Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Private Veräußerungsgeschäfte - Immobilien

16.02.2015 20:29 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Berechnung der Haltefrist bei Spekulationsgeschäften bei Herstellung eines Gebäudes

Auf einem selbst bewohnten Grundstück, bebaut mit einem Einfamilienhaus (Privater Erwerb 2002) wurde zusätzlich in 2013 ein Dreifamilienhaus errichtet. Die 3 Wohnungen wurden in der Bauphase nach WEG aufgeteilt. Es wurde in Höhe der vorausberechneten Baukosten ein Darlehen mit einer 10-jährigen Laufzeit abgeschlossen mit dem Hintergrund, die Wohnungen zu vermieten, darüber hinaus wurde zu gleicher Zeit ein Bausparkassenvertrag abgeschlossen. Zwei Wohnungen wurden bereits vermietet, die dritte Wohnung noch nicht. Nachweislich wurde in den Jahren 2012-2014 nur mit Vermietungsabsicht geworben. Nun soll aber die 3. Wohnung wegen mangelnder Nachfrage als Neubau-Erstbezug verkauft werden. Abgesehen davon wurden in den letzten 10 Jahren keine anderen Immobilien privat veräußert.
Fragen:
1. Liegt bei einem Verkauf in 2015 ein Spekulationsgeschäft vor, obwohl das Grundstück länger als 10 Jahre im Eigentum war, bevor mit dem Bau begonnen wurde?
2. Wie bewerten Sie steuerlich den zeitlichen Zusammenhang zwischen Errichtung des Hauses in 2013 und Verkauf einer Wohnung in 2015?
3. Wenn hier nun ein steuerpflichtiges Geschäft durch den Verkauf einer Wohnung vorliegen sollte, zählt dann der anzusetzende Grundstückspreis (Bodenrichtwert) a) ab Datum der Einreichung des Bauantrages, b) ab Erhalt der Baugenehmigung, c) ab Fertigstellung des Gebäudes, d) ab Maklerbeauftragung bzw. Insertion zum Verkauf oder e) zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung?
4.-1 Sollte es sich hier um einen steuerpflichtigen Verkauf handeln, könnte dann ggfs. die Vorfälligkeitsentschädigung aus dem noch aufzulösenden Baudarlehen zu den Errichtungskosten anteilig (nach Wohnfläche oder nach Einheiten (1/3) hinzugerechnet werden?
4.-2 In welcher Zeitspanne nach dem Verkauf muss das Darlehen aufgelöst werden, um die Vorfälligkeitsentschädigung ggfs. geltend zu machen?
4.-3 Wie verhält es sich mit den anderen beiden Wohnungen? Kann die Vorfälligkeit als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung angesetzt werden?

Vielen Dank für die Beantwortung!


17.02.2015 | 11:05

Antwort

von


(73)
Kaiserstr. 20
44135 Dortmund
Tel: 0231-95088861
Web: http://www.ra-fcb.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten. Bitte beachten Sie, dass Weglassungen oder geringfügige Änderungen des Sachverhaltes unter Umständen weitreichende Konsequenzen für die rechtliche Würdigung haben können.

Der von Ihnen geschilderte Fall stellt nach meinen Recherchen keinen Fall eines Spekulationsgeschäftes im Sinne des § 23 EStG dar.

Der Grund liegt darin, dass die Haltefrist von 10 Jahren sich grundsätzlich ausschließlich nach der Anschaffung des Grund und Bodens berechnet und es keine separate Veräußerungsfrist nur für das Gebäude gibt (Lindauer, Immobilien und Steuer § 2 Rz. 416).

Vielmehr teilt das Gebäude das Schicksal des Grund und Bodens als wesentlicher Bestandteil des Grund und Bodens im Sinne des § 94 BGB . Die zwischenzeitige Herstellung eines Gebäudes wird nicht isoliert betrachtet, sondern das Grundstücksbestandteil Gebäude ist nur dann als Spekulationsgeschäft steuerpflichtig, wenn die Veräußerung des Grund und Bodens innerhalb der 10jährigen Haltefrist erfolgen würde (Schmidt, Komm. zum EStG § 23 Rz. 17). Dies ist in Ihrem Fall (2002 Anschaffung- Verkauf 2015) nicht der Fall.

Aufgrund des gefundenen Ergebnisses der Steuerfreiheit der Veräußerung erübrigt sich die Beantwortung Ihrer übrigen Fragen.

Aufgrund des enormen steuerlichen Risikos empfehle ich Ihnen jedoch ausdrücklich noch die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes oder Steuerberaters, der sich eingehender mit der Sache beschäftigen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte vergessen Sie auch nicht, am Ende die Bewertung meiner Rechtsberatung vorzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)

ANTWORT VON

(73)

Kaiserstr. 20
44135 Dortmund
Tel: 0231-95088861
Web: http://www.ra-fcb.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Steuerrecht, Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79915 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Herr Greenawalt hat sehr schnell, kategorienübergreifend und gezielt geantwortet. So habe ich mir das als Neukunde auf frag-einen-anwalt.de gewünscht. JMA, 14.04.2021 ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Meine Frage wurde vollständig beantwortet. Einzelne Passagen sind wohl nur Juristen verständlich, nicht aber "normalen" Leuten. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort hilft uns sehr weiter. Die schnelle Bearbeitung ist super. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER