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Private Krankenversicherung - Kann ein Risikozuschlag aufgrund von veralteten alten Diagnosen (10-11


| 19.11.2009 10:29 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht



Sehr geehrte/r Anwalt/in,
bin als Beamtin seit 1985 bei einer privaten Krankenversicherung. Ich habe keine chronischen Erkrankungen. Bisher war ich jahrelang zu 30 % versichert und zu 70 % beihilfeberechtigt.
Durch den Umstand, dass mein ältester Sohn nun selbst Lohn bezieht, sank mein Beihilfeanspruch auf 50 %. Deshalb sehe ich mich gezwungen, meine PKV auf 50 % zu erhöhen.
a) Ist es Rechtens, dass die KV mich neu einstufen will (alle Gesundheitsfragen neu zu beantworten sind ...)?
b) Kann ein Risikozuschlag aufgrund von veralteten alten Diagnosen (10-11 Monate zurückliegend) erhoben werden?
c) Gibt es Höchstgrenzen für einen Risikozuschlag?
d) Gibt es Tabellen mit der Zuordnung von Krankheiten und Zuschlägen? Meine KK will 270 % Zuschlag wegen ein paar Pfunden Übergewicht und einer ausgeheilten Hauterkrankung!
Vielen Dank
für die Antworten!
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt:


a) Ist es Rechtens, dass die KV mich neu einstufen will (alle Gesundheitsfragen neu zu beantworten sind ...)?

Aus Ihren Angaben geht nicht hervor, wie viel Zeit zwischen der Änderung ihres Beihilfesatzes und der beantragten Vertragsänderung liegen.

Aus Ihrem Versicherungsvertrag müsste sich ergeben, inwieweit und innerhalb welchen Zeitraums nach Eintritt der Änderungen eine Vertragsänderung ohne erneute Gesundheitsprüfung verlangt werden kann.

Grundsätzlich ist die Forderung nach einer erneuten Prüfung rechtens, wenn es vertraglich wirksam vereinbart wurde. Sie sollten also als erstes prüfen, ob die Versicherung nach dem Ihnen vorliegenden Vertrag nebst Versicherungsbedingungen eine erneute Gesundheisprüfung verlangen darf.


b) Kann ein Risikozuschlag aufgrund von veralteten alten Diagnosen (10-11 Monate zurückliegend) erhoben werden?

Fraglich ist, ob eine 10 oder 11 Monate alte Diagnose von der Versicherung als veraltet angesehen wird oder angesehen werden müsste. Dabei kommt es sicherlich auch auf die Art und Schwere der Erkrankung an.
Versicherungen stellen gewöhnlich auf den Zeitraum der letzten etwa drei Jahre ab, weshalb auch gelegentlich vorgeschlagen wird, mit dem Versicherer eine Vereinbarung dahingehend abzuschließen, dass der Risikozuschlag entfällt, wenn sich innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre keine Beschwerden mehr zeigen und ein Arzt die vollständige Heilung bestätigt.
Sie können also, wenn ein Risiko zunächst zu einem Risikozuschlag geführt hat, nach längerer Beschwerdefreiheit oder gänzlicher Ausheilung ein ärztliches Attest vorlegen, um nachzuweisen, dass dieses Risiko nicht mehr besteht.


c)Gibt es Höchstgrenzen für einen Risikozuschlag?

Hinweise auf derartige Höchstgrenzen habe ich nicht gefunden. 270 % überschreiten zumindest noch keine absolute Höchstgrenze, und bezüglich der relativen Bewertung einzelner Risikofaktoren lassen sich die Versicherungen nicht in die Karten sehen.


d)Gibt es Tabellen mit der Zuordnung von Krankheiten und Zuschlägen? Meine KK will 270 % Zuschlag wegen ein paar Pfunden Übergewicht und einer ausgeheilten Hauterkrankung!

Es mag sein, dass versicherungsintern derartige 'Tabellen existieren. Risikozuschläge sind aber bei den diversen Versicherungen unterschiedlich hoch, und es lässt sich nicht immer nachvollziehen, weshalb sie erhoben werden. Dies kann unter Umständen schon bei Heuschnupfen der Fall sein, oder bei – wie in Ihrem Fall – einer ausgeheilten Heilerkrankung.

Da die Versicherungen ihre Risikozuschlagspraxis nicht offen legen und sich eben auch darin unterscheiden, ob überhaupt und in welcher Höhe sie Risikozuschläge geltend machen, wäre zumindest dann, wenn nach den Vertragsbedingungen überhaupt eine neue Gesundheitsprüfung verlangt werden durfte, unter Umständen zu prüfen, ob andere Anbieter ein günstigeres Angebot machen.

Andererseits kann ich natürlich nicht abschätzen, inwieweit Ihnen durch einen Wechsel Beitragsrückerstattungsansprüche verloren gehen könnten..

Hilfreich könnte für Sie möglicherweise eine Internetseite sein sein, die anbietet, nach Eingabe der individuellen Daten unter Berücksichtigung der Tarife und bekannter Risikozuschläge die bei den einzelnen Anbietern möglichen Konditionen zu ermitteln. Diese dürfte der für Sie interessanten Liste am nächsten kommen. Allerdings müssten Sie natürlich prüfen, ob die sonstigen Bedingungen des Versicherungsmaklers für Sie akzeptabel sind. Falls Interesse besteht, würde ich Ihnen die Internet-Adresse per Email übermitteln. Möglicherweise könnte es auch für das Gespräch mit Ihrem jetzigen Versicherer hilfreich sein, wenn Sie ihm mitteilen könnten, dass andere Versicherer in derselben Situation keinen oder einen wesentlich geringeren Zuschlag erheben würden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick geben konnte. Nutzen Sie ansonsten – wenn einzelne Punkte unklar geblieben sind - bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


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Bewertung des Fragestellers 22.11.2009 | 20:55


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