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Private Krankenversicherung will, dass ich einen Berufsunfähigkeitsantrag stelle?

| 13.05.2011 11:16 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer


Ich bin selbstständig und seit 5 Monaten krankgeschrieben und beziehe Krankentagegeld, von meiner privaten Krankenversicherung. Meine private Krankenversicherung teilte mir mit, dass ich nach 6 Monaten ununterbrochener Krankheit, einen Berufsunfähigkeitsantrag stellen kann/sollte ?
Muß ich nach 6 Monaten, einen Berufsunfähigkeitsantrag überhaupt stellen.
Oder kann ich auch länger krank sein, verbunden mit meinem Wunsch, wieder in meinem Beruf zu arbeiten ?
Nach diesem Telefonat, habe ich mich mit dem Thema Berufsunfähigkeit näher befasst.
Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Meine Berufsunfähigkeitsversicherung, habe ich nicht bei der gleichen Versicherung.
Nun stelle ich einen Antrag, auf Berufsunfähigkeit.Dann hat meine Krankenversicherung das Recht sofort zu kündigen.
Ich habe dann 2 Monate Zeit, eine Anwartschaftversicherung zu beantragen und fortzusetzen.
Was bedeutet für mich eine Anwartschaftversicherung? Ist diese für mich Beitragsfrei und welche Leistungen werden damit im Normalfall abgedeckt ?
Nun kommt für mich der entscheidente Zeitraum.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung lehnt meinen Antrag ab, ich muß mich juristich vertreten lassen und nach 2 Jahren wird ein Urteil gefällt.
Wie bin ich in dieser Zeit wirtschaftlich abgesichert ? Muß meine Krankenversicherung, in der Zeit der offenen Entscheidung mir weiter Krankentagegeld bezahlen ?
Was passiert wenn der Versicherer-Berufsunf. den Prozess verliert und trotzdem in Berufung geht ?
Da können ja Jahre vergehen.
Kann ich mich dann bei anderen Versicherungen beitragsfrei stellen lassen ?

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Krankentagegeld wird bedingungsgemäß nur bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit gezahlt und nicht bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Hier scheint mir, dass sich Ihre Versicherung einfach durch diesen Vorschlag aus der Zahlungspflicht gegenüber Ihnen befreien will.
Ob die Versicherung dazu überhaupt berechtigt, liegt an den maßgeblichen Vertragsbedingungen Ihres Vertrages.

Gem. § 4 (1) AVB, MB/KT94 ergeben sich die Höhe und die Dauer der Leistungen des Krankentagegeldes aus den Tarifbestimmungen Ihres Vertrages. Fast alle privaten Krankenversicherer leisten bei einer nur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit inzwischen unbegrenzt. Eine Vertragsklausel, dass bei der PKV Schluss mit dem Leistungsbezug nach 6 oder 12 Monaten ist, kommt eigentlich nur noch in Altverträgen vor.

Zwangsläufig müssen Sie deshalb Ihren Vertrag überprüfen, ob die Leistung Ihrer Versicherung unbegrenzt ist oder nicht.

Sollten Sie nämlich diesem Rat/Anweisung Ihrer PKV folgen und Sie einen Antrag auf Berufsunfähigkeit stellem kann folgendes passieren. Endet das Versicherungsverhältnis gem. § 15 b.) AVB, MB/KT94 mit Eintritt der Berufsunfähigkeit, wird das Tagegeld längstens noch für 3 Monate geleistet. Sind danach keine Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung zu erwarten, bleibt Ihnen nur der der Weg zum Sozialamt.

Diese Konstellation gilt es unbedingt zu vermeiden, da hier später dann oftmals noch divergierende Gutachten vorliegen und keine der Versicherungen mehr zahlt. Verschiedenen Gutachter kommen oft zu unterschiedlichen Ergebnisse, weil den beiden Vertragstarifen (Krankentagegeld und BU-Versicherung) unterschiedliche Bedingungswerke zu Grunde liegen.

Meines Erachtens sollte Sie unbedingt versuchen so lange wie möglich Krankengeld von Ihrer Versicherung zu beziehen. Lesen Sie bitte den maßgeblichen Passus in Ihrem Vertrag über die Dauer des Bezuges. Gern können Sie mich dann noch per Nachfrageoption oder E-Mail kontaktieren.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.05.2011 | 13:16

Sehr geehrter Herr Kienhöfer,die Beantwortung dieser Frage ist noch offen.
Ich habe dann 2 Monate Zeit, eine Anwartschaftversicherung zu beantragen und fortzusetzen.
Was bedeutet für mich eine Anwartschaftversicherung? Ist diese für mich Beitragsfrei und welche Leistungen werden damit im Normalfall abgedeckt ?
Wo bin ich in der Zeit der Anwartschaft dann Krankenversichert ? Gesetzlich oder weiter privat ?
Muß der Versicherer, mich nach Beendigung einer möglichen Berufsunfähigkeit, wieder zu den gleichen Bedingungen aufnehmen ?
Ich bin seit 1999 privat krankenversichert. In den allg. Versicherungsbedingungen § 4 meiner Versicherung, kann ich keinen Absatz finden, wo ein Leistungsbezug auf 6- 12 Monate begrenzt wird. Da bedeutet für mich, dass meine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, zeitlich nicht durch meinen Versicherer begrenzt werden kann. Auch bei längerer Arbeitsünfähigkeit ( über 1 Jahr ), muß der Versicherer, dass Krankentagegeld leisten, oder ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.05.2011 | 15:30

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich noch die Nachfragen.

a+b+c)eine Anwartschaftversicherung sieht vor, dass die ursprünglichen Rechte und Pflichten der Partner des Versicherungsvertrages ruhen (also Ihre Zahlungspflicht und für die Versicherung die Leistungspflicht), und dass man nach der Anwartschaftszeit wieder zu den selben Bedingungen Versicherungsschutz erhalten kann und dass der Versicherungsnehmer für die Zwischenzeit nur einen stark reduzierten Anwartschaftsbeitrag zahlt.

d) Während der Anwartschaftversicherung müssen Sie sich dann anderweitig versichern(im Regelfall gestzlich).

e) Bei Vorlage einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit, welche unbegrenzt laut Vetrag gilt, müsste der Versicherer Ihnen (z.B. per Gutachten) nachweisen, dass Sie nicht mehr vorübergehnde Arbeitsunfähig, sondern berufsunfähig sind. Bis zu diesem Zeitpunkt muss der Versicherer leisten.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.05.2011 | 15:47

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Stellungnahme vom Anwalt:
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