindert oder der Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen hier meinen Fall vom Autokauf schildern :

Ende April habe ich einen gebrauchten BMW von privat gekauft.
Bei dem Wagen ging es um einen Betrag von ca 40.000€.

Der Wagen wurde als Unfallfrei und Top in Schuss/in Ordnung verkauft.
Eine Besichtigung fand statt, mit mir und einen meiner Freunde sowie dem Verkäufer.

Nachdem ich den Wagen gekauft und zu mir nach Hause überführt hatte fingen Probleme mit dem Navi/GPS und dem Lenkrad an.

Nachdem der Wagen dann bei BMW war, und einige potentielle Fehlteile ausgetauscht wurden, der Fehler aber weiterhin bestand, ging BMW weiter vor und fand heraus, das Kabel durchgeknipps waren, amateurhaft verlötet wurde und die Teile die verbaut wurden absolut falsch waren.
(Beispiel: Lenkrad aus einem anderen Modell -> Somit konnte es nicht richtig funtkionieren, falsche Head Unit für das Navi, usw.).

Der Verkäufer versicherte mir beim Kauf, im Beisein meines Kollegen, dass in den Wagen nur VERSUCHT wurden ist einzubrechen (Spur am Schloss überlackiert) und daher diese Stelle am Schloss sei. Deshalb habe er sich auch extra eine Garage gemietet gehabt.

Mein Fehler, dass ich eventuell nicht weiter nachgeforscht habe.

Im Kaufvertrag steht ansonsten Unfallfrei, nur bei einer Stelle habe ich vielleicht einen weiteren Fehler gemacht, dort Steht Ein-/Aufbruchsschaden, teilweise behoben.

Der Vertrag ist natürlich von beiden Seiten unterschrieben.

Auf Rückfrage hin gab der Verkäufer keine Antwort mehr, und hat mich nun auf seinem Handy blockiert. Andere Anrufe nahm er nicht entgegen.

Der Schaden, bzw. die Teile wurden bereits von BMW ersetzt und alles von mir bezahlt. Schaden rund 2000-2500€.

Meine Frage ist nun : Gibt es eine Möglichkeit den Verkäufer in irgend einer Art und Weise dafür zu belangen?
Wie müsste ich vorgehen, was muss erfüllt sein?

Zeugen : Mein Freund der bei der Besichtigung dabei war.
Beweise: BMW Autohaus könnte das belegen, falsches Lenkrad z.B noch vorhanden, Fehlerspeicher, etc.

Weitere Infos : Kaufvertrag


05.08.2016 | 16:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Zunächst wäre zu klären, ob im Kaufvertrag ein Gewährleistungsausschluss vereinbart worden ist. Dies betrifft allerdings nur etwaige Mängel, die Sie noch nicht behoben haben.

2. Den Käufer für die bereits entstandenen Reparaturkosten belangen können Sie leider nicht mehr. Im Kaufrecht hat der Verkäufer bei Auftreten eines Sachmangels das vorrangige Recht zur Nacherfüllung, also Mängebeseitigung. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, können Sie entweder den Kaufpreis mindern oder vom Kaufvertrag zurücktreten. Eine Selbstvornahme der Reparatur und Inrechnungstellung der Kosten beim Verkäufer ist im Kaufrecht nicht möglich.

3. Sollte der Wagen allerdings tatsächlich ein Unfallwagen sein, bestünde nach wie vor die Möglichkeit zum Rücktritt, da im Kaufvertrag eine Beschaffenheitsvereinbarung ,,unfallfrei" getroffen wurde. Ferner käme je nach Kenntnis des Verkäufers auch eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung in Betracht. Daher sollte BMW oder ein Sachverständiger feststellen, ob am Fahrzeug ein Unfallschaden besteht (veränderte Lackschichtendicke etc.).

4. Bezüglich der Eigenschaft als ,,Einbruchfahrzeug" hingegen wird es schwierig, weil der Kaufvertrag durch die Angabe "Ein/Aufbruchschaden" insoweit eine negative Beschaffenheitsvereinbarung enthält. Im Zweifel wird der Zeugenbeweis durch ihren Freund, dass lediglich von einem versuchten Aufbruch die Rede war, zu unsicher sein. Die schriftliche Vereinbarung wird hier voraussichtlich Vorrang haben. Es ist auch fraglich, ob der vollendete Einbruch beweisbar sein wird. Die Formulierung im Kaufvertrag jedenfalls lässt beide Varianten zu.

5. Sofern an dem Fahrzeug weitere Mängel bestehen, können Sie den Verkäufer mit Erfolg nur dann zur Nacherfüllung auffordern, wenn im Kaufvertrag kein Gewährleistungsausschluss vereinbart worden ist.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine bessere Auskunft geben kann, aber eine Selbstbeseitigung von Mängeln ist leider nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Schilling

Rückfrage vom Fragesteller 05.08.2016 | 17:09

Sehr geehrter Herr Schilling,
vielen Dank für diese ausführliche Antwort.

Ähnliches hatte ich mir bereits gedacht.

Bei dem Kaufvertrag handelt es sich um einen vorgefertigten von mobile.de
Dort wird die Gewährleistung ausgeschlossen.
Das weitere Nachforschen nach einem Unfallschaden werde ich dann wohl auch nicht mehr machen.
Es ging mir hauptranging um den Einbruchsschaden und der Täuschung die dahinter steckt.

Abschließend werde ich diese Sache dann wohl als Lehrgeld verbuchen müssen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.08.2016 | 21:45

Sehr geehrter Fragesteller,

die Überprüfung von Lackschichtendicken ist nicht mit großen Kosten verbunden.

Was die Täuschung angeht, tragen Sie die Beweislast. Leider gibt es einen Hinweis im Kaufvertrag, über den man schwer hinwegkommt. Ein Vorgehen ist nicht völlig aussichtslos, allerdings würde ich nur dazu raten, falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben.

Mit freundl. Grüßen

Schilling / RA

Bewertung des Fragestellers 06.08.2016 | 09:00

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